Mathias Buth

 

Mathias Buth

 

(Deutschland)

 

 

 

Sprache ist Freiheit der Sprache

Rückblick und Ausblick

 

 

Der Förderverein des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland gab die Initialzündung und zeichnete die Linien für die Konzeption für die Tagung, die am 10.und 11. November 2014 in Berlin, im Liebermann Haus und im Gropiusbau, stattfand. Kulturstaatsministerin Grütters kam zur Eröffnung und hielt eine Rede, die mehr von Max Liebermann und der Kunst als von der Verfolgung der Schriftstellerinnen und Schriftsteller vor 80 Jahren und in der Gegenwart sprach. Die erhoffte Willkommensgeste  – nach dessen Ausbleiben 1949 in der alten Bundesrepublik und erst recht in der DDR und auch im Vereinigungsdeutschland in den Jahren nach 1990 –  blieb aus.

 

Wie gut, dass sich die Autoren aus dem ehemals real existierenden Sozialismus, dass sich Utz Rachowski, Udo Scheer, Marco Martin, aus Albanien Lindita Arapi (sie lebt seit Jahren in Bonn), aus Rumänien Carmen Francesca Banciu (sie arbeitet als freie Autorin nun in Berlin) und aus Russland Boris Schumatsky (als Publizist in ZEIT und FAZ schreibt er aus München) zu Wort meldeten. Und Tienchi Martin Liao aus China machte deutlich, dass die politischen Verbrüderungen des Intendanten der Deutschen Welle mit den Machthabern in China weder dem Profil der Deutschen Welle noch den Vorstellungen des Grundgesetzes und den Menschenrechten entsprechen. Guy Stern aus Detroit, der in Hildesheim geboren wurde, und Robert Schopflocher, der in einer Videobotschaft aus Argentinien zu uns sprach, rührten uns alle durch ihre sprachliche Präsenz, mit ihren so anmutigen Sätzen, die im Deutschen wurzeln und begreiflich machten, was uns schmerzlich fehlt: jüdisch-bürgerlicher Grandezza und Geist.

 

Wurde das alles vernommen?

 

Wurde gehört, welche Rolle Erwartungen die Autoren der Welt an Deutschland haben, an die Politik und auch an den deutschen Auslandssender, jetzt in der Ukraine und Russland? Boris Schumastky machte es deutlich.

Wer heute Filme wie „Im Labyrinth der Schweigens“ sieht, versteht noch besser die Feststellungen von Irmela von der Lühe von der FU Berlin, die konstatierte, dass der Nachkriegs-Begriff „innere Emigration“ für  die NS-Zeit von 1933 bis 1945 tief verlogen ist und nur ein Mäntelchen sein sollte, das eigene Wegschauen und Geschehenlassen zu verdecken. Man stilisierte sich zu Helden, gehörte  indes doch zu Versagern und moralisch Schuldigen.

 

Ach, es war dennoch gut, zwei Tage zu debattieren und sich zu begegnen. Ja, es blieben Hoffnungen unerlöst. Auf uns, auf die Experten des freien Wortes und der mutigen Sätze kommt es weiterhin an.

 

Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen,

die Heimat klang in meiner Melodie,

ihr Leben war in meinem Lied zu lesen,

das mit mir welkte und mit mir gedieh.

 

So  herzzerreißend dichtete Max Herrmann-Neisse im Jahre 1935. Er war in London im Exil, denn er konnte sich vor den Mördern und Bücherverbrennern in Deutschland in Sicherheit bringen. Ein Jahr zuvor gründete er mit anderen Schriftstellern von Rang den deutschen PEN-Club im Exil.

Der Exil-PEN ist nicht untergegangen. Er hat seine eigene Geschichte und wir nennen uns  zu Recht „PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland“. Denn für deutschsprachige Autorinnen und Autorenaus der Schweiz, Österreich und Deutschland gibt es kein Exil mehr. Im Gegenteil: Deutschland ist Schutzraum für verfolgte Autorinnen und Autoren

Zum ersten Mal kooperierten die beiden deutschen PEN-Zentren miteinander.  Es scheint, dass die politischen Wunden der  raschen Vereinigung  von DDR-PEN mit dem PEN der Bundesrepublik nun vernarbt sind.

 

Im Jahre 1921 wurde zunächst der Internationale PEN in London ins Leben gerufen, als sich Poeten, Essayisten und Novellisten vieler Länder und Sprachen zusammenfanden. Der Erste Weltkrieg war erst drei Jahre vorbei und so erhoffte sich diese Internationalisierung der Dichter, Kraft zu gewinnen gegen Bevormundung der Staaten, gegen das gelenkte und vergiftete Wort, das schließlich den Ausbruch des Weltkriegs mitverursachte. Sie wollten die Freiheit der Sprache und Literatur.

 

Das dann 1925 von Alfred Kerr präsidierte deutsche PEN – Zentrum hielt der Repression und Bevormundung des nationalsozialistischen Deutschlands nicht lange  Stand. Es wurde – im Jargon des deutschen Führerstaates – gleichgeschaltet. Schon im April 1933      wurden öffentlich Bücher verbrannt. Nicht erst am 10. Mai 33, nein, es begann in der Stadt Else Lasker-Schülers, in Wuppertal. Es folgte – in Bewahrheitung der Verse Heinrich Heine  – dass nach den Büchern später die Menschen verbrannt wurden. Das gehört zu unserer Geschichte, zur Geschichte Deutschlands, die gegenwärtig bleibt.

 

Die Machthaber in Berlin zwangen den deutschen PEN Ende Mai 1933 auf der Tagung des Internationalen PEN, die in Ragusa stattfand, den weltweiten Verband zu verlassen.

 

In Wissenschaft und Politik wird häufig die Formel vom „NS-Deutschland“ gebraucht.  . „NS-Deutschland“ ist aber eine Chiffre des Nicht-an-sich-heranlassen-wollens. Der Satz „Das waren die anderen“ liegt dann nicht fern. Die DDR versuchte, sich mit ähnlichen Formeln aus der geschichtlichen Verantwortung zu stehlen. Wir tuen das nicht. Es geht nämlich immer um Deutschland in seiner gesamten Dimension, in seiner Tiefe, seinen Abgründen und in seinen geistigen Höhen. Exil fängt in der Sprache an, in der gedimmten Wahrheit, im falschen Begriff. Form ist Inhalt, das lehrte uns schon Andreas Gryphius. Und das gilt auch in der Gegenwart.

 

Dichter finden sich mit der Welt nicht ab. Schon gar nicht mit dem Land ihrer Sprache, ob sie es nun Vater- oder Mutterland nennen.  Dichter leiden oft an ihrem Vaterland; so äußert sich aber ein Patriotismus, der die Sinne erhellt und erwärmt. Und deshalb war es im April 1934  zwangsläufig und ein geradezu flehentlicher Versuch, sich das wirkliche Deutschland, das geistige Profil unseres Landes, zu erhalten und den deutschen PEN-Club im Exil zu gründen.  Dieser sollte für das andere Deutschland stehen und der Beitrag der deutschen Literatur im Internationalen PEN sein.

 

Die Verfolgung von Büchern und Meinungen, von Schriftstellerinnen und Schriftstellern in Deutschland galt insbesondere den jüdischen Autorinnen und Autoren.  Sie alle waren Nachbarn  und „Sprachbürger“ in Deutschland – oft die besten. Wer das Unheil erkannte, floh. Manche wollten es nicht wahrhaben, wie der große Breslauer Gelehrte Willy Cohn, sie blieben und wurden vernichtet.  Manche Autoren setzten sich zur Wehr mit den Mitteln, die ihnen bleiben – mit denen der Sprache. Aber es waren nicht nur Juden, die dies taten. Es gab auch Dichter  wie Max Hermann-Neisse und  Armin T. Wegner. Sie erkannten die politischen Verhältnisse vor und nach 1933 klar. Denn sie waren zu erkennen. Für jedermann.

 

Max Hermann-Neisse schrieb: „Man soll der Welt zeigen, dass nicht nur jüdische Künstler, die als Juden dort verfemt werden, das toll gewordene Land verließen, nein, auch Dichter, die in ihrer Abstammung nach „rein deutsch“ sind und deren Dichtung zum größten Teil aus der Verbundenheit mit der deutschen Landschaft erblüht, das Nazi-Deutschland angewidert ablehnen, in denen Lügen-, Mord-, Tortur-, Räuberluft des gegenwärtigen Deutschlands nicht weiterleben wollen und können……“. Diese Autoren hätten das „wirkliche wesentliche Deutschland“ hinausgerettet „in das Obdach einer noch freiheitlichen Fremde“. So schrieb er am 17. Januar 1934 Hermann Kesten.

 

Für viele Exilanten blieb der Exilant Heinrich Heine ein Bezug,  der in seinem Aufsatz „Die Romantik“ feststellte, dass das deutsche Wort eben „unser höchstes Gut“ sei, ja ein „Freiheitswecker“ und gar selbst demjenigen „ein Vaterland“, dem durch „Torheit und Arglist ein Vaterland verweigert“ werde.

 

Was uns Deutschland wert ist, erfahren wir oft erst im Ausland. Und die Exilanten beweisen es. Sie wissen besser als wir Inländer, dass Deutsch- Land ein seinen Namen dem Deutsch-sprechen, der Verständigung durch Sprache verdankt. Deutsch und deutlich sind Begriffe, die nicht nur ähnlich klingen,  sondern etymologisch verwandt sind. Die Exilanten hielten sich daran fest, mit Sehnsucht und Verzweiflung und mit dem ständigen Wunsch dieses Deutsch zu hören, es  durch Literatur noch weicher und anmutiger und weiter zu machen. Auch die in1901  in Czernowitz geborene und 1988 im jüdischen Altersheim, im  Nelly Sachs Haus zu Düsseldorf gestorbene Dichterin Rose Ausländer setzte trotz der Shoa auf das deutsche Wort. Sie dichtete:

 

Mein Vaterland ist tot.

Sie haben es begraben

im Feuer.

Ich lebe in meinem Mutterland

Wort.

 

Deutsch, die Sprache der Mörder ihrer Familie, blieb ihre Zuflucht, das mitwandernde Heimatland. So war es auch für  Paul Celan, für Lion Feuchtwanger, Ernst Toller.

 

Wenn wir uns heute als „europäisch gewachsene Kulturnation“ verstehen, müssen wir uns mehr den Menschen zuwenden, für die Sprache ein wirkliches Lebensmittel ist, ein Geländer, das hilft, nicht aufzugeben.

 

Dann kann Dichtung  retten.

 

Wir müssen an  Menschen wie Marcel Reich-Ranicki erinnern, der in seiner letzten großen Rede anlässlich des Holocaust-Tages am 27. Januar 2012 von seinem Überleben in Polen, in Warschau  sprachen. Von ihm wissen wir, dass ihn das Festhalten am deutschen Idealismus,  am  „geliebten Deutsch“ von Goethes Faust hat überleben lassen. Und aus einem Kellerloch heraus, wo er von einem polnischen Bauern versteckt wurde, hat er diesen Retter dadurch ermutigt, ihm und seiner Frau Tofia zu helfen, dass er ihm die großen deutschen Dramen nacherzählte. Das ist das Rettende der Dichtung.

 

Und gerade in diesen Tagen, wo wir nach Russland und in die Ukraine schauen, sollte uns Karl Dedecius präsent sein, dieser wunderbarer Übersetzer und Nach-Dichter polnischer Literatur ins Deutsche. Wodurch hat er die Gefangenschaft überlebt? Wie wurde er errettet, als er als Wehrmachtssoldat nach der Belagerung Stalingrads als Kriegsgefangener im Gulag überleben wollte? Durch eine Ärztin, durch eine russische Ärztin aus Kiew, die dem jungen Soldaten Karl Dedecius, der aus Lodz kam, Lermontow – Gedichte zu lesen gab. In seiner Autobiografie „Ein Europäer aus Lodz“ schreibt Dedecius: „So war ich mit dem zerfledderten Broschürchen Tag und Nacht beschäftigt, in der schlaflosen Zeit lernte ich Buchstabe für Buchstabe kennen, lernte allmählich lesen und verstehen – und fand die für mich wirksame Medizin: Das Übersetzen.“

 

Sprache schafft überall den Freiheitsraum, der überleben lässt, nicht nur die deutsche Sprache, jede, so auch die russische. So erlernte der Deutsche Karl Dedecius durch die Gedichte des russischen Romantikers Lermontow  nicht nur die russische Sprache, sondern  konnte sich darin spiegeln. Sollten wir  nicht gerade jetzt Russland, das wirkliche Russland, mehr als geistiges Gefilde wahrnehmen und  den großen russischen Romanen zuhören?  Politische Aufrufe von Ex-Politikern verkehren die Verhältnisse und vernebeln statt zu erhellen. Im Donbas ist Krieg! Und den führt Putin.

Auf unsere Kollegen in Polen, der Ukraine und Russland kommt es an. Denen sollten wir zuhören.

 

Müssen wir uns nicht mehr fragen, was wir gegenüber allen Exilierten nach 1945 in beiden deutschen Staaten und dann seit 1990 im Vereinigungs-Deutschland getan, aber auch versäumt haben? Viele bedeutende Autoren, auch des deutschen Exil-PEN bzw. des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland beklagten zu Recht, dass es in unserem Land an einer Willkommens-Kultur  des Staates gefehlt habe, dass wir zwar vieles tun, dass aber die offenen Arme, das Einladen der Menschen, die so integral zum deutschen Selbstverständnis als Kulturnation gehören, gefehlt hätten. Dass Deutschland ein Sprachland ist, ein Mutterland, wie Rose Ausländer dichtete, welches alle braucht, die gegangen sind, habe zu wenig erkannt und wenig und erst sehr spät öffentlich bekundet. An diesem Sprachland will jede Dichterin und jeder Dichter festhalten, an der Sprache, die sich öffnet zur Welt. Die in Köln 1909 geborene Dichterin Hilde Domin, die erst im Exil der in der Dominikanischen Republik zur Dichterin wurde, weist uns eindringlich daraufhin mit Versen wie:

 

Ich der letzte

kämpfe für euch alle

um den Stempel in diesem Pass.

Um unseren Wohnsitz im deutschen

Wort.

 

Wohnsitz im deutschen Wort: Dieser Vers enthält das ganze Exil sowie den flehentlichen Wunsch nach Heimat.  Und wir wissen: jede Literatursprache ist Heimat.

 

Die Politiker haben dafür zu sorgen, dass das erkannt wird und verteidigt wird. Der Staat hat sich stets vor die Dichter zu stellen und  auch gegen die Zumutungen der Geheimdienste, auch aus Amerika zu verteidigen.  Wir müssen uns gegen die Verfügbarkeit des Big Data des Internets zur Wehr setzen.

Die Deutsche Welle, die beiden PEN -Zentren und das Moses Mendelssohn-Zentrum kooperieren und wollen eine Form der ständigen Zusammenarbeit finden, die tragfähig ist und über Tagung hinaus führt. Hinzu könnten weitere Partner kommen wie das Deutsche Literaturarchiv in Marbach, die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt mit ihrem virtuellem Archiv „Künste im Exil“ sowie das Zentrum für verfolgte Künste, das  – initiiert von der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft –  2015 in Solingen eröffnet werden wird. Wir brauchen eine Bestandsaufnahme, welche die in- und ausländischen Aktivitäten aller Künste im Exil erfasst und zu einer lebendigen Zusammenarbeit führt. Zu einer  Konferenz, die diesem Ziel dient, hätte Staatsministerin Grütter einladen können ins Bundeskanzleramt. Sie tat es nicht. Noch nicht?

 

Das war eine Enttäuschung. Herta Müller beklagte Ende November 2015 zurecht in Solingen bei Überreichung des Preises „Die schärfste Klinge“, dass die Exilanten in Deutschland immer noch nicht das Willkommen und die Anerkennung finden, die sie verdienen.

 

Viele Autorinnen und Autoren sind auch heute gezwungen, zu flüchten und sich der Verfolgung zu entziehen, sei es aus China, Russland, der Türkei und besonders  im Irak und Syrien, wo auch sie von den IS-Milizen verfolgt werden. Heute bietet Deutschland Zuflucht und ist Gastgeber für Autorinnen und Autoren, die Angst haben und ins Exil flüchten müssen. Das Programm Writers in Exile des PEN-Zentrums Deutschland in Darmstadt gibt im Ausland verfolgten Schriftstellern für etwa zwei Jahre eine sichere Bleibe und Arbeitsmöglichkeiten. Regula Venske hat auf unserer Tagung darüber berichtet und Utz Rakowski hat in Vertretung von Frey Klier erläutert, was unser Zentrum tut. dabei ist deutlich geworden, dass unsere beiden PEN-Zentren auch auf diesem Feld gut zusammenarbeiten können. Das werden wir auch tun. So wächst zusammen, was zusammen gehört.

 

Die deutsch-jüdische Kulturgeschichte ist vor allem eine Sprach- und so eine Buchgeschichte, die sich neben Deutschland  auch in Südamerika und Nordamerika, in Asien und vor allem auch im östlichen Europa widerspiegelt. Die Deutsche Welle und das Moses Mendelssohn Zentrum initiierten  das Projekt Spurensuche zur deutschen und  jüdischen Kultur in diesen Ländern. Daraus sollten nun Konsequenzen gezogen werden, welche alle Staaten, in denen deutsche Literatur geschrieben und publiziert wird, vor allem Österreich und die Schweiz, einbezieht.

Es ist unverzichtbar, dass die historische Wissenschaften sowie die unterschiedlichen Medien all diesen Fragen nachgehen und zu einem breiteren Bewusstsein darüber zu kommen, dass Exil und Verfolgung der Künste in Deutschland ein Indikator zum Zustand unserer Freiheit  war und ist. Dabei liegt es nahe, dass uns die Kulturgeschichte des deutschen Judentums immer verbindet mit der Geschichte des Staates Israel, auch wenn uns die  Militärpolitik nicht gefällt und wir uns alle zwei Staaten im Nahen Osten wünschen und so ein Lebensrecht für alle. Den großen Kulturschatz des deutschen Judentums in der Bundesrepublik und in den Staaten unseres Kontinentes in eine größere bundesweite historische Erkenntnisfläche zu führen, ist eine Aufgabe von Dauer, die endlich in der Politik als solche erkannt werden sollte. Denn nur dann sind wir vor Antisemitismus und Borniertheit gefeit. Nur dann wird die Resignation eines Dichters wie Max Hermann-Neisse aus dem Jahre 1935 nicht das letzte Wort sein, der er das eingangs zitierte Gedicht enden lässt mit den Zeilen

 

Doch hier wird niemand meine Verse lesen,

ist nichts, was meiner Seele Sprache spricht;

ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen,

jetzt ist mein Leben Spuk wie mein Gedicht.

 

Nein, wollen wir diesen Versen widersprechen und auf die Gedichte setzen.

Wir alle wollen doch, dass Dichtung rettet.

 

Am 8. Dezember 2015 ist das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen u.a. von Norbert Lammert eröffnet worden.

Es gibt also doch noch Hoffnung, auch ohne die Bundesregierung.

 

 

 

 

 

 

 

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BIO

 

Matthias Buth wurde 1951 in Wuppertal-Elberfeld geboren und lebt in Rösrath-Hoffnungsthal. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und promovierte 1985 mit einer Arbeit zu Pflichtenkollisionen im Militärstrafrecht.
Seit 1973 Veröffentlichungen im In- und Ausland von Gedichten, Rezensionen, Essays und Feuilletons in Print- und Funkmedien (u.a. WDR, DLF/Deutschlandradio, Deutsche Welle, Radio Bukarest) sowie in Anthologien (u.a. in „Der Große Conrady“ und „Frankfurter Anthologie“).
Seine Gedichte und Prosa wurden ins Arabische, Englische, Französische, Polnische, Rumänische und Tschechische übersetzt sowie vertont in Kammermusik- und Chorwerken von Thomas Blomenkamp (Meerbusch), Abel Ehrlich (Tel Aviv), Wolfgang Hildemann (Düsseldorf), Hermann Große-Schware (Krefeld) und für das Ensemble „Kunstkopf“ von Ulrich Heimann (Dortmund).
Er erhielt für seine Lyrik den Literaturförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und das Auslandsstipendium der Stiftung Deutsch-Niederländischer Kulturaustausch (Amsterdam).
Buth ist Mitglied im PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, im Verband deutscher Schriftsteller (VS) und in der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft (Wuppertal).

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