Mirjana Buljan

 

 

(Kroatien)

 

 

 

 

 

 

Die Hochzeit

 

       Nach der Messe lud Mutter Greta, Rosi und Toma zum Frühstück ein. Greta sagte zu Franzl, er solle die anderen Kinder nach Hause bringen. Djivo und ich hatten schon vor der Messe gefrühstückt. Rosi wollte keinen Milchkaffee trinken. Sie interessierte sich für die Geschenke, die wir vom Christkind bekommen hatten. Sie griff sich drei Kuchenstückchen auf einmal und nahm sie in der Hand mit in unser Zimmer. Djivo zog sie am Arm zu seinem neuen Pferd, ich wollte ihr das neue Wollkleid zeigen, an dem meine Mutter manchmal abends, aber hauptsächlich im Wartezimmer von Dr. Gross, dem Zahnarzt, gestrickt hatte. Doch Rosi blieb vor meiner neuen Puppe stehen. Schob sich alle drei Kuchenstückchen auf einmal in den Mund und so, fast erstickt, fragte sie mich undeutlich:

         – Darf ich sie ein bißchen in die Arme nehmen?

         Es war mir nicht recht, daß sie als erste mit meiner Puppe spielte, die ich gerade erst bekommen hatte und selbst noch schonte und nur anschaute, aber ich gab sie ihr doch. Die Puppe hatte fast die gleichen goldblonden Zöpfe wie Rosi und genauso große blaue Augen. Rosi nahm sie zärtlich in die Arme und setzte sich auf mein Bett. Sie wiegte sie, und obwohl sie noch immer kaute, begann sie leise zu singen. Vielleicht hätte ich ihr Lied erkannt, wäre es nicht von ihrem Schmatzen unterbrochen gewesen. Obwohl sie die Kugel der aufgeweichten Kuchen aus einer Backe in die andere wälzte, war ihr Gesicht doch so verzückt und voller Liebreiz, als wäre sie von dem Altarbild mit der Muttergottes in unserer Kirche herabgekommen. Ich begann mir Rosi in einem weißen Faltenkleid mit einem blauen vergoldeten Umhang und meine Puppe in einem kurzen weißen Hemdchen mit aufgelöstem Haar vorzustellen, und als ich mir einbildete, sie schon auf einer weißen Wolke, umgeben von goldenen Sternen, schweben zu sehen, öffnete Mutter die Tür und rief:

         – Rosi, komm, Greta will mit dir reden!

         Rosi setzte die Puppe unwillig auf das Bett und stand auf. Ich sah, daß es ihr leid tat, gehen zu müssen. Ich wollte sie trösten. Nahm sie bei der Hand und sagte:

– Du wirst unseren Toma heiraten, und der Storch wird dir ein echtes lebendiges Baby bringen.

         Sie zuckte zusammen und sah überrascht meine Mutter an.

         Mutter ging zu ihr. Umarmte sie und drückte sie so zärtlich, als wäre ich es oder Djivo.

         – Cuce hat es dir gesagt. Deine Mutter hat sich mit meinem Vetter Toma geeinigt. Er ist älter, aber ein guter Mensch, und, was am wichtigsten ist, er ist wohlhabend. Bei ihm wirst du nie hungern, und du wirst schöne Kleider haben. Aber wenn du nicht willst, sag’s mir jetzt, solange wir zwei alleine sind.

         Mit einer plötzlichen Schluckbewegung entledigte sich Rosi schließlich der Kugel in ihrem Mund und fragte:

         – Bekomme ich dann auch Dobostorte und Cremeschnitten?

         – Torten und Kuchen und Blätterteiggebäck und frische warme Brötchen und Fleisch und Schokolade und alles, was dein Herz begehrt.

         – Fleisch muß nicht sein– sagte Rosi lauter – aber Kuchen schon!

         – Den bekommst du, ich werde das regeln! – seufzte Mutter und führte Rosi an der Hand ins Wohnzimmer. Ich folgte ihnen.

         Als wir eintraten, sprang Toma vom Stuhl auf. Mit einem Schritt stand er vor Rosi und nahm ihre beiden Hände zwischen seine.

         – Du wirst es schön haben mit mir, Rosi! Ich werde mich um dich kümmern wie ein guter Vater und dich liebhaben wie ein guter Ehemann. Du wirst schon sehen, du wirst glücklich sein mit mir.

         Rosi hob den Kopf und sah Mutter an.

         – Frau Marija, sagen Sie es ihm? – äußerte sie mit einer überraschend festen Stimme.

         Toma wurde bleich. Mutter lachte.

         – Toma, wenn du mir versprichst, daß du mit ihr Dobostorte und Cremeschnitten essen gehst, kannst du schon morgen aufs Pfarramt gehen und mit Fra Sretshko einen Hochzeitstermin vereinbaren.

         – Jeden Tag gehe ich mit ihr in die Konditorei! Wann immer sie möchte! Ehrenwort! – rief Toma begeistert aus.

         Rosi und Toma waren nur ein paar Wochen lang verlobt. Greta war damit einverstanden, die Hochzeit vor Fasching zu halten, damit sie wegen der Fastenzeit nicht bis nach Ostern warten müßten. Toma fuhr ihr gleich nach den Feiertagen einen Wagen voll Holz und einen Sack Kohlen an. Jeden Tag brachte er einen Korb mit noch warmem Brot und Brötchen, und den Kindern sagte er, sie könnten jederzeit in die Bäckerei kommen, wenn sie Hunger hätten. Er brachte Fleisch, Kartoffeln und alles andere, und Greta behielt ihn zum Mittag- oder Abendessen da, je nachdem ob sie irgendwo als Haushaltshilfe arbeitete oder daheim war. Zum ersten Mal waren ihre Kinder und sie satt. Trotz und vielleicht gerade wegen dieses unverhofften Wohlstands wollte sie, daß die Verlobten so bald wie möglich heirateten, damit sich nicht ein böses Schicksal einmischte und alles verdürbe. Toma ging jeden Tag mit Rosi in die Konditorei, und sonntags brachte er der ganzen Familie Cremeschnitten. Er erzählte uns, er habe gar nicht gewußt, wieviele Konditoren es in der Stadt gebe und bei allen seien sie gewesen, nur in die Konditorei "Mignon" von Herrn Hudoba wollte Rosi auf keinen Fall, obwohl ihr meine Mutter versicherte, er habe den besten Kuchen in der ganzen Stadt. Wir alle mochten besonders gern seine Dobostorte mit der knusprigen Glasur, die wir leicht durchbeißen konnten. Immer wenn Mutter und Vater sonntags wegen der Kommunion mit nüchternem Magen zur Messe gingen, kehrten wir nach der Kirche zum Frühstück ins "Mignon" ein.

         Auch jetzt sehe ich diesen ruhigen Raum, verkleidet mit edlem dunkelbraunem Holz, mit Kristallspiegeln über der Verschalung, mit kleinen Marmortischen und schwarzen Thonet stühlen aus gekochtem Holz. Mutter, Vater, Djivo und ich sitzen in unseren Sonntagskleidern da. Der stämmige, dickbäuchige Herr Hudoba mit seinen großen wäßrigblauen halbgeschlossenen Augen in einem dunklen Festtagsanzug mit einer gestärkten schneeweißen Schürze, die fast bis auf den Boden reicht, bringt auf einem silbernen Tablett für Mutter und Vater Wiener Kaffee in hohen schmalen Tassen und für uns Schokolade mit Schlagsahne. Vorsichtig stellt er das Körbchen mit den Salzstangen und Mohnzöpfen, die Glasschüsselchen mit Aprikosenmarmelade und Honig, die weichgekochten Eier in Bechern aus geschliffenem Glas und den Teller mit geschnittenem Kommißbrot und Butternußkipfeln auf den Tisch. Der Tisch ist übervoll, der Salzstreuer aus Kristall ist irgendwo zwischen dem Geschirr verlorengegangen, und ich kann ihn nicht finden. Ich habe Angst, mit dem ausgestreckten Arm etwas umzustoßen oder zu verschütten und esse lieber ein ungesalzenes Ei. Es ist auch gar nicht wichtig, weil ich mit dem Löffelchen Schluck für Schluck die warme Schokolade trinke, langsam, damit sie möglichst lange hält, damit ich sie möglichst lange genießen kann.

        Toma kaufte ein kleines Haus mit Blumengarten in einer sauberen, ruhigen Straße. Er stattete es mit den notwendigsten Dingen aus und das andere sollte Rosi nach der Hochzeit ihrem Geschmack entsprechend aussuchen. Mutter bot Toma an, die Hochzeit in unserem Haus auszurichten, aber er lehnte das ab. Er sagte, er sei so glücklich und wolle, daß wir uns alle mit ihm freuten, und niemand solle sich seines Glückes wegen plagen und ihn verfluchen, weil er auf seiner Hochzeit arbeiten müsse. Vielleicht dachte er an Stana, die ohnehin immer murrte und besonders mürrisch war, wenn jemand heiratete. Er ließ deshalb für die Hochzeitsgäste einen kleinen Saal im Hotel "Park" im ersten Stock reservieren. Meiner Mutter gab er Geld, damit sie Seide kaufte und die Näherin bezahlte, die Rosis Brautkleid nähen würde.

         Mutter nahm Rosi zu unserer Schneiderin Danica zum Maßnehmen mit. Immer begleitete ich meine Mutter, wenn sie zur Näherin ging. Ich blätterte gern in Modezeitschriften und stellte mich mir vor, erwachsen und vornehm, mit der einen Hand an der Taille und mit der anderen an die Lehne des Lehnstuhls gelehnt oder mit einem herrlichen Hund an einer Lederleine auf einem Spaziergang. Danica gab mir für meine Puppen  stets wunderschöne Stoffreste aus Seide, Samt, Kreton. Ihr Zimmer war voll mit Stoffen, sie lagen überall gestapelt, auf den Stühlen, Regalen, auf dem Bett, in den weit offenstehenden Schrank gestopft.

         Sie war ein winziges zierliches Frauchen. Gewöhnlich saß sie neben der Nähmaschine, gebeugt, die Brille auf der Nasenspitze und sah uns, ohne den Kopf zu heben, über das Brillengestell hinweg mit einem erhobenen rätselhaften Blick an. Mutter sagte auf dem Heimweg gewöhnlich:

         – Wo hat sie nur diesen Marlene-Dietrich-Blick her? Sonst hat sie, die Arme, überhaupt keine Ähnlichkeit mit ihr.

Danica nahm bei Rosi Maß und begann dann heftig mit der Hand, in der sie eine Nadel mit Faden hielt, abzuwinken:

         – Nein, nein und nochmal nein, auf keinen Fall kann ich in so kurzer Zeit ein Brautkleid nähen. Da, schaut euch um, seht ihr es denn nicht, das alles wartet auf mich, lauter alte Kunden! Ich bin noch von Weihnachten im Rückstand, und man bringt mir schon Stoffe für Ostern. Und beide Lehrmädchen sind krank, wahrscheinlich hat sich eine bei der anderen angesteckt, alles mache ich allein!

         Mutter gelang es trotzdem, sie zu überreden. Wie immer gab sie am Ende nach. Verdrießlich und verzweifelt öffnete sie die Schublade ihrer Kabinett-Nähmaschine, nahm ein kleines Heft mit einem hineingesteckten Bleistift heraus, schlug es auf und schrieb mit großen Buchstaben Rosis Namen hinein.

         – Die Kleine ist für ihr Alter ziemlich stark um die Hüften. Fünfzehn, haben Sie fünfzehn gesagt? – wunderte sich Danica, als sie bei Rosi Maß nahm. – Sie hat auch ein Bäuchlein, ein richtiges kleines Frauchen!

         – Ihr Verlobter füttert sie mit Kuchen. Jeden Tag gehen sie in die Konditorei. Sie hat Heißhunger. Ihre Mutter hat nicht einmal Geld für Brot. Sie wissen ja, wie es ist, wenn man vom Hunger in den Überfluß kommt?! Und sie wächst auch noch, entwickelt sich. Sie wird stämmig wie ihre Mutter. Eines Tages wird sie sich wohl sattgegessen haben… – schloß meine Mutter mit einem Seufzer.

         Ich hatte viele Hochzeiten gesehen, gewöhnlich am Sonntag nach der Großen Messe. In allen Vasen waren dann weiße Blumen, und manchmal war auch das Geländer des Chors mit Rosmaringestecken und weißen Blumen geschmückt. In der Kirche roch es dann ganz speziell, nach einer starken Mischung von Blumenduft, Weihrauch, Parfüm und Barbierstube.

Auch auf Rosis Hochzeit glänzte bei den Männern das glatt am Kopf anliegende Haar vom Brillantin und Nußöl, und ihre Wangen rochen nach herbem Kölnisch Wasser. Sie wirkten feierlicher als sonst, obwohl sie dieselben Festtagsanzüge anhatten wie jeden Sonntag. Nur mein Vater und Herr Šmit waren in schwarze Anzüge mit seidigen Revers gekleidet. Sie trugen weiße gestärkte Hemden mit steifen Kragen, die ihnen in den Nacken schnitten. Mutter sagte:

         – Sie sind die Trauzeugen.

         Ich hatte gehofft, ich würde ein neues weißes Kleidchen bekommen und zusammen mit anderen Mädchen den Schleier der Braut tragen, wie ich es auf anderen Hochzeiten gesehen hatte, aber Mutter sagte, es sei Winter, und wir würden uns womöglich erkälten, auch sei Rosis Schleier nicht so lang, daß sie ihn nicht selbst über dem Arm tragen könne.

         – Diese Hochzeit wird Toma sowieso ein ganzes Vermögen kosten! Wenn ich nur daran denke, wieviele Verwandten er eingeladen hat und wieviele Verwandte seiner Verwandten ohne Einladung gekommen sind! Was für ein Glück, daß Greta niemanden hat! Vernünftig, wieso hätte sie auch jemanden einladen sollen, wo sich um sie doch nie jemand gekümmert hat. Und Hans, der Taugenichts, weiß Gott, wo er ist, weiß nicht einmal, daß seine Tochter heiratet – sagte Mutter, als wir mit den Hochzeitsgästen im Fiaker ins Hotel "Park" fuhren.

         Wie auf späteren Hochzeiten hatte ich auch damals die meisten Leute nie zuvor gesehen. Obwohl Tomas Verwandte auch Mutters Verwandte waren, erkundigte sie sich die ganze Zeit, wer wer sei und wer wie mit wem verwandt sei. Sie hatte ihre Heimat schon als kleines Mädchen verlassen, als einige der Gäste noch gar nicht geboren waren, und die Gleichaltrigen, an die sie sich dunkel erinnerte, hatten nun selbst schon Kinder.

         – Verwandtschaftsbeziehungen sind wie eine Kette, die von Glied zu Glied länger wird, und oft treffen sich die auseinanderliegenden Enden nie, außer manchmal auf Beerdigungen und Hochzeiten, wenn sie sich verbinden und zu einem überraschenden Kreis zusammenschließen, der uns mit seinem Umfang sehr erstaunt – sagt Mutter.

Und tatsächlich wirkten alle schon nach den ersten Trinksprüchen wie eine große Familie, die von jeher im selben Haus gewohnt und jeden Tag am selben Tisch gesessen und zu Abend gegessen hatte. Alle hoben zur gleichen Zeit die Gläser, alle klatschten zur gleichen Zeit, obwohl Herr Šmit sich auf deutsch, Vater auf kroatisch und Tomas Onkel auf albanisch an die Brautleute wandte.

         Die Erwachsenen aßen und tranken hauptsächlich. Nur Toma aß nichts. Er trank auch nichts. Er hielt fast unbeweglich ein Glas Wein in der Hand, als hätte er es vergessen und schaute Rosi unverwandt an, die mit einer Hand den Mund füllte und mit der anderen Hand den Teller.

         Nur von Zeit zu Zeit, nach jedem zärtlichen Lied, das ihm der Primas ins Ohr spielte, holte Toma mit seiner freien Hand Banknoten aus der Tasche und klebte sie, ohne sich umzudrehen, blindlings auf die verschwitzte Stirn des vorgebeugten Primas.

Wir gingen erst heim, nachdem Toma und Rosi in ihr neues Haus abgefahren waren. Djivo schlief schon im "Park" ein und ich unterwegs im Fiaker. Wir wachten nicht einmal auf, als sie uns umzogen und ins Bett brachten.

         Ich weiß nicht, wielange wir geschlafen hatten, erst irgendwann in der Nacht weckte mich ein kräftiges Klopfen gegen die Fenster.

         Es war Toma. Er schrie aus vollem Halse auf eine seltsame, fast schrille Art.

         – Marija, mach auf! Mach auf, Marija!

         Ich hörte wie in Vaters und Mutters Zimmer beide Fenster geöffnet wurden.

         – Toma, was ist, was ist passiert? – fragt Mutter erschrocken.

         – Sie war nicht unschuldig! – schreit Toma. – Sie war nicht unschuldig!

         Die Fenster in den Nachbarhäusern gingen nacheinander auf.

         – Komm ins Haus, Toma! – rief ihm Vater zu.

         Ich stand auf und und öffnete die Zimmertür leise einen Spalt. Ich höre aufgeregte eilige Schritte. Sie bleiben im Vorzimmer stehen.

         – Es muß nicht immer bluten – sagt Mutter.

         Wieso bluten? Ich hätte Stana gern neben mir, um sie fragen zu können. Aber sie steht auf der gegenüberliegenden Seite, am Eingang ins Wohnzimmer. Sie reibt sich die Augen und gähnt.

         – Sie hat es zugegeben, sie hat es mir gesagt! – kreischte Toma wahnsinnig. – Aber sie wollte mir nicht sagen, wer es ist, mit wem! Ich habe sie geohrfeigt, ich schwöre, ich habe sie nur geohrfeigt, ich habe sie nicht geschlagen, aber ich konnte das nicht aus ihr herausbringen! Dann bin ich Greta holen gegangen. Sie war noch im "Park", als letzte. Sie hat das restliche Essen eingepackt. Ich habe gedacht, sie weiß es, aber sie hat nur losgelacht, hat mir nicht geglaubt. Sie ist mit mir mitgekommen, ist ins Schlafzimmer gegangen, mich hat sie nicht reingelassen, und dann hat sie angefangen, sie zu schlagen, ich weiß nicht, wie, mit den Fäusten, vielleicht mit den Füßen. Rosi hat gejammert, geschrien, nach mir gerufen und war dann ganz plötzlich still. Als ich hineinrannte, lag sie auf dem Fußboden, unbeweglich, bewußtlos, und unter ihr war eine Blutlache. Greta schrie: "Die Hure, sie hat sich Hudoba hingegeben, für Kuchen! Schon mit dreizehn!"

         Toma jammerte. Er faßte Mutter an der Schulter und schüttelte sie. Mutter riß sich los. Nahm ihren Mantel von der Garderobe und zog ihn eilig an.

         – Stana, hol mir die Hebammentasche vom Schrank runter! Ante, geh sofort zu Dr. Fotić! – sagte Mutter schnell und zog ihre Schuhe über die bloßen Füße.

         – Wegen diesem kleinen Häutchen bringt ihr ein Kind um! Ihr seid ja verrückt geworden! – schrie Stana und rannte an Toma vorbei.

Ich begann zu zittern. Kälte umhüllte mich wie eine eisige Decke von den Zehen bis zum Kinn. Ich schlüpfte in Djivos Bett und schmiegte mich an seinen kleinen warmen Körper. Umarmte ihn und flüsterte ihm leise ins Ohr:

         – Sie haben Rosi umgebracht wegen irgendeinem Häutchen, das sie Herrn Hudoba für Kuchen gegeben hat.

         Djivo schmatzte zwei, dreimal und sagte nichts. Ich weiß nicht, ob er wach war oder etwas träumte.

         Ich hörte, wie das Auto von Dr. Fotić anhielt. Mutter und Toma hatten schon auf der Straße auf ihn gewartet und fuhren gleich mit ihm weg. Draußen auf der Veranda schüttelte Vater den Schnee von den Schuhen. Stana öffnete ihm die Tür.

         – Geh wieder ins Bett – sagte Vater – du weißt, du mußt morgen früh aufstehen.

         –  Damit ist es aus, ich kann nicht einschlafen, solange ich nicht gehröt habe, was mit der Kleinen ist – antwortete Stana verbittert.

         Auch ich dachte, ich würde nicht einschlafen können, aber ich schlief ein. Als ich durch die spaltweit geöffnete Tür von neuem Mutters Stimme hörte, wachte ich auf.

         – Wir sind im letzten Moment gekommen. Dr. Fotić hat sie ins Krankenhaus gefahren. Sie hat viel Blut verloren… und das Kind.

         – Was? Was für ein Kind denn? – wunderte sich Vater.

         Mutter seufzte.

         – Sie war schwanger. Anscheinend hat sie es gar nicht gewußt. Aber sie wird keine Kinder mehr haben können.

         – Sie ist am Leben geblieben, die Unglückliche, das ist am wichtigsten! Gott sei Dank! – rief Stana aus.

         ch sprang aus Djivos Bett und schlüpte wieder in mein eigenes, inzwischen kaltes. Morgen würde ich Stana nach allem fragen, was ich nicht verstanden hatte und was mir nicht klar war – nach dem kleinen Häutchen, das man gegen Kuchen eintauschen konnte und dessentwegen Toma und Greta Rosi so sehr geschlagen hatten, daß fast ihr ganzes Blut aus einer großen Wunde geströmt war, an der sie sicher gestorben wäre, wenn meine Mutter und Dr. Fotić sie nicht gerettet hätten. Und wie sie ein Kind hatte haben können, ohne es zu wissen…? Wo? Warum hatte sie es verloren? Ob man ihr es womöglich gestohlen hatte? Wenn es ihr der Storch auf die Türschwelle gelegt hatte, konnte es jeder wegnehmen. Und warum würde sie keine Kinder mehr haben? Arme Rosi… Ich würde Mutter bitten, mich zu ihr ins Krankenhaus mitzunehmen.

         Das Bett begann warm zu werden. Durch die heruntergelassene Markise nehme ich undeutlich ein gräuliches, helleres Dunkel wahr. Ich schließe die Augen und höre im Halbschlaf Mutters Stimme. Sie spricht leise, irgendwo über meinem Kopf:

         – Heute bringen wir die Kinder nicht in den Kindergarten. Sie sollen schlafen.

         – Fotić hat mir gesagt, Stojadinović sei gestürzt – sagt Vater. – Es kam im Radio gekommen. Ich habe ihm gesagt, wir hätten wegen der Hochzeit nicht Radio gehört… Jetzt haben wir bessere Aussichten, daß Maček die Forderung unserer Vertreter nach Selbstbestimmung durchsetzt.

 

Stana sagte:

         – Fast jedes Mädchen hat dieses kleine Häutchen, nur ich habe nie eins gehabt, ich bin so geboren. Wie du siehst, trifft mich immer irgendein Übel, denn obwohl dieses Häutchen zu nichts nütze ist, verlangen die Männer, daß du es in der Hochzeitsnacht hast, und wehe dir, du hast es nicht, auch wenn sie dich danach nie wieder danach fragen. Ich denke, es ist die größte Dummheit, die uns Gott gegeben hat, und ich weiß nicht, was er im Sinn hatte, als er es sich ausdachte. Und soviele Frauen, die Armen, mußten seinetwegen leiden, haben sogar ihr Leben verloren, du siehst, nur wenig hätte gefehlt und auch die kleine Rosi wäre in der Blüte ihrer Jugend in die andere Welt hinübergegangen. Ich frage mich oft, ob Gott nur die Männer geliebt hat und die Frauen im Grunde seines Herzens eigentlich gehaßt hat. Denn alles, was für die Männer Vergnügen und Freude ist, bedeutet für die Frauen Schmerz und Blut.

         – Aber wo, wo ist dieses Häutchen? – wiederholte ich hartmäckig.

Wie immer, wenn sie mich abschütteln wollte, sagte Stana:

         – Laß mich, ich habe zu tun, ich kann jetzt nicht mit dir darüber reden. Im übrigen soll dir deine Mutter das erzählen, sie weiß es sowieso besser.

Mutter sagte:

         – Wenn die Zeit dafür gekommen ist, sage ich dir alles.

         Am Sonntag nach der Messe gingen wir zur Konditorei "Mignon", aber wir gingen nicht hinein, um zu frühstücken. Mutter öffnete die Tür, und Herr Hudoba, der gerade jemandem Kuchen brachte, verneigte sich tief und sagte wie immer, wenn wir zu ihm kamen.

         – Meine Verehrung, gnädige Frau.

         Mutter blieb auf der Schwelle stehen. Djivo und ich drückten uns eng an sie. Vater blieb hinter uns auf dem Trottoir zurück und flüsterte:

         – Marija, laß ihn, wir brauchen keinen Skandal!

         Herr Hudoba sah uns überrascht an. Mit noch immer geneigtem Kopf kam er zur Tür und schob sie mit der freien Hand ganz auf.

         – Bitteschön, warum kommen Sie denn nicht herein? Ihr Tisch wartet auf sie.

         So nah neben dem riesigen Herrn Hudoba wirkte Mutter winzig wie ein kleines Mädchen. Auf einmal richtete sie sich mit ihrem Körper auf, streckte sich in die Höhe und ohrfeigte Herrn Hudoba mit unerwarteter Kraft so heftig und laut, daß alle Gäste in der Konditorei ihre Köpfe hoben. Herr Hudoba griff in sein gerötetes Gesicht und schaute Mutter entsetzt an.

         – Das ist für die arme kleine Rosi! Sie widern mich an! Und wir werden nie wieder einen Fuß in Ihre dreckige Konditorei setzen – schrie meine Mutter aus vollem Hals.

         Vater zog uns plötzlich vom Eingang weg. Mutter drehte sich ruhig um und trat von der Schwelle zurück. Erst da faßte sich Herr Hudoba und begann zu stammeln:

         – Meine Konditorei war nie dreckig! Sie dürfen nicht so über meine Konditorei reden…

         Wir gingen auf die andere Straßenseite. Noch einmal blieben Vater und Mutter stehen und schauten zu Herrn Hudoba hinüber. Dieser drehte sich um, um die Tür zu schließen, aber in dem Moment stürzten all seine Gäste gleichzeitig auf den Ausgang zu und reichten ihm mit ausgestrecktem Arm das Geld.

         Vater murmelte:

         – Du hast ihn ruiniert! Morgen wird man in der ganzen Stadt verbreiten, seine Konditorei sei dreckig. Er könnte dich verklagen!

         – Das soll er nur versuchen! Was würde er erst sagen, wenn ich vor Gericht erklären würde, um was für einen Dreck es sich handelt?! Das Ekel wird schweigen, selbst wenn er bankrott macht. Und es wäre auch am besten, er würde bankrott machen und weggehen!

Mutters verärgerte und finstere Miene entspannte sich plötzlich und hellte sich auf, und sie lächelte zufrieden.

         – Und jetzt gehen wir zu Frau Lipa frühstücken.

         Eigentlich hatte ich meine Mutter schon immer gebeten, in die von Frau Lipa geführte Konditorei "Marzipan" zu gehen. In ihrem Schaufenster verneigte sich eine große komische, weiß gekleidete Puppe fröhlich vor den Passanten und drehte den Kopf nach links und rechts, und wenn sie sich nach vorne beugte, rutschte ihr Konditorenkäppchen auf die Stirn, aber ich habe nie gesehen, daß es heruntergefallen wäre. Jedes Mal, wenn sie sich vorbeugte, berührte die Puppe mit ihrem kleinen Schneebesen ein Kupferschüsselchen, das sie im anderen Arm hielt.

         Als wir eintraten, erstarrte Frau Lipa fast vor Überraschung. Dann kam sie auf uns zu und überschüttete uns mit einem Begeisterungsschwall.

         – Ich freue mich ja so, ich bin ja so glücklich, es ist ja so schön, daß Sie endlich zu mir zum Frühstück kommen! Ach, wie lange warte ich schon darauf, daß Sie bei mir einkehren! Ihre Kinder sind ja so süß, so klug! Als hätte ich es gewußt, als hätte ich es vorausgeahnt, daß Sie gerade heute kommen! Ich habe den schönsten Tisch freigehalten und hier, kommen Sie, setzen Sie sich, ist die Tageskarte! Alles ist frisch, aber ich empfehle Butterkipfel mit Nüssen und dazu Schokolade. Ach, was plappere ich, wählen Sie selbst! Ich habe wunderbaren Prager Schinken, er ist gestern eingetroffen.

         Während Mutter und Vater überlegten, was sie bestellen sollten, sah ich mich um. Die Konditorei "Marzipan" war der Konditorei "Mignon" sehr ähnlich, nur daß über der Holzverschalung keine Spiegel waren, sondern zartrosa Seidentapeten. An den Wänden hingen gold eingerahmte Gobelins mit Blumen und Früchten. Das Glas an Tür und Schaufenster bedeckten dünne Spitzenvorhänge, die an polierten Messingstangen zu Falten zusammengeschoben waren.

         Frau Lipa scheint Spitzen allgemein sehr geliebt zu haben, weil sie auch einen gestärkten weißen Spitzenkragen und eine kleine gestärkte Spitzenschürze über dem schwarzen Kleid trug, und im Haar hatte sie über der Stirn ein gestärktes Spitzenband. Eigentlich war außer ihrem zarten runden rosaroten Gesicht, rosarot wie ihre Seidentapeten, beinahe alles an ihr entweder schwarz oder weiß: rabenschwarzes, blauschwarzes kurzes glattes Haar, milchweißer Hals, große schwarze glänzende Augen, grauweiße Seidenstrümpfe an den rundlichen Beinen, schwarze Lackschuhe mit hohen Absätzen.

Sobald ich sie in der Konditorei sah, war ich bezaubert und wußte, daß ich sie schon mochte. Ich wunderte mich, warum meine Mutter so lange gebraucht hatte, bis sie mit uns zu ihr ging.

Vater schmunzelte, und als Frau Lipa gegangen war, um uns unsere Bestellung zu bringen, sagte Mutter:

         – Wenn euer Vater mich nicht kennengelernt hätte, hätte er Frau Lipa geheiratet. Jedenfalls hat sie das gehofft, und auch Papa hat sie gefallen, obwohl er es nicht zugibt. Aber ich habe ihm wohl doch besser gefallen, und Frau Lipa hat Herrn Lipa kennengelernt, und alles ist glücklich ausgegangen.

         Wie schade, dachte ich. Wenn er Frau Lipa geheiratet hätte, würden wir jeden Tag Kuchen essen. Aber die Frage ist, ob Djivo und ich dann die Kinder  der beiden wären, weil es nach allem so aussieht, daß die Störche die Kinder der Mutter bringen und die Väter für sie sorgen müssen, so wie der Heilige Joseph für das Jesuskind und die Mutter Maria gesorgt hat. Aber wer macht die Kinder und von wem nehmen die Störche sie?

         – Wer ist eigentlich unser Vater? – fragte ich laut.

         Vater fuhr zusammen, drehte plötzlich den Kopf und sah mich an.

         – Wie meinst du das?

         – Ich meine, wer hat uns gemacht?

         Vater machte große Augen.

         – Von wem hat uns der Storch geholt und Mama gebracht? – fuhr ich fort.

         – Gott! Der liebe Gott hat uns alle erschaffen! – sagte Mutter schnell. – Die Störche holen die Kinder im Himmel und bringen sie uns.

         Wie kommt es, daß sie Gott dann wieder zu sich nimmt und in den Himmel zurückbringt, wie er das mit Rosis Baby und unserem kleinen Bruder getan hat? Wie wenn ich mich über Evica ärgere und meine Spielsachen  von ihr zurückverlange. Vielleicht nimmt Gott, wenn er sich über Mutter und Vater ärgert, auch mich und Djivo zu sich? Oder gibt er, wenn sein Ärger verflogen ist, Rosi das Kind und uns unseren kleinen Bruder zurück? Aber das wird nie dasselbe sein. Weil wir wachsen, und die Störche bringen vom Himmel lauter kleine Babys. Ich würde Evica niemals ihre Puppe zurückgeben, wenn sie bei mir gewachsen wäre, weil das nicht mehr ihre Puppe wäre! Und überhaupt, warum bringen die Störche nur kleine Kinder? Vielleicht weil Kinder ständig plärren und Gott auf die Nerven gehen? Ich würde zu gern wissen, wer sie dort badet und ihnen die Windeln wechselt, wenn sie sich vollpinkeln und vollkacken?

         Frau Lipa kam mit einem großen Tablett zurück, bedeckt mit einem Spitzentuch, auf das sie die Tellerchen, Tassen, Gläser und das Besteck für das Frühstück gestapelt hatte, und unterbrach so meine Überlegungen. Beschäftigt mit der Beurteilung und dem Vergleich ihres Geschirrs mit dem Geschirr von Herrn Hudoba, vergaß ich ganz die Fragen, auf die ich erst einen Moment zuvor eine Antwort gesucht hatte.

         – Sie haben wunderschönes neues Geschirr – sagte Mutter überraschend.

         – Es ist eigentlich nicht neu, wir haben es in Prag besorgt, als Herr Lipa und ich getraut wurden, aber Sie sind ja nicht mehr hier gewesen, seit Sie geheiratet haben.

         – Was sagen Ihre Verwandten in Tschechien? – fragte Vater. – Wird Hitler im Sudetenland haltmachen?

         Frau Lipa drückte plötzlich mit beiden Händen das leere Silbertablett an die Brust.

         – Sie schreiben mir überhaupt nichts darüber. Sie wollen uns schonen, damit wir uns keine Sorgen machen, aber Sie sehen ja selbst – Frau Lipa wandte plötzlich den Kopf ab, nahm ein Spitzentüchlein aus der Tasche ihres schwarzen Kleides und wischte sich verstohlen die Augen. Dann eilte sie in die Küche.

         Als sich Frau Lipa entfernt hatte, um die Krüge mit dem Kaffee und der Schokolade zu holen, flüsterte Vater Mutter zu:

         – Was meinst du, sollen wir Rosi Dobostorte ins Krankenhaus mitnehmen?

         – Wir nehmen auch Cremeschnitten mit – sagte Mutter – und wir werden ihr sagen, daß wir sie bei Frau Lipa gekauft haben. Soll sie wissen, daß Herr Hudoba für uns gestorben ist!

 

         Rosi lag mit noch zwei jungen Frauen zusammen im Zimmer. Hätte ich nicht ihre blonden, auf der weißen Decke liegenden Zöpfe gesehen, hätte ich sie nicht erkannt. Ihr Gesicht war eingefallen und weiß wie die Bettwäsche, die Hände dünn und über der Brust gefaltet wie auf einem Heiligenbild. Ihre kalte, erschöpfte, weiße Ruhe ließ einen unheilverheißenden Schauder durch meinen Körper fahren, und ich blieb erschrocken auf der Schwelle stehen. Mutter nahm mich bei der Hand und führte mich langsam an Rosis Bett. Rosi öffnete die Augen und sah uns müde und völlig gleichgültig an.

         – Wie geht’s? – fragte Mutter

         – Ich weiß nicht – antwortete Rosi leise.

         Vater holte das Päckchen mit dem Kuchen heraus und stellte es auf ihr Nachtkästchen.      Er sagte:

         – Wir haben dir Dobostorte und Cremeschnitten mitgebracht.

         Rosi drehte ihren Kopf abrupt auf die andere Seite. Ihr Gesicht verkrampfte sich vor Ekel.

         – Wir haben ihn bei Frau Lipa gekauft! Nie wieder gehen wir in Hudobas Konditorei! – sagte Mutter.

         – Nie wieder esse ich Kuchen! – schrie Rosi mit überraschender Kraft. – Von niemandem! Nehmt ihn weg! Ich kann ihn nicht sehen! Mir wird speiübel davon!

         Plötzlich aus einer fast bewußtlosen Erschöpfung erwacht, hob Rosi ihren Kopf vom Kissen und holte kräftig mit der Hand gegen das Päckchen aus. Vater nahm es im letzten Moment weg und brachte es aus ihrer Reichweite. Ihr Kopf sank wieder ermattet zurück. Mutter streichelte ihr die Stirn, die Wangen, das Haar. Rosi sah sie mit trüben müden Augen an.

         – Ich hatte Hunger… auf Kuchen… und immer Hunger… – wiederholte sie fast ohne Stimme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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KONTAKT:

Miroslava (Mirjana) Buljan,

E-mail: miroslava.buljan@zg.t-com.hr

 

 

–          Ausschnitt  aus meinem Roman „Schlange in Paradies“ (kro. Zmija u raju); Koggeanthologie „Der Jaguar im Spiel“.  Der Text hat 29.840 Zeichen und wurde in Deutsch von Frau Wolf Griesshaber übersetzt.

 

 

 

Mirjana (Miroslava) Buljan geb. 10.2.1931 in Niš, Serbien von der Mutter Kosovoalbanerin und kroatischen Vater. Volksschule in Niš (Serbien), Gymnasium und Studium der Anglistik im Zagreb. Lebt in Zagreb. Längere Aufenthalten im Ausland: Belfast (Nordirland) und München.

 

Erste Veröffentlichung 1949, mit dem zweiten Preis dotierte Prosa des anonymen Wettbewerbs der Jugendzeitschrift "Izvor". Seitdem die freiberufliche Mitarbeiterin als Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin fast aller exjugoslawischer Zeitungen, Magazine, Zeitschriften und Rundfunkanstalten. Verschiedene Texte: Artikel, Reiseberichte, Erzählungen, Märchen, Hör- und Fernsehspiele sind veröffentlicht oder gesendet auch im Ausland, wie z.B. im Dänemark, Deutschland, Israel, Italien, Nordirland, Österreich, Polen, Schweiz, Schweden, Tschechien, Ungarn.

 

Mitglied des Kroatischen Schriftstellerverbandes, des Literaturübersetzerverbandes, des kroatischen PEN, der Autorengemeinschaft KOGGE, des Women Playrights International.

 

 

 

Preise und Anerkennungen:

 

GRAND PRIX der Jugoslawischen Radiotage Ohrid 1972 für das Hörspiel ICH LESE IN JASNAS TAGEBUCH

I PREIS des Radio Sarajevo 1974 für das Hörspiel DIE LANGE REISE IN DAS WEISSE

II PREIS des Fernsehen Sarajevo 1973 für das TVspiel DER SAND

SILBERNE MEDAILLE "Premio internationale per la pace GIORGIO LA PIRA, Italien 1973, für die Erzählung HEIMKEHR

Anerkennung „ŠLABBESZ“ des Internationalen Hörspielzentrum Rust (Österreich), 1991 und 1992 für die Hörspiele DER SIEBENTE BRUDER und fehentanz (DREI GENDARMEN)

 

 

BÜCHER:

 

NEVJESTA IZ BINčA (Die Braut aus Bintsch) 1952

DREQI I ZI (Der schwarze Teufel) 1963

VRTULJAK (Der Ringelspiel) 1964

DUGO PUTOVANJE U BIJELO (Die lange Reise in das Weiße), Dramen, 1989

LUDI DANI U LUDOLANDIJI (Narrentage im Narrenland) 1990

KOŠUTA JESEN I DRUGE BAJKE (Die Reh Herbst und andere Märchen),

1996

POBUNA U LUDOLANDIJI (Aufstand im Narrenland, 2. veränd. Ausg. von Narrentage…) 2001

MUTINY IN CRAZYLAND (Theaterstück in der Sammluzng NEW PLAYS FOR YOUNG AUDIENCES; USA)

djeca, žene, junaci, 2003 (kINDER, FRAUEN, HELDEN) Dramen

zmija u raju, 2006  (die schlange im paradies) Roman

zamračenje, preisdotierter Roman von dem Kulturministerim, Verlag noch nicht entschieden

 

 

 

HÖRSPIELE:

 

TAJNI PRETINAC (Das geheime Fach) Radio Zagreb 1970, dann Radio Ljubljana und Radio Budapest

CITAJUCI JASNIN DNEVNIK (Ich lese in Jasnas Tagebuch) Radio Zagreb 1971, Italienischer Radio Koper, Radio DDR Berlin

BALADA O POMETACICI ULICA (Ballade von einer Straßenkehrern) Radio Zagreb 1972, dann Ital. Radio Koper, deutsch NDR+BR, (übern.von Deutschlandfunk, ORF, Schweizer Radio, RAI Bolzano) und in Hebräische Sprache Radio Tel Aviv.

DUGO PUTOVANJE U BIJELO (DIE LANGE REISE IN DAS WEISSE) Radio Sarajevo 1974

POSLJEDNJI NOCNI TRAMVAJ (Die letzte Nachtstraßenbahn) Radio Zagreb 1984

ROĐENDAN (Geburtstag) ein Radioroman in 5 Folgen, Radio Zagreb 1989, Radio Sarajevo 1990

SEDMI BRAT (Der siebente Bruder) Radio Zagreb 1990, dann Radio Ljubljana und Deutshlandradio+ORF, 1990

VILINSKI PLES (FEENTANZ oder Drei Gendarmen) Radio Ljubljana 1999

JAHTA DIZASTER (Die Jacht Desaster) Radio Zagreb 1996

GUTEN MORGEN FRAU ALZHEIMER (Radio Zagreb 2002)

 

 

KINDERHÖRSPIELE:

 

KAKO JE TO BILO S IVICOM I MARICOM (Wie war das eigentlich mit Hänsel und Gretel) Radio Zagreb 1984 und dann deutsch BR

ŠABAN I DAVOR (Schaban und Dawor) Radio Zagreb 1988, dann deutsch SFB Berlin

UND EINIGE ANDERE KINDERH.

 

 

FERNSEHSPIELE:

 

DETEKTIV ĆUBA (Detektiv TSHUBA) RTV Zagreb 1970

MUZIČKI AUTOMAT (Musikautomat) RTV Beograd 1971

PIJESAK (Der Sand) RTV Sarajevo 1974

DOBA RASTA (Die Zeit des Wachsens) RTV Zagreb 1975, dann Prag und Stockholm

DUGO PUTOVANJE U BIJELO (Die lange Reise in das Weiße) RTV Zagreb 1977, vertrat Jugoslawisches Fernsehen bei Prix Italia, übernommen von Schweden und Prag

 

THEATERSTÜCK:

 

LUDI DANI U LUDOLANDIJI (Narrentage im Narrenland) ZKM (Jugendtheater Zagreb) 1981

 

 

FILMMANUSKRIPTE:

 

PIJANA ULICNA SVJETILJKA (Die betrunkene Straßenlampe) Zora film 1961

MAJKA BOŽJA LETNICKA (Muttergottes von Letnica) Zagreb film 1971

JANJEVACKI DUBROVACKI MADRIGALI (Dubrovnik Madrigalisten aus Janjevo) Zagreb film 1971

PRED ODLAZAK (Vor dem Weggehen) Zagreb film 1976

Saša, Dokumentation, HRT Zagreb 2004

 

 

mitbeteilung in den Anthologien:

 

1. suvremena hrvatska novela II

2. grenzenlos

3. das verfolgte wort

4. EuropÄische begegnungen  in lyrik und prosa

5. new international plays for young audiences

6. DER JAGUAR IM SPIEGEL

 

 

DIE WICHTIGSTE ÜBERSETZUNGEN:

 

FÜR THEATER UND FUNK:

 

B.Brecht DIE AUSNAHME UND DIE REGEL, Plenzdorf: DIE NEUE WEHEN DES JUNGEN W., Kroetz: DIE HEIMAT, Ö.v. Horvath: KASIMIR UND KAROLINE, B. Theobalt: JUNGELBUCH, F.Hiesel: AUF DEM MAULWURFHÜGEL, Singe: PLAYBOY OF THE WESTERN WORLD, u.a.

 

BÜCHER:

Carrol Lewis: THROUGH THE LOOKING GLAS, James Joyce: DUBLINERS, Günter Grass: KATZ UND MAUS, A.Stringberg: JAHRESSPIELE, KAMMERSPIELE, Ingeborg Drewitz: GESTERN WAR HEUTE u.a.

 

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