Norbert Mayer

 

 

(Österreich/Autriche/Austria)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
alls körig

everything okay

 

 

as gaut dor buur ga dinko

farmers-best-green-horns-beans

 

a huon ischt a huon

und am huon und am huon

seyt ma scho höonor

 

please – touch the screen

 

fuottor ischt fuottor

und fuottor git milk

und milk git käs

und käs git reas

 

please – ask the queen

 

a kuo ischt a kuo

und i geob koa ruoh

wau ischt ma dahoam

 

please – eat the green

 

dinas – kunnt üs döt nüd ije

meor neand liobor andors züg

 

please – touch the screen

 

und war-ane fehrt der zug

 

please – catch the hound

please – see the ground

please – hear the sound

 

kinn i nüd – wooß i nüd – man i nüd – kan i nüd

wooß i nüd – kinn i nüd – kan i nüd – man i nüd

 

please – touch your head

please – taste the bread

it isn-t only black and white

 

aha-soso-aha-soso / soso-aha-soso-aha

 

please – touch the bean

there is no more in between

 

(ma weord jau woll no eatz saigo döaro)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
künno wio

like can

 

künno – ka ma

künno – well ma

künno – sött ma

 

i can – i will – i should

 

und allad sött ma eatz scho künno

voar ma wooß – wieso und warum

 

because – because – because

 

künno – sött ma künno wello

künno – sött ma wello künno

 

and everybody says – you can

yes – you can – if-if-if and if …

 

künno – sött ma döaro künno

künno – sött ma künno döaro

 

blos müoso

müoso – tuot ma musaluo

 

take a look at anywhere:

empty places everywhere

full of boring-busy-faces

 

künno – tröüt blos mit faliero

fäälo – geolt wio ou a kunscht

winn as nüd be dinar blibt

 

put your brain at the beat of heart

and look again – what else you want

after noise and buy and wasting time

 

künno – ka ma leonno

leonno – ka ma leabo:

aaneschtau und witorschnuufo

ou winn do luft vo voanna kunnt

 

don-t trust the style – of very important

don-t trust the luck – of quick-lip-sticks

 

künno ka künno – ka ku was will

dinn ischt ma amind sagär no grüscht

ou winn as bis z-lescht gonz andorscht kunnt

 

forget about a public opinion – coming on

like spams of spam of spam of spam …

 

 

 

 

 

 
fuohrwearko

 

odr

 

tuo-döaro-sötto-künno-mögo-wello:

wöartor trüllo wio leabo füllo …

 

juuzo – meijo

dreijo – manscho

 

määto – gäro

muulo – fuulo

 

aagleyt moanno – abtau loanno

winn as leatzot – körig zoanno

 

krotto – krücho

huuso – muuso

 

bocko – bringo

teiflo – singo

 

gaazgo ring und huotuo gnot

brünftig beato i-dor not

 

imto – fuorzo

kleabo – büotzo

 

tröüjo – triebo

wepfo – kiebo

 

das wio deosas no arpaschgo

und kröömle hea im kaschto

 

tällo – bello

soocho – schnello

 

hudlo – budlo

troomo – sudlo

 

klin sünda gnot vortüntolo

und dom krüz a zoocho gio

 

gaglo – zaglo

rotzo – schnuufo

 

gwolto – dungo

pfnitzo – hungo

 

andor arbat gelto lau

und heandorsche wio vorsche gau

 

huuro – kuuro

tonzo – schwonzo

 

pfnäschto – schioggo

winggo – brioggo

 

üborschtellig fuottoro

und nüschtorwies am seago hango

 

hooro – knüllo

lätscho – trüllo

 

etzo – fretzo

kolto – wetzo

 

meandor kan as allad sin

und etamaul heolft brinnta-winn

 

gnabbo – blabbo

liedo – fiero

 

pfüono – pfuuso

schtrählo – luuso

 

und bim röschto no an schtriebl

uf dass ma üborwassor gweann

 

bööglo – gööglo

jucko – bucko

 

loubo – guono

koppo – schlucko

 

d-suu uslau bim faschnatbutzo

zum se nauche heandor-seanno

 

buzzo – rummo

muorgso – schummo

 

böölo – möölo

scholto – gwolto

 

se um s-varrecko nüd argio

und allad wiedor aaschwung nio

 

fuxo – renko

gloubo – tränko

 

schindo – schränzo

zehro – schlänzo

 

und früoh gnuog wiedor hofle tuo

sus aabot z-letscht no d-seeloruoh

 

 

 

 

 

 
globus-lokus-iste

 

oder

 

frei prolongierte quasi-litanei

mit einbindung sogenannter

heimischer und fremder elemente

sowie unter ausschluss

aller verschwörbarer heiligen

 

„was sind das für zeiten

wo ein gespräch über bäume

fast ein verbrechen ist

weil es ein schweigen

über so viele untaten

einschließt“

 

(bertold brecht, 1898 – 1956)

 

 

 

 

 

 
wir säen den frühling – wir ernten den trester

und steuern hormone wie schachfiguren

wir drucken kalender mit wasserzeichen

und geben für spenden den rest vom rest

 

wir spielen mit sternen hocus-pocus

und dämmern verloren den uhren ins maul

wir deuten die zeichen tv-kompatibel

und schlucken den jahrgang zur not wie jauche

 

wir saugen dem boden das blut aus dem leib

und jagen das glück mit on-line-speed

wir stampfen arten wie krautköpfe ein

und gehen zur fasnacht als pachamama

 

it is

to be

only a possibility

may be

to be not impossible

alone or not

along

doing or not

 

 

 

 

 

 
wir züchten die maßstäbe life-styl-like

und krotten neurotisch designt dahin

wir mähen gedanken wie rasen kurz

und talken small über alles wie nichts

 

wir holen heraus – was drinnen schon fehlt

und leiden fröhlich am ludwig-syndrom

wir treiben verdrängen zur perfektion

und feiern aschermittwoch mit stör

 

wir lesen die zeitung wie analphabeten

und schustern uns das hirn an dem leim

wir füttern den hund fein a-la-gourmet

und stellen den eisbären kühlschränke hin

 

 

 

 

 

 
holo-holo-holo

ussar-holo

abar-holo

uar-holo

ije-holo

holo-holo-holo

 

bringo-traigo-weaffo-fitzo

schindo-bugglo-wöorgo-muorzgo

 

wär beoscht

weam körscht

was hascht

was tuoscht

 

wir ahmen den flug der aasgeier nach

und wählen das grinsen von einem plakat

wir halten den standard vom standard des nachbarn

und grillen das bison-steak auf bison-mist

 

wir kochen das fußvolk mit rechts-staat ein

und rauben gemein sozialwesen aus

wir träumen vom diesseits – jenseits von krank

und rasten öfter schnell mal richtig aus

 

wir gieren und raffen- als wärs eine tugend

und stopfen die löcher mit valium

wir schwatzen dem senfkorn die bibel vor

und schneidern den kindern die zukunft vom leib

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Produktinformation

 

 

 

 

 

 
Vor ein paar Jahren waren die beiden schon auf dem besten Weg, den ORF-Mund-ART-Wettbewerb zu gewinnen, wären die Juroren nicht zur Überzeugung gelangt, dass es sich bei den Darbietungen des exquisiten Duos leider nicht um Lieder handle. Nun, das ist unbestritten, aber was der wort- gewaltige Norbert Mayer und Alfred Vogel, seines Zeichens Herr über tausend klangfähige Trommeln, Töpfchen, Rasseln, Hölzer, Glöckchen oder Küchenutensilien, so alles zu bieten haben, lässt keinerlei Sehnsucht nach einer gesanglichen Darbietung aufkommen.

 

 

 

 

 

 

Nach einigen Jahren Pause haben die beiden am 14. Februar 2011 wieder einmal frisch und frei drauflos improvisiert und der Einfachheit halber alles gleich mitgeschnitten. So sind 12 Titel, die zwischen 46 Sekunden und 12:31 Minuten lang sind, für die staunende Nachwelt festgehalten worden, die es zum Teil ganz schön in sich haben. Denn Norbert Mayers kritische Gegenwartsbetrachtungen, sein gnadenloses dem Volk aufs Maul Schauen, das aber immer durch ein letztes Quäntchen Witz abgefedert wird und so keinerlei moralinsauren Beigeschmack aufkommen lässt, sein gefühlvoller Umgang mit dem.

 

 

 

 

 

 
Bregenzerwälder Dialekt, der sich für Sprachspiele und Lautmalereien perfekt anbietet – das alles ist höchst vergnüglich anzuhören. Alfred Vogel wiederum ist einer, der ganz genau zuhören und sich auf Stimmungen einlassen kann, denn die nimmt er intuitiv schneller wahr als die inhaltliche Seite der Texte. Seine ausgereifte und dezente Perkussion verdichtet die Wirkung des gesprochenen Wortes nochmals, eröffnet neue Zugänge zu den ohnehin tief- und hintersinnigen Gedanken und trägt viel zum Atmosphärischen bei. Ein anspruchsvoller Spaß – für die Akteure gleichermaßen wie für die Zuhörer.
(Boomslang Records www.traps.at)
Text: Peter Füssl, Kulturzeitschrift

CD-Präsentation:
Bad Kehlegg, Dorn- birn (18.9., 11.30 Uhr);
Gasthaus Lamm, Lustenau (24.9.);
Gasthaus Adler, Schnepfau (30.9.);
Frauenmuseum Hittisau (13.10.);
Fri- seur-Salon Bernhard Reiter, Schwarzach (22.10.), jeweils 20 Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vogelperspektive

 

the VOGELPERSPEKTIVE is featuring alfred vogel and artists like the magnificent seven (kalle kalima, christian lillinger, flo götte,), le noir (lucas dietrich, simon frick), hellhound & bird (with david helbock), intensivstation (john schröder, wolfgang zwiauer), billy martin a.m.o

 

 

 

 

 

 

 

 

 
traps steht für die verschiedenen tätigkeitsfelder von alfred vogel, der unter dem labelboomslang records abwechslungsreiche projekte mit spannenden künstlern realisiert.

vor beinahe hundert jahren fingen die leute um new orleans an, zu den neuen rhythmen von jazz und blues zu tanzen. die art des trommelns aus der militärmusik, das spielen der rudiments, war zu steif, um diesen neuen rhythmen impulse zu geben. auf der suche nach einer lösung plünderten die schlagzeuger das inventar der schlaginstrumente weltweit.

sie übernahmen elemente von überall her – die kleine und große trommel aus europa, tomtoms aus china, becken aus der türkei – und natürlich kuhglocken, claves und holzblöcke, und so begann sich eine neue art des trommelns zu entwickeln – und beinahe nebenbei auch ein neues instrument. diese zusammenstellung war bekannt unter dem namen “contraptions”, was dann später zu “traps” verkürzt wurde.

 

micky hart in “drumming at the edge of music”.

 

 

 

 

 

 

www.traps.at

 

 

 

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traps audio productions

 

 

 
kurzvita – norbert mayer

norbert mayer, *1958 in egg, lebt mit familie in schwarzach.

schwerpunkt lyrik und kurzprosa.

literaturstipendium des landes vorarlberg 2000.

irseer-pegasus 2011 – sonderpreis der fachjury.

 

bücher/tonträger (auswahl):

wortungen“, gedichte, haymon-verlag, innsbruck 2004

„seanno“, bregenzerwälder-mundart mit audio-cd,

hrsg. – f. m. felder-verein 2008

Ü cd, text-klang-hör-spiele mit alfred vogel,

boomslang-records, bezau 2011

 

 

 

www.literaturradio.at

www.haymonverlag.at

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