Salima Salih

 

(Irak / Deutschland)

 

 

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WUNDE

 

 

BAUM DER VERGEBUNG

Mein Vater sagte, während er die Wanduhr, die er vor sich auf den Tisch gelegt hatte, reinigte:
„Reiche mir den Schraubendreher.“
Ich tat es.
Er sprach weiter, ohne seinen Blick auf mich zu richten:
„Hör dir diese Geschichte an:“
Er begann, ohne weitere Erklärung, zu erzählen:
„Es war ein Mann, der viele Sünden begangen hatte“
Meine Mutter, die in der Ecke saß und strickte, sagte:
„Das ist keine Geschichte, die man Kindern erzählt.“
Ich saß meinem Vater gegenüber und beobachtete ihn bei seiner Arbeit. Er erzählte mir oft Geschichten, die manchmal ein Abenteuer, immer aber eine Weisheit enthielten. Mein Vater fuhr fort:
„Der Mann hatte viele Diebstähle begangen und Überfälle verübt. Er war auch ein Mörder und Ketzer.“
Meine Mutter sprach mich an:
„Ahmed, geh und bring mir aus dem Kleiderschrank ein Wollknäuel »
Ich stand auf, rannte ins andere Zimmer und dachte dabei: Wenn ich nicht schnell genug zurückkomme, ändert mein Vater vielleicht seine Meinung und erzählt mir die Geschichte nicht mehr. Ich brachte meiner Mutter die Wolle und setzte mich auf meinen Platz. Mein Vater erzählte weiter:
„Eines Tages bereute der Mann seine Taten und entschloss sich zu büßen. Seine Sünden waren aber so groß, dass die Absicht allein nicht genügte. Der Mann überlegte, dass er vielleicht seine Sünden sühnen könne. Er wusste jedoch nicht wie. Deshalb ging er zu einem frommen alten Mann, der für seine Weisheit bekannt war, um seinen Rat zu hören. Er fragte, was er machen und wie er wissen solle, ob Gott ihm vergeben hat. Der Weise sagte:
´Geh und stecke deinen Stock in die Erde. Wenn der Stock eines Tages blühen sollte, so heißt das, dass dir vergeben wurde´.“
Meine Mutter sagte etwas, was ich nicht verstehen konnte. Sie war aus irgendeinem Grund wütend. Dann sprach sie mich an:
„Ahmed, geh und bring mir noch ein Wollknäuel!“
Ich stand auf und sprang mit zwei Schritten durch die Nische, brachte die Wolle vom anderen Zimmer und nahm meinen Platz wieder ein. Mein Vater sprach, als ob er nicht unterbrochen worden wäre, weiter:
„Der Mann ging am Abend aus dem Haus. Er ging durch die Straßen, seinen Stock in der Hand, und richtete seinen Weg zum Stadtrand. Die Reue hatte sein Herz erleichtert, bis auf die ungeklärte Trauer, die durch die Angst, dass er nicht begnadigt werden würde, hervorgerufen wurde. Er ließ die Häuser hinter sich und ging durch die Felder bis er zu einer grünen Wiese kam, die sich unendlich ausbreitete. Er dachte: ´Das ist der richtige Ort´. Er steckte seinen Stock bis zur Mitte in die Erde und setzte sich nicht weit davon hin. Er blickte in seine Vergangenheit zurück. Alles war schon lange her. Dabei schlief er ein. Als er aufwachte, sah er den Stock unverändert an seinem Platz. Er tröstete sich: ´Ein lebendiger Baum blüht auch nicht so schnell. Es hat keinen Zweck hier zu warten´. Der Mann kehrte nach Hause zurück und wartete eine Woche, in der er an nichts anderes denken konnte, als an seinen Stock. Er träumte, dass er blüht und zu einem grünen Bäumchen wird. Nach acht Tagen kam er wieder zum Ort zurück, fand aber den Stock immer noch unverändert an seinem Platz wieder. Er war traurig, gab aber die Hoffnung nicht auf. Er nahm sich vor noch länger zu warten. Nach einem Monat kehrte er wieder an den Ort, an dem er seinen Stock gelassen hatte, zurück. Aber nichts hatte sich verändert. Er sah den Stock, bis zur Mitte in die Erde eingegraben, trocken und tot. In seiner Enttäuschung und Verzweiflung ging er ohne Ziel den Weg entlang.
Er ging stundenlang bis er müde war. Bei Sonnenuntergang näherte er sich einem Friedhof, wo einige voneinander entfernte Gräber vom Boden gehoben waren. Gartenraute wuchs um sie herum. In einer Ecke des Friedhofs breitete n einige Weiden ihre Zweige aus. Er saß dort und erholte sich. Kaum war eine stunde vergangen, sah er eine Schar von Männern. Sie trugen einen Sarg und gingen zu einem nicht weit von ihm entfernten Platz des Friedhofs. Sie begruben den Toten und kehrten zurück.“
Meine Mutter sagte:
„Ahmed, komm und bring die Wolle zurück.“
Ich stand auf, nahm die Wolle, lief zum anderen Zimmer und fragte mich dabei: ´Was wird aus dem Mann und seinem Stock´?
Als ich zurück kam erzählte mein Vater weiter:
„Es wurde dunkel. Der Friedhof war in der Stille versunken. Der Mann nahm sich vor, aufzustehen und nach Hause zurückzugehen. In diesem Moment sah er aber die Gestalt eines Mannes, der zum gerade geschlossenen Grab ging.“
Meine Mutter sagte:
„Ahmed, bring mir bitte Nadel und Faden! »
Ich lief zum anderen Zimmer und brachte ihr eine Nadel und einen Faden. Als ich das Zimmer betrat hörte ich meine Mutter, wie sie meinen Vater mit unterdrückter Wut ansprach. Sie unterbrach aber ihren Satz, als sie mich sah. Ich nahm meinen Platz meinem Vater gegenüber ein und fragte ihn:
„Und was geschah dann? »
Mein Vater erzählte, wie der fremde Mann zum Grab ging und den Toten wieder ausgrub, wie er die Leiche nahm und sie ansprach, sie habe ihm in ihrem Leben Widerstand geleistet, jetzt könne sie aber keinen mehr leisten, und er begehre sie immer noch.
Er erzählte wie der Mann darüber schockiert war und ihn angriff, von einem Kampf zwischen den beiden Männern, bei dem der Fremde getötet wurde, und von der Verzweiflung des Mannes, der sich schweren Herzens auf den Rückweg begab.
„Der Mann », sagte mein Vater, „kam an den Ort, wo er den Stock gelassen hatte, ohne an ihn zu denken. Plötzlich stand er atemlos da; der Stock blühte. Er traute seinen Augen nicht und kam näher:
„Das ist doch mein Stock. Er blüht wahrhaftig.“ Ihn beschäftigte jedoch die Frage, ob Gott ihm vergeben habe, obwohl er gerade einen Mann getötet hatte.
Er machte sich auf den Weg in die Stadt, ging zum Weisen und erzählte ihm, was er auf dem Friedhof erlebt hatte und wie der Stock blühte. Der Weise sagte ihm: „Du hast eine gute Tat vollbracht, ohne es zu wissen. Damit hast du dir die Gnade Gottes verdient.“
Meine Mutter seufzte laut, sammelte die Wollknäuel und die Stricknadeln ein und erhob sich. Sie war mit ihrer Arbeit fertig.
Mein Vater sagte mir:
„Drück mit dem Finger auf den Uhrzeiger.“
Ich tat es, während er mit dem Zeigefinger den anderen Uhrzeiger drehte. Als er die Zwölf erreichte, zögerte er ein wenig. Die Uhr schlug fünf Mal.

 

 

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GESICHT I

 

 

ORIGINAL : ARABISCH

SALIMA SAIB

 

يقول علي:

اتصل بي أخي هذا الصباح، قال: إنك في برلين منذ سنة، فماذا فعلت؟

أي نجاح يمكن أن يحققه وهو في سجن إقامته المشروطة، عليه أن يذهب إلى المدرسة مع الأطفال،

أن يعود قبل العاشرة مساء إلى البيت، وأن يستحصل بطاقة المواصلات المخفضة من مكتب الشؤون

الاجتماعية وأن يتعلم النطق: Gestaten Sie bitte, Darf ich durch, Rindfleisch, kein Schweinefleisch

في مطابخ المساكن العامة أو في الشقق الصغيرة الباردة، يحاولون تحضير ما كانت قد أعدته

أمهاتهن من أطعمة، يفرطون في إضافة الثوم أو ينسون الملح، لن ينجحوا أبدا في تحضير تلك

المذاقات التي عرفوها في طفولتهم.

ينامون حتى الظهيرة ويأتون إلى درس اللغة الألمانية متأخرين، لأنهم تسامروا، تناقشوا حول

أسباب استمرار الحرب الأهلية في لبنان ولم يوافقوا على رأي عماد بأن الحرية قد تكون خطرة في بعض

الأحيان، واختصموا حتى الثانية بعد منتصف الليل، لأنهم لا يستطيعون أن يناموا حيث لا ترعى نومهم

أدعية الأمهات.

في الرسائل يذهبون إلى الجامعات ويحصلون على أفضل النتائج، أو يعملون في شركات تجارية كبيرة،

يربحون الكثير من المال ويسكنون في بيوت تحيطها الحدائق، يتزوجون إبنة مدير الشركة،

ويعززون موقعهم في العمل، لكنهم يضعون أنفسهم موضع اللوم » لماذا لا ترسلون إلينا بعض

المال؟ » ويكون عليهم أن يزدادوا حرصا في نفقاتهم ليوفروا بعض المال، ليرسلوا الدفعة الأولى إلى

أمهاتهم، لأنهن يحتجن إلى هذه النقود، أو لأنهن يردن أن يعرفن أن أبناءهن لم يخفقوا، من

أجل هذه الإشارة يعيشون على الكفاف، ويعملون

بأجر قليل. أم هل ينبغي عليهم أن يكتبوا لأمهاتهم أنهم لم يحصلوا بعد على الإقامة التي تسمح لهم بالعمل؟

مكلفا بالخدمة المدنية تعرف نور الدين عليهم في المسكن العام، رووا له قصصا عن الطرق

التي سلكوها، عن الاستجوابات، عن قانون الأجانب وأنواع الإقامات. سألوه عما جاء به، لم

يعرف جوابا. كان هنا دائما. كان هنا رضيعا، طفلا صغيرا، وكان هنا يافعا، بدا له كل شيء طبيعيا. لعب

الأطفال معه في الروضة، دعوه إلى بيوتهم، واحتفلوا معا بعيد ميلاده. تعلموا

اسمه دون مشقة، ولم تدهشهم بشرته السمراء. وتباروا معه حين تلونت جلودهم واحترقت بشمس

صيف الشواطيء.

كان هنا حين انتزع منه طفل لعبته في غرفة الانتظار في عيادة الطبيب، وقف عاجزا، لا يجد

الكلمة، يطلب مني العون، في الثانية ولم يتعلم بعد كلمة « لي »، كان كل شيء لنا، له. رفض

أن يُعطى مصروفا للجيب، « ما عساني أصنع بمصروف الجيب! ». « ليتعلموا تصريف أمورهم »، تقول

الجارة، « ليتعلموا أن يكتفوا بما لديهم. » يعرف نور الدين أنه لا يحتاج إلى نقود،

لأنه يحصل على ما يريد. ثم يكتشف ذات يوم أن هذه الـ « لنا » لا تكفيه، أن « لي » تصبح أكثر وضوحا وأكثرإلحاحا. يطالب

بمصروف الجيب، ويدخر ما يعطى له، يمول رحلاته مع الأصدقاء والسيجاير التي يدخنها سرا، ويستبدل الحصالة بخزانة لها قفل.

تجاوز نور الدين سن الرضاعة وبلغ سن الفطام، سن قطع حبل السرة، سن السيكارة الأولى، والقبلة

الأولى.

نور الدين لا يأكل الطعام الذي أطبخه، يشتري أطعمة جاهزة ل

ا تحتاج إلا إلى التسخين، ويرفض أن يقول أين سيذهب في المساء، أصبحت أسماء الأصدقاء سرا، مكان ملعب الكرة سرا والمواد

المدرسية التي يفضلها. تتكاثر الأسرار، ويشعر بالرضا وهو يقرأ الفضول والقلق في عيني.

يقرأ هيرمان هيسه وكارل كراوز، ولا يجد اللغة التي يحدثني بها. يغير أصدقاءه مرة أخرى،

ويعزف على الغيتارة أغنية « العمل شيء نتن ».

 

 

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GESICHT II

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