Wjatscheslaw Kuprijanow

 

1

 

(Russland)

 

 

 

IN DER SPRACHE DER WEGERICHE

 

 

Ist der Dichter auch ein ewiger Flüchtling? Auf dem Weg von sich selbst zu dem eigenen Ich? Und wo und von wem findet er Hilfe und Verständnis auf diesem einsamen Weg? Wie kann und darf er durch seine Gedichte den Weg dieser bunten Welt verfolgen? In meinen früheren Gedichten habe ich mal geschrieben:

In der Sprache der Wegeriche

sind wir die gebürtigen Wegler

unser Weg durch das All

ist blutig und weit

ausgerissen

wird die Wegerichzunge

für das wahre Wort

In Memoiren meines Großvaters Wassilij Timofejewitsch Kupriyanows konnte ich nachlesen, dass sein Großvater ein Grieche aus Zypern war, der aus einem türkischen Gefängnis nach Russland geflohen ist, und zwar in die Stadt Pensa. Dort bekam er einen Sohn. Als wiederum dieser erwachsen war, verpasste er dem Bürgermeister der Stadt eine Ohrfeige, weil er seine Braut beleidigt hatte und wurde daraufhin nach Sibirien verbannt in die nördlich vom Baikal-See gelgene Stadt Ussolje-Sibirskoje. Dort hatte er die Tochter von einem ebenfalls Verbannten aus Polen geheiratet. So war mein Opa zur Welt gekommen. Er hatte dann meine Großmutter Solomeja geheiratet. Sie stammte aus einem jakutischen Dorf Njuja, also aus einer Familie von russischen ehemaligen Altgläubigen, die schon im 17. Jahrhundert im Zuge der neu-kirchlichen Verfolgung nach Sibirien geflohen war. Mein Vater Gleb Wassiljewisch wurde Arzt und hatte schon in Altaj meine Mutter Maria geheiratet, die seltsamerweise (zufälligerweise) aus der Umgebung von Pensa stammte und nach Altaj kam, um dort einen Job als Krankenschwester zu finden. So kreuzen sich die Parallelen! Ich wurde ein wenig später in Novosibirsk geboren.

In meinen Adern fließt folglich das Blut einer ordentlichen Zahl verbannter und geflohener Vorfahren….

Von fern irgendwoher –

ein Lichtspiel – eine Völkerwanderung –

so groß

daß der Himmel den Engeln

des Barbarensturms im Licht steht –

nichts als das Ausatmen schwarzer Löcher

ist die Epoche der Aufklärung –

nur die Enthauptung

per Lichtstrahl –

je weiter in die Geschichte zurück

desto klarer

die Kurzsichtigkeit der Sterne

Die erste „Völkerwanderung“ habe ich am 10. 11. im Zug von Marburg nach Giessen beobachten können. Ich mag Marburg und besuche die Stadt auch sehr gerne – sie gilt als die Heimat. Aus Marburg hat Michail Lomonossow im 18. Jahrhundert die moderne Poetik nach Russland gebracht! Die Marburger Slawisten waren sehr bekannt. Mitte der achtziger habe ich meinen ersten Vortrag bei Professor Harder in Marburg gehalten. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde die Slawistik von Marburg nach Giessen verlagert (Frage: an der Universität? Mir ist nicht ganz klar, wo die Slawistik war oder ob die Städte einfach Zentrum vieler slawischer Schriftsteller waren) und an diesem Tag war ich gerade auf dem Weg dorthin. Der Zug war voll mit Familien mit Kindern. Alle hatten nur minimales Gepäck. Ich habe mit ein paar von Ihnen gesprochen, sie verstanden English, aber nicht gut. Eine Dolmetscherin hat ausführlich erklärt, dass es in Giessen ein Erstaufnahmelager für die Flüchtlinge gibt. Der Zug stand lange – wieder die in Deutschland (Frage: in Deutschland? Oder Für die Deutsche Bahn?) übliche Verspätung. Dann gab der Schaffner bekannt, dass der Zug nur bis Lollar und im Anschluss zurück nach Kassel fahren würde. Ab Lollar bestünde dann Schienenersatzverkehr, die Busse seien schon bestellt.

In Lollar sind alle ausgestiegen: doch wusste niemand, wo Busse standen. Niemand beklagte sich, außer die deutschen Reisenden, sogar die Kinder haben nicht geweint. Ich habe ein stilles jungen Mädchen gefragt, ob sie aus Syrien sei. Sie antwortete „yes“. Ich habe ihr eine einfache Frage gestellt – ob Bashar Assad gut sei. Sie antwortete wieder mit „Yes“ und lächelte. Diese Frage habe ich noch einige Male an andere Syrer gerichtet, niemand hat etwas Böses erwidert. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem guten Freund im vorigen Jahr in Zürich. Er hat versucht, mir die Wahrheit über die aktuellen Geschehnisse in der Welt zu erklären, weil ich infolge der russischen Propaganda falsch informiert war. Somit kamen wir auch auf Assad: der müsse abgeschafft werden. „Warum?“ Habe ich gefragt. „Er ist ein Diktator“, hat mein Freund, der eifrige Bibliophile kurz erklärt. „Ist das aus der Schweiz besser zu sehen?“ habe ich gefragt und ich habe auch hinzugefügt, dass Putin nach westlicher Meinung auch ein Diktator sei und dass das hieße, dass er auch auf der Liste stünde….

Über Baschar al-Assad wusste ich, dass er zahlreiche Fehler gemacht hatte: im konfessionellen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich. Er hatte die Erwartungen vieler Sunniten enttäuscht, indem er die Führung in der Krisensituation alawitischen Militärs überließ. Organisationen, in denen zahlreiche Sunniten vertreten waren – zivilgesellschaftliche Parteien, Gewerkschaften – waren mit einem Mal weg vom Fenster. Erstmals in der Geschichte Syriens hatte eine Minderheit das Ruder in der Hand, weil keine Sunniten an der Macht standen. Für Syrien war das eine sehr außergewöhnliche Situation…

Die Busse sind endlich angekommen und haben die ganze Schar nach Giessen gebracht… Ich bin über Frankfurt weiter nach Dresden gefahren.

In Dresden hat meine alte Bekannte, die Künstlerin Carla Weckesser, begonnen, Unterricht für Flüchtlinge zu geben. So was machen mehrere Intellektuellen in der Stadt, auch Studenten. Jeden Montag ist im Kleinen Haus das Montagscafé geöffnet. Damit bietet das Kleine Haus einen Ort der Vernetzung für Flüchtlinge und Einheimische an. Jeder kann vorbeikommen, Kontakte knüpfen und sich engagieren. Und jeden Tag findet ein ähnliches Treffen nicht weit vom Kleinen Haus im Albertinum statt. Das heißt „ABC-Tisch“. Man hatte viele Tische aufgestellt, an denen Ausländer mit einem Einheimischen saßen, der versuchte, ihnen elementares Deutsch beizubringen. Ich als Russe habe dann zwei Jungs auf Englisch die deutsche Sprache beigebracht. Der eine war aus Bangladesh, aus Dhaka, 23 Jahre alt. Das war für mich eine Überraschung, seine Muttersprache war Bengali, und gerade in diesem Jahr ist mein Buch auf Bengali in Kalkutta erschienen! Leider hatte ich dieses Buch „Creativity“ nicht mit. Ich habe damit nicht gerechnet, dass ich in Deutschland jemandem begegne, der Bengali liest! Aber der Junge hat sowieso andere Probleme, die mit Lyrik wenig zu tun haben. Der andere, ein wenig älter, war aus Afghanistan. Er sprach Dari. Ich fügte schnell hinzu, dass auch ein paar meiner Gedichte in Dari übersetzt wurden. Der Afghane zeigte größeres Interesse. Er schriebe auch selbst. Dann sind wir aber schnell zum Eigentlichen gekommen. Wir begannen mit dem ABC. Dazu waren extra Materialien vorbereitet: „Deutsch sprechen und verstehen – ein Angebot für Asylbewerber“. Dazu muss man auch schon Grundkenntnisse in Englisch haben. Für Anfänger war auch alles gezeichnet, mit Beispielen. Ich sollte die Aussprache beibringen, besonders schwer schien der Zischlaut „sch“ zu sein, man musste das mehrere Male wiederholen. Das Tier Yak (Beispiel für den Buchstaben Y) war auch beiden unbekannt. Ansonsten war das Lehrmaterial sehr anschaulich. Die beiden haben alles tüchtig wiederholt. Man konnte spüren, dass sie hier für längere Zeit bleiben und sich nützlich machen wollen. Und ich erinnerte mich an die Zeit von unserer berüchtigten Perestrojka, als wir im Nu mehrere von unseren klugen Köpfen verloren hatten:

Braindrain

Und es strömte das Gehirn aus Rußlands Kopf

breitete sich über die ganze Erde aus wie schwarzes Öl

der Abfluß der Hirnmasse

entlang dem Rückenmark

in Richtung Steißbein

schon gibt es keinen mehr auf das Haupt zu schlagen

der Abfluß der höchsten Nervenaktivität

in Richtung Tropismus und Taxis

der Abfluß der Wolga

in Richtung des Atlantik

der Abfluß der linken Hemisphäre

in Richtung der rechten

wird nicht ausgeglichen durch den Abfluß

der rechten in Richtung der linken

der Abfluß der Erdkugel

in Richtung des Polarkreises

zum Marsch „Der Abschied der Slawin“

der Abfluß der Sonne

irgendwohin jenseits der Grenzen

ihres Sonnensystems

vorbei am russischen

Feuerland

Besonders bedaure ich den Abbruch der Beziehungen zu einigen meiner russendeutschen Kollegen damals… Zusammen mit dem Übersetzer und Dichter Waldemar Weber habe ich im Laufe 70-er 80-r Jahre mehrere Bücher mit aus dem Deutschen übersetzten Gedichten herausgebracht. Jetzt lebt er in Augsburg, wo er seinen eigenen Verlag gegründet hat. Ab den 90-ern waren in Russland fast alle Redaktionen für ausländische Literatur geschlossen. Weber hat hier in Deutschland sein wichtiges Buch geschrieben: über die Geschichte seiner deutschen Familie in Russland, die Verhaftung und Verbannung seines Vaters in der Stalin-Zeit, und wie er selbst „im Geheimen“ gezeugt und zur Welt gekommen war. Ein gutes, dramatisches Buch, das auf Deutsch noch nicht erschienen ist…

Gespräche hatte ich in Dresden genug. Mein alter Bekannter noch aus DDR-Zeiten, Bernd Rump, erzählte mir, warum es im Osten Deutschlands mehr Leute gibt es, die mit der heutigen Politik unzufrieden sind. Sie haben schon seit der Wiedervereinigung zu rosige Träume über die westliche Demokratie gehabt. Bald ist dann die Enttäuschung gekommen. Bernd schreibt jetzt seine Erinnerungen über diese Übergangsperiode. Wir haben auch gelacht, als er mich daran erinnerte, dass gerade hier in Dresden die Karriere des Genossen Putin begonnen hat. Man sagt, dass der Mann im Kreml bei Pegida heute hoch geschätzt wird. Das Russische Haus in Dresden habe ich mehrere Male schon früher besucht. Der ehemalige Direktor vom Haus? Herr Sch., wollte über Pegida nicht diskutieren: er möchte mit diesen „Faschisten“ nichts zu tun haben. Ich habe mit Kristina Pavlovic, der Direktorin des Goethe-Instituts in Dresden, gesprochen: ihr vor zwei Jahren verstorbener Vater, der große serbische Dichter Miodrag Pavlovic, war mein guter Freund gewesen. Als Slawen haben wir auch über die gewisse Naivität der Deutschen gesprochen, besonders in Bezug auf das Verständnis von Russen und Ausländern im Allgemeinen. Das hat aber eine lange Geschichte! Und in Bezug auf die Politik der USA habe ich mich an das Buch von Erich Fried – „und Vietnam und..“ erinnert. Und Irak, und Lybien, und Syrien auch… Ukraina kommt schon nicht in Frage…

Am 12ten abends habe ich einen Vortag im Dresdener Museum gehört. Über die Unzufriedenheit mit der heutigen Politik in Stuttgart. Der Lektor hat erwähnt, das er über die Situation in Dresden weniger gut informiert ist. Ausführliche Information über die Pegida-Bewegung in Dresden hat mir Herr Professor Dr. Patzelt gegeben. Hier ist das Interview mit ihm an der politologischen Fakultät der technischen Universität Dresden:

Warum haben die Bewegungen und Demonstrationen genau in Dresden stattgefunden und wie schätzen Sie die zukünftigen Entwicklungen ein?

Warum genau in Dresden? Da muss man, ich glaube, in drei bis vier Schritten antworten. Erstens ist es ein Phänomen, dass in Ostdeutschland wesentlich stärker ausgeprägt ist als in Westdeutschland. Das hat etwas zu tun mit unterschiedlichen Erfahrungen, mit Zuwanderung, mit Zuwanderungsgesellschaft, hat etwas zu tun mit unterschiedlichen Geboten und Verboten, politisch korrekter Ausdrucks- und Denkweise. Also folglich, es musste eine ostdeutsche Stadt sozusagen sein. Zweitens, Sorge um Einwanderung, dass es zu viel wird und zu schlimm und dass man das nicht integrieren kann, das gilt in Deutschland als eine konservative Obsession. Ein fortschrittlicher Mensch weiß, dass ist überhaupt kein Problem und das bereichert eine Gesellschaft, sie wird dann bunt. Es gilt als eine, und es tatsächlich eine konservative Sorge, dass sich da etwas zum Nachteil verändert. Folglich braucht es eine eher konservative Stadt in Ostdeutschland. Und damit aus so bescheidenden Anfängen wie hier einer Facebook-Gruppe überhaupt so eine relativ große Bewegung wird, braucht es eine Großstadt, eine Kleinstadt oder ein Dorf reicht nicht. Und wenn man so auf die Landkarte guckt, wo es denn in Ostdeutschland eine Großstadt mit konservativer Grundströmung gibt, da gibt es nichts anderes als Dresden. Und es kommt dann noch viertens hinzu, dass PEGIDA ganz wesentlich deswegen so groß geworden ist, weil die Gegenreaktionen sehr heftig gewesen sind. Und die Heftigkeit der Gegenreaktionen hat wiederum zwei Ursachen. Die eine Ursache ist, dass in Dresden das Gedenken an den 13. Februar, die Zerstörung der Stadt, sehr lange Zeit von den Rechtsradikalen besetzt gewesen ist, weil sich sozusagen die bürgerliche Gesellschaft nicht so richtig darum gekümmert hat. Dafür gibt es verschiedene Gründe und so entstand ein sehr intensives Anti-Rechts-Netzwerk, weil eben dieser 13. Februar von den Rechtsradikalen zurückerobert werden musste. Und dieses ??? (2:25) und mit verlässlicher Sensibilität auf alles, was nach rechts aussieht und natürlich geriet PEGIDA sofort ins Visier. Freilich sind bei PEGIDA eben nicht nur Rechtsradikale und Rechtsextremisten dabei, sondern auch viele normale, sodass die Reaktion „Das sind lauter Rechtsextremisten und die müssen ausgegrenzt werden.“ viele Falsche traf, die sich ungerecht behandelt empfanden und sagten „Freunde, wir zeigen euch, dass wir keine Rechtsradikalen sind, sondern ganz normale, indem wir unsere Familien, unsere Freunde und Bekannten mitnehmen.“ Also dieses Anti-Rechts-Netzwerk, das aus guten Gründen in Dresden da ist und für die Stadt auch wirklich Gutes geleistet hat, ist einer der Gründe. Und der andere Grund, warum die Gegenreaktion PEGIDA so groß gemacht hat ist, dass die Dresdner ihre Stadt für den Nabel der Welt halten und jeder Dresdner Konflikt gilt als ein Konflikt, der ganz Deutschland interessiert. Dresden muss seine Konflikte über die nationalen Medien verbreiten, sei das der Bau der Waldschlösschen-Brücke oder sonst was ist und natürlich musste der Kampf gegen PEGIDA in Dresden über die nationalen Medien gemacht werden und folglich war dann schnell die Aussage da: „In Dresden marschieren wieder einmal die Rechtsextremisten.“, wie beim 13. Februar und das hatte bundesweites Aufsehen und bis hin zur Bundeskanzlerin bei ihrer Neujahrsansprache wurde das thematisiert, dass man da nicht teilnehmen soll, was natürlich die Leute erst recht dazu getrieben hat.

Und welche Figuren sind hier gerade in dieser Bewegung von Bedeutung und leiten die PEGIDA?

Bei PEGIDA ist es der Gründer Bachmann, der tatkräftiger und durchhaltefähiger und zäher Organisator ist, der im Lauf der Zeit auch durchaus volkstributenartige Fähigkeiten entwickelt hat. Er spricht, er ist kein großer Redner, aber er spricht so, dass ihm die Leute durchaus gerne zuhören und er hat so eine interessante Mischung aus Aufwieglerischem und Bedächtigem und Wiedereinfangendem. Also wenn jemand so völlig danebenliegt und sich gerade blamiert oder ganz polemisch redet, pflegt er dann oft zu sagen: „Ja das war jetzt ganz großes Kino“ und dann ist das ein bisschen eingefangen. Also er ist da nicht zu unterschätzen und außerdem hat er ganz offenkundig Lust an seiner Rolle gefunden. Das ist sein Werk und da steht er an der Spitze und da baut er sich wahrscheinlich jeden Montag auch innerlich ganz gewaltig auf. Die zweite wichtige Figur, seit dem Sommer dabei, ist da die ehemalige AfD-Politikerin namens Tatjana Festerling, die von der AfD hier auch als OB-Kandidatin aufgestellt wurde, die hat durchaus rhetorisches Talent. Also die hat so einen Tonfall, der einerseits etwas weiches und etwas bezirzendes hat, andernteils auch etwas aufhetzerisches und es ist ganz eigenartig ihr zuzuhören. Sogar Ungeheuerlichkeiten kann sie in einer nach gerade mütterlichen Weise sagen, aber mütterlich in dem Sinn, dass dem Kind gesagt wird „Du pass auf, diese Nachbarsbuben, die sind wirklich ganz schlimm, da musst du jetzt was dagegen tun, damit wir noch in unserer Nachbarschaft ein gutes Verhältnis haben.“ Also, sie macht das nicht ungeschickt. Ja und dann gibt’s noch den Sigfried Däbritz, der ist von Anfang an mit dabei, der trägt so einen roten Bart, kahlen Kopf, früher immer eine Pudelmütze auf, der häufig oder eher oft redet, aber im Hintergrund einer der wichtigen Organisatoren ist. Das sind für meinen Geschmack die zweieinhalb wirklich zentralen Figuren, wobei ich mich mit den Innereien des Organisatoren-Teams nie so wirklich intensiv befasst habe, weil für mich immer einesteils die Demonstranten selbst und die Reaktionen auf PEGIDA interessanter waren, als die Leute, die das organisieren.

Aber welche Aussichten und Tendenzen gibt es, dass PEGIDA eine Partei werden könnte?

Das ist eine einfach formulierte und sehr schwer zu beantwortende Frage. Einerseits ist es so, dass die PEGIDA-Teilnehmer zu einem nennenswerten Teil früher gar nicht gewählt haben oder CDU gewählt haben, wenige auch Linkspartei, aber meistens Nichtwähler oder so Mitte bis Mitte-Rechts, die sich von der CSU heimatlos gemacht empfinden wegen der Einwanderungspolitik und so weiter und noch im Sommer gaben sie an, dass sie überwiegend AfD wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre. Ein kleiner Teil sagt ja auch er würde NPD wählen, der Teil ist zwischen Januar und Mai durchaus gewachsen, aber nicht sonderlich stark. Also eigentlich ist die AfD die Partei von PEGIDA und es versuchte im Januar auch die sächsische AfD-Führung mit PEGIDA ins Geschäft zu kommen, aber die AfD-Führung tat es in der Haltung, diesen dummen PEGIDA-Organisatoren bieten wir eine politische Heimat und die machen für uns sozusagen Demonstrationen und wir führen die am langen Zügel. Die Rechnung haben die ohne den Bachmann gemacht. Der Bachmann wollte sich da nicht vereinnahmen lassen. Und so ist daraus nichts geworden und im Oberbürgermeisterwahlkampf hatte die AfD einen Kandidaten und PEGIDA auch, da war man sozusagen politische Konkurrenz. Und so ist es mit der AfD, die ja eigentlich die nächstliegende Partei wäre, eine naja, nicht richtig ausgegangene Sache. Viele von den PEGIDA-Leuten wären AfD-Wähler, wenn jetzt demnächst Wahlen wären. Aber PEGIDA ist kein Anhängsel der AfD und umgekehrt. Die PEGEDIANER, allen voran der Bachmann, reden immer wieder davon selbst eine Partei werden zu wollen und ich glaube letzten Montag ist auch angekündigt worden und würde sich an den nächsten Wahlen beteiligen. Wodurch man ja den Status einer Partei erwirbt. Aber da machen die sich ziemlich Illusionen darüber, welcher gigantischen Unterschied dazwischen liegt zur periodischen eine Demonstration und eine Partei zu machen, denn die müsste ja rechter als die AfD sein, wenn sie bei den PEGIDIANERN gut anschlagen sollte und einen Platz finden sollte. Und dann kommen noch so viele Spinner, Sektierer, Rechtsradikale, krypto und echte Nazis dazu, dass das schnell politisch erledigt ist. Also wir haben bislang keine Ahnung, das Einzige was wir sicher wissen ist, solange die Einwanderung ungebremst weitergeht wird PEGIDA immer mehr Benzin in den Tank bekommen.

Und im Allgemeinen mit dieser Einwanderung, bei uns in Russland gibt es verschiedene Aussagen sogar von der Seite unserer Islamspezialisten, kurz gesagt sogar sie prophezeien jetzt tatsächlich den Untergang des Abendlandes. In wie weit kann man das mit Recht behaupten?

Nachdem ja auch das Römische Reich in einer Frist von 500 Jahren zwischen der Eroberung des weströmischen und oströmischen Reiches untergegangen ist, wäre es ein Wunder, wenn das Abendland nicht auch eines Tages untergehen würde, aber ich erwarte diesen Tag nicht fürs nächste Jahr, in einer Frist von ein paar Jahrhunderten. Der harte Hintergrund ist der, dass wir durchaus einen erheblichen Bevölkerungsumbau im Raum der Europäischen Union haben. Durch die geringen Geburtenzahlen überaltert die Bevölkerung hier und durch die große Einwanderung die ja in Deutschland nach dem Willen der Regierung und der meisten der politischen Parteien eine unbegrenzte sein soll, verändert sich die Bevölkerung natürlich sozusagen mit großer Langfristwirkung. Es gibt dann die Hoffnung, dass die Einwanderer irgendwann eine genauso niedrige Geburtenzahl hätten wie die Deutschen, sodass sich die Veränderung des Bevölkerungsaufbaus in Grenzen hielte, die tritt bislang nicht ein. Wie es dann in 10 oder 15 Jahren sein wird, da gibt es im Moment bloß Befürchtungen. Also, das wäre ein gigantisches Experiment. Überhaupt in Westeuropa und in Deutschlands ganz besonders, ein Experiment ungewissen Ausgangs und im schlimmsten Falls eines nicht wirklich guten Ausgangs, das ist schon wahr. Infolge dessen empören sich viele über die Sorglosigkeitm mit der unsere Regierung unser Land genau auf diesen Kurs gebracht hat. Also es kann ziemlich viel gut gehen, bei vielem guten Willen auf allen Seiten, aber es gibt eben keine Garantie. Normalerweise kann man sagen, wenn Deutsche eine Maschine bauen, die funktioniert dann schon – und sei es mit gefälschten Abgaswerten –; selbst wenn wir eine Wiedervereinigung machen, kann man mit einer gewissen Zuversicht sagen, es wird schon funktionieren. Aber diese Politik, da kann man nicht mit Zuversicht sagen, es wird auf alle Fälle funktionieren. Es kann funktionieren, aber es ist wackelig.

Zurück zu der Quelle, der Ursache der Ereignisse: Ich habe auch gehört, dass in Deutschland viele den Russen die Schuld geben, da sie mit ihrem Syrieneinsatz die ganze Situation beschleunigt haben und niemand sagt offen, dass doch eigentlich die Amerikaner als erstes begonnen haben, sich in syrien einzumischen, ohne die anderen Länder in Europa zu fragen.

Also das ist jetzt nach politischen Lagern zu sortieren. Bei den Pegidaleuten geht das Argument im Wesentlichen wie folgt. Ich überzeichne jetzt das Argument und füge noch die bei manchen Pegidaleuten beliebte Verschwörungstheorie hinzu. Im Hintergrund steht, dass die Amerikaner kein starkes Europa wollen, weil das die amerikanische Weltdominanz behinderte.

Bei uns ist das auch verbreitet.

Ja,ja. An der Stelle nehmen sich Pegidianer und russische Geopolitiker nicht allzu viel. Also das Argument geht wir folgt weiter: Die Amerikaner wollen Europa nicht stark werden lassen. Das machen die auf verschiedenen Wegen: Über TTip soll Europa auf Dauer gefesselt werden und der andere Weg ist, dass man sehr, sehr viele Flüchtlinge nach Europa leitet, um die europäischen Sozialsysteme zu unterminieren und um Europa in Zwistigkeiten zwischen den EU-Staaten zu treiben. Wie machen das die Amerikaner? – Indem sie funktionierende Staaten zerbomben. Afghanistan, Irak und Syrien und so weiter und Lybien. Und warum können die Amerikaner das machen? –Weil sie kein Gegengewicht haben. Wer könnte das Gegengewicht sein? – Die Russen. Aha, und warum können die Russen nicht als Gegengewicht agieren? – Ja weil die Amerikaner, um genau das zu verhindern, die Europäer in einen Konflikt mit Russland hetzen, nämlich in der Ukraine. Also dann ist der Masterplan der: Amerika will Europa klein halten, deswegen schickt es Flüchtlinge nach Europa, was dadurch geht, dass der Amerikaner Staaten im mittleren Osten kaputt bombt und sich machen das solange es kein Gegengewicht gibt und man hetzt gleichzeitig die Europäer gegen das einzige mögliche Gegengewicht Russland auf. Deswegen haben die Amerikaner die ???-Ereignisse über Ihren Geheimdienst herbeigeführt haben. Das ist eine unter den Pegidaleute durchaus weitverbreitete und geglaubte Theorie. Vor dem Hintergrund ist das jetzige russische Eingreifen in Syrien etwas Willkommenes. Die Russen verbinden sich mit der legitimen Regierung Syriens, bekämpfen den islamischen Staat und tun etwas Konstruktives. Die Amerikaner machen es nur destruktiv, weil sie Regierungen kaputt machen wollen, die Russen machen es konstruktiv. Das heißt, seitens der meisten Pegidaleute gibt es wenig Kritik an der russischen Intervention, seitens der Linken, die das Argument, dass der Amerikaner alles und jeden zerbomben, auch teilen aber in einen anderen Zusammenhang stellen – das ist dann der amerikanische Militarismus und Imperialismus und die Amerikaner sind zu blöd für eine vernünftige Außenpolitik und arrogant und ignorant – da ist die russische Intervention sozusagen ein zusätzlicher Krieg, der hinzugefügt wird. Die russische Intervention ist für die Linken also genauso falsch wie die amerikanische, weil die irgendwie glauben, das sich die Sachen ganz ohne militärische Intervention zum Besseren entwickeln würden. Was ja auch nicht ganz stimmt. Und so merken Sie wie ganz fatal und durchwachsen die ganze Gesprächs- oder Diskussionslage ist.

Ich habe oft von syrischen Flüchtlingen gehört, dass das Leben unter Assad nicht ganz schlecht war, während ich von meinen Kollegen in Ost und West oft höre: Ja er ist ein Diktator und als ein solcher muss er auch beseitigt werden. Und dann sag ich aber: Ja, unser Putin ist auch ein Diktator.

Also Putin hat bei den Pegidianern eine außerordentlich gute Presse. „Putin hilf!“ Es gibt ja im katholischen Prozessionen, da steht drauf „Maria Hilf“. Und bei Pegida gibt es Plakate mit „Putin hilf!“

Na gut, dann teilen wir diese Hoffnung mit.

Und jetzt noch meine Eindrucke in dieser Zeit.

Die Zeitschrift « Stern » schreibt:

« Wenige Tage nachdem eine russischer Passagiermaschine in Ägypten abgestürzt war, löste « Charlie Hebdo » mit zwei Karikaturen einen entsetzten Aufschrei aus. Nun legt die Satirezeitschrift sogar noch nach.  In der neuesten Ausgabe veröffentlichte « Charlie Hebdo » eine Karikatur, die den Absturz des Airbus 321 in einen pornographischen Kontext rückt. Die Zeichnung zeigt ein Flugzeug, dessen Heck auffällig einer spezifischen Körperöffnung gleicht, und eine Rakete, die hineinfliegt. « Absturz über dem Sinai – Hier endlich das Sextape », lautet die Überschrift dazu.
Anzeige:
Mit der Karikatur löst « Charlie Hebdo » erneut eine breite Welle der Empörung vor allem in der russischen Öffentlichkeit aus. » Also: » vor allem in der russischen Öffentlichkeit ». Westliche  Öffentlichkeit spart eigene Mitgefühle.

Am 12. November habe ich in Zeitungen gelesen: Kriminalität unter den Flüchtlingen ist nicht höher als unter den Einheimischen/
Am 13. November… Attentat in Paris. Über 150 Tote, auch Deutsche… Totale Panik in ganz Europa.

Am 31. Oktober ist das russische Flugzeug über die Sinai-Wüste abgestürzt. Das war auch ein Attentat. Mehr als 120 Russen, Weissrussen und Ukrainer wurden umgebracht. Auf dem ukrainischen Facebook waren Aussagen in Jubelton zu lesen. Die satirische Zeitschrift « Charli Chebo » hat zwei Karikaturen aufgrund dieser tragischen Ereignisse veröffentlicht. Es folgten offizielle Proteste von der russischen Seite. Die regierenden Franzosen haben höflich geantwortet, dass man in einem freien demokratischen Land die freie Meinung von Journalisten nicht beeinflussen kann. Lachen (auch auf tote Kinder im Flugzeug und tote Flüchtlingskinder!) darf man nicht verbieten!
Also; dazu mein « Lachen », übersetzt von Kay Borowski:

Ich lache
über mich
weil ich höre
wie man
über uns lacht

Man lacht über uns
weil man sieht
worüber
wir lachen

Am traurigsten ist
wer als letzter
lachen will

Lächerlich
so lange
zu warten

Am 13. November – das schreckliche Attentat in Paris. Die ganze Welt trauert. Die Politiker reden über die demokratischen Werte, die sie nie aufgeben.  Die Zeitschrift « Charli Hebo » hat darauf noch nicht reagiert.

Lemminge

Lemminge rasen vom Leben zum Tode
weil das Leben so groß ist
dass Lemminge es nicht fassen können
Um das Leben zu fassen
vermehren sie sich schneller als das Leben selbst
Sie verwandeln sich in eine Masse
für die leben durch Attraktion ersetzt ist
Sie rasen ins Meer als wäre es Attraktion

Lemminge fliehen aus Angst vor der Gleichartigkeit
Sie werden verrückt weil sie sich
von ihresgleichen nicht unterscheiden
Sie rennen in Richtung der Attraktion
um ihr wahres Gesicht
im Meer gespiegelt zu finden

Lemminge rennen aus Furcht voreinander
Die Furcht verstärkt sich dadurch
das sie nicht Kopfrechnen können
Für die Liebe reichen zwei
Zu dritt geht es nicht
Drei bilden ein Kollegium
Die böse Sieben erscheint:
Lauter Dutzenmenschen. (Dutzendmenschen?)
Schon ist man auf hundert
Die Menge der Grossen Zahlen
macht die Eins zunichte
Die Menge der Grossen Zahlen
jagt die Lemminge in die
aktuelle Unendlichkeit des Meeres

Lemminge rennen als wären sie
schon Menschen

Man könnte eine Menge Lemminge vielleicht auch wie folgt beschreiben: « Wir sind Charli ». Wohin wird dann Europa fliehen? Und noch und wieder entsteht die Frage:

Ihr mächtigen dieses augenblicks –

um wieviel jarhunderts

bestehlt ihr die welt?

Ihr mächtigen dieses augenblicks –

wieviel jahre sind euch geschenkt

weiter mit falschen worten zu spielen –

nicht zum spass

sondern um geld und gas

um das gewissen

um lebendige menschen?

 

…Fm Samstag den 21.11. der Parteivorsitzende der CSU hat erwähnt: „unser Problem auf diesem Pulverfass ohne Russland wir nicht lösen können…“

 

 

 

 

 

 

 

 

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 KURZ VITA

 

geb. 1939 in Novosibirsk. Mitglied des Russischen und des Serbischen Schriftstellerverbände, Mitglied des russischen PEN. Freischaffend. Lebt in Moskau.

Bücher In Deutschland (Auswahl):

“Ein nüchternes Echo”, Gedichte und Prosa, LCB-Editionen, 1985,

“Wie man eine Giraffe wird », Gedichte, , Alkyon Verlag, 4.Auflage 2002;

« Eisenzeitlupe« , Gedichte, Alkyon Verlag, 1996, Platz 1 in der SWF-Bestenliste (1997);

« Der Schuh des Empedokles », Roman, Alkyon Verlag, 2.Auflage 1999;

Zeitfernrohr”, Gedichte, Russisch und Deutsch, Alkyon Verlag, September 2003, Platz 1 in der SWR-Bestenliste (November 2003).

  Mitlesebuch 96, Aphaia Verlag, Berlin, 2006. 2012; 

DER BÄR TANZT“, Gedichte, Russisch – Deutsch; Pop-Verlag, Ludwigsburg, 2010.

‚Ihre Tierische Majestät“, Roman, Pop-Verlag 2011.

“Verboten”, Gedichte, Pop-Verlag 2012.

„Wilder Westen“, Gedichte, Pop-Verlag, 2013.

“Hard Rock”, Gedichte, Pop-Verlag, 2014.

Übersetzungen aus dem Deutschen (Auswahl):

R.M.Rilke, « Ausgewählte Gedichte », (Übersetzungen), Moskau, Verlag “Raduga”, Deutsch-Russisch, 1998, 1999, 2000, 2003 (4. erweiterte Auflage);

„Ausländische Lyrik in der Übersetzung von Wjatscheslaw Kuprijanow“, Deutsch – Russisch, Raduga, 2009; 62 deutsche Dichter von Goethe bis G.Grass.

 

 

“Kuprijanow scheint mir einer der Dichter zu sein, deren Bewusstsein schon von der Geozentrik zur Kosmosweite übergegangen ist. Das gibt seinen Gedichten die grosse Perspektive…”

 

Helmut Gollwitzer, Vorwort für “Das Wagnis des Vertrauens”, 1987

 

“Mythos, Natur, Spuren wiedergespiegelter und erlebter Geschichte sind Elemente, aus denen der russische Dichter Wjatscheslaw Kuprijanow seine Verse zusammenfügt. Dazu kommt ein Stücken Surrealismus und viel Satire.”

 

Elisabeth Endres, “Süddeutsche Zeitung”, 12.03.1997

 

Am 28. November um 19.30

Wjatscheslaw Kuprijanow liest auf Deutsch aus seiner letzten Büchern und erzäehlt über das Leben in Russland inter Sanktionen.

Alkyon 2003 (Im Nov. 2003 auf Platz der SWR-Bestenliste).

 

Weitere Werke:

In England: « In Anyones Tongue », dual text: russian/english, Forest Books, London & Boston,1992.

In Polen: « Króg Zicja », Krakow, 1986;

In Bulgarien: « Das unerlaubte Wunder », Sofia, 1987; „Oase der Zeit »; Russe, 2000.

In Jugoslawien: « Gesangstunde » (« Cas pewanja »), 1987, « Bericht über einen Engel », Bibliothek des Europäischen Literaturpreises, 1988;

In den Niederlanden: « Die Fühler der Erde », Leiden, 1988;

In Sri Lanka: « Moderne Gedichte », Colombo, 1988;

In Mazedonien: « Gesang-und-Denkstunde », Struga, 1999.

 

Preise:

„Mazedonisches Dichterzepter », 1999;

Wladimir-Sokolow-Lyrikpreis, Moskau, 2002;

 

Übersetzungen:

Erich Fried, Ausgewählte Gedichte, Moskau 1986.
R.M.Rilke, « Gedichte », Moskau, Deutsch-Russisch, 1998, 1999, 2000 (3 Auflagen).

Im Internet:
http//www.jbeilharz.de/poetas/kuprijanow/poetry.html

 

Stimmen zum Autor:

« Das ist Poesie, nicht nur die Gedichte »

Dmitrij S. Lichatschew, 1981
(Russische Akademie der Wissenschaften)

« Kuprijanows Gedichte – ein nüchternes Echo auf das lyri-sche Seufzen der Epoche »

W.Lipnjewitsch,
Schriftsteller, 1983
« Kuprijanow scheint mir einer der Dichter zu sein, deren Bewusstsein schon von der Geozentrik zur Kosmosweite übergegangen ist »

Helmut Gollwitzer,1987

« Wjatscheslaw Kuprijanow gehört zu jenen Dichtern unserer Zeit, in dessen Werk uns Analyse und Romantik, Belehrung und Humor, Utopie und Satire, Glaube und Verstand, Natio-nales und Übernationales in einer untrennbaren Einheit gegenübertreten. Es ist Gedanke des Herzens und das Herz-stück des Gedankens… »

Irana Rusta, 1990
(in « Aufforderung zum Flug »)

« Wjatscheslaw Kuprijanow kostet die Schönheiten der deutschen Sprache aus, vesinkt mit zurückhaltender Leidenschaft in ihren spielerischen Angeboten, reizt sie in subtiler Zurückhaltung bis zu ihrem Extremen aus »

« Rheinpfalz », 21.03.1992

« Kuprijanow ist ein Autor der leisen, aber feinen Ironie. Mit sprühendem Witz und metaphorischen Wortspielen seziert der in Nowosibirsk geborene Dichter die Wunschfiguren und Schreckenbilder unserer Zeit. »

Jean Gutschalk,
13.06.95, Bad Homburg

« Mythos, Natur, Spuren widergespiegelter und erlebter Geschichte sind Elemente, aus denen der russische Dichter Wjatscheslaw Kuprijanow seine Verse zusammenfügt. Dazu kommt ein Stückchen Surrealismus und viel Satire. »

Elisabeth Endres,
« SüddeutscheZeitung », 12.03.1997

« Kuprijanow pflegt das Genre der ‘Anti-Utopie’ wie kein anderer zeitgenössischer russischer Autor ».

Veronika Wengert,
(Moskauer Deutsche Zeitung, Jan. 2002)

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