Inka Bach

 

Inka Bach

 

(Deutschland)

 

 
„Glücksmarie“

 

Roman-Auszug

 

Ich werde ja erst noch geboren. Meine Seele ist vereist.

Widerstand ist das Geheimnis des Glücks. Schönheit ist Kraft. Glück ist Widerstand. Ich werde gehen und nichts haben, noch nicht einmal Tränen. Und nichts besitzen wollen außer meinem Glück, entkommen zu sein und widerstanden zu haben. Frei von Schläue, jenseits von jeder Schläue. Ich bin Marie, das Glückskind. Nie das Gefühl wie Carola, zu kurz zu kommen. Kein Aschenputtel. Ohne materielle Not groß geworden, immerhin das.

Ich habe die Peitsche, die mein Onkel mir geschenkt hat, nicht benutzt und niemanden benutzen lassen. Männer haben mich geheilt. Es ist ein Glück, daß ich nicht als Junge auf die Welt gekommen bin. Ich habe irgendwann erkannt, daß graue Schläfen kein Gütezeichen sind. Ihn nicht beerben. Ich will nicht Zeugnis ablegen, nicht bekennen, mich nicht rächen, keine Abrechnung. Man kann sich nicht mitteilen. Oder doch? Die Wand, das Glas, hinter dem ich lebe, durchbrechen? Durchbrechen können? Wie denn? Den Kontakt zur Welt finden.

Kein Mensch mag Opfer. Sie sind peinlich, sind anstrengend, fordern. Sind besessen. Reden zu viel von ihrem Leid. Sie bedrängen, machen verlegen, machen Schuldgefühle. Opfer sind eine Zumutung. Opfer sind selber schuld.

Kindheit – was ist das? Was könnte das sein? Was hätte das sein können?

Tod ist mehr als eine Möglichkeit.

 

 

 

Der Schlachtplan

 

Carola antwortet auf Herberts Ideen, auf seine mehr oder weniger deutlichen Andeutungen mit hysterischen Anfällen. Sie wechselt täglich ihre Meinung. Spielt Mann und Kind geschickt gegeneinander aus. Ich sitze zwischen allen Stühlen. Den einen Tag verspricht sie Marie, nicht mitzugehen, ich laß mich scheiden, niemals gehe ich in den Westen, alles viel zu gefährlich, was er da vorhat. Den nächsten Tag schon nickt sie zu allem, was er sagt. Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich nicht mehr bin, da werdet ihr dann merken, was ihr an mir hattet. Da kann er Gift drauf nehmen! Er verfolgt weiter seinen Plan. Welche Möglichkeiten sieht er? Er kann versuchen, mit uns über die grüne Grenze zu schwimmen oder zu klettern. Er setzt dabei alle Hoffnungen auf Budapest, auf einen ungarischen Arzt, der früher an der Frauenklinik in Berlin gearbeitet hat. Er trifft sich mit dem Kollegen in Budapest. Gyula ist im Süden Ungarns geboren, bei Kroatien, in der Nähe der jugoslawischen Grenze. Der kennt sich da aus und sagt, die Grenze sei zwar bewacht, aber die Minen seien schon lange weg, es würde auch nicht geschossen. Herbert aber findet es zu riskant, mit Frau und Kind zu Fuß über die Grenze zu gehen. Dieser Weg kommt für ihn nach nicht infrage. Eine andere Möglichkeit, denkt er, wäre zu versuchen, gefälschte Pässe zu bekommen. Die Schwierigkeit dabei sieht er in den Einreisestempeln. Die zu fälschen, scheint so gut wie unmöglich, auf einer der Listen der Einreisenden notiert zu werden noch unmöglicher. Oder soll er versuchen, auf einem europäischen Flugplatz, etwa in Budapest, Pässe zu bekommen? Sie würden in diesem Fall wie Westdeutsche einreisen und vor allem natürlich dann auch wieder ausreisen. Wie aber die Kontakte dafür knüpfen?

Bald erkennt er, daß es nur einen Weg gibt, den professionellen, über Fluchthelfer. Die aber scheinen ihm nicht koscher. Halbkriminelle oder gar ganz und gar Kriminelle. Vor allem weiß er nicht, wie er an solche Leute herankommen soll.

Eine Weile überlegt Herbert, mit einigen seiner ausländischen Patientinnen zu reden oder mit deren Ehemännern. Wagt es aber schließlich nicht. Die sind aus dem Westen in die DDR gezogen, sind schon allein deshalb verdächtig. Natürlich sind sie politisch tätig, sind Westkommunisten, die Aufgaben in der DDR erfüllen. Sind geschult und führen politische Tätigkeiten durch, wahrscheinlich sogar Spitzeltätigkeiten.

 

Herbert ist an Reisepässen aller Art interessiert. An einem der geselligen Abende in der Schorfheide hat der Nachbar Robert Schade Besuch von Westverwandten. Man ißt und trinkt, wer Westverwandte hat, kommt an Kaffee, Schnaps und Schokolade. Es gibt auch Eiersalat. Herbert läßt sich den Reisepaß von der resoluten, dicken Westtante geben und studiert ihn, lange, gründlich. Das Komplizierte an dem Reisepaß, findet Herbert, sei der Einreisestempel. Er hält ihn gegen das Licht. Es erscheinen verschiedene raffinierte Farben. Wahrscheinlich, denkt er, werden die auch noch andauernd geändert und sicherlich gibt es für jede Übergangsstelle verschiedene. Frau Zuber wird neugierig. “Warum sehen Sie sich den denn so genau an? » Herbert antwortet, leise zwar, aber unmißverständlich: “Ich hätte eigentlich auch gern so einen. » Damit ist es gesagt. Frau Zuber versteht. Es ist gefährlich, ihr das zu sagen, denkt Herbert schon im selben Augenblick. Eine Frau, die viel redet, eine Frau, die ich kaum kenne … Und wer weiß, wer alles noch mithört und unerkannt unter uns ist. Herbert erschrickt, was für eine Leichtfertigkeit von mir – dieser eine kleine Satz!

 

Frau Zuber aber merkt ihn sich. Schon wenige Wochen später wird sie einen Fluchthelfer zu Hoffmanns nach Ostberlin schicken. Sie besitzt in Westberlin einen Tante-Emma-Laden. Marie hat ihn später gesehen, hat ihn von oben bis unten geplündert, hat genascht, ausprobiert, was sie nicht kannte, Frau Zuber ließ sie toben. Nach zwei, drei Tagen war Marie durch und glücklich und hatte für alle Zeiten genug von Pfennigs Fleischsalat und Joghurt mit Fruchtgelees. Ein kleiner Laden an einer Straßenecke, in einem ruhigen, bürgerlichen Stadtbezirk gelegen. Frau Zuber kennt ihre Kunden, es sind nicht all zu viele. Es fällt ihr eines Tages auf, daß ein junger Mann nicht mehr wie bisher sparsam und wenig einkauft, es fällt ihr auf, daß er plötzlich das Doppelte kauft, auch einiges, was nur für eine Frau wichtig sein kann. Frau Zuber fragt ihn: “Warum kaufen Sie auf einmal so viel ein? » Und er strahlt sie stolz an: “Ich habe meine Freundin aus dem Osten geholt. » Daraufhin Frau Zuber: “Ich lasse Sie erst wieder gehen, wenn Sie mir verraten, wie Sie das gemacht haben! » Sie schließt ihren Laden ab, bittet den jungen Mann in die Küche dahinter. Er erzählt bereitwillig und gibt ihr Namen und Adresse des Fluchthelfers. Der Kontakt ist schnell hergestellt. Max Hübner erscheint wenig später bei Frau Zuber im Laden und ist ausgesprochen interessiert, als er erfährt, daß es sich um vier Ärzte handelt. Ein gutes Geschäft zeichnet sich ab. Aber was dann kommen sollte, hat auch der geschäftstüchtige Max Hübner nicht ahnen können – eine Fluchtwelle von Ärzten aus der DDR würde ihren Anfang nehmen, die in den nächsten Jahren das Klinikpersonal einer ganzen Krankenstation wegfegen sollte. Es würde ein Morgen kommen, an dem mehrere Operationen auf dem Plan stünden und niemand sie mehr ausführen könnte – kein Anästhesist, keine Krankenschwestern, kein Stationsarzt, kein Chefarzt, niemand. Die gesamte Mannschaft wäre über Nacht in den Westen abgehauen.

 

Agnes Zuber schickt den Fluchthelfer Max Hübner sofort nach Ostberlin. Er erscheint an einem Nachmittag. Marie öffnet ihm die Tür. Er fragt nach Herbert. Aber Herbert ist nicht da. Marie ruft Carola. Als sie den fremden Mann mit den längeren Haaren und Koteletten sieht, erschrickt sie. Es stehen nicht alle Tage Westmänner vor der Tür. Sie hält ihn für einen Kriminellen mit seiner Sonnenbrille, der teuren, auffälligen Uhr und der Lederjacke. Genau so stellt sie sich zum Beispiel einen Zuhälter vor. Läßt ihn nicht in die Wohnung, ruft aber Herbert in der Klinik an. Er fährt sofort in die Uppsalastraße, um den Unbekannten aus dem Westen abzuholen. Das erste, geheime Gespräch findet in der Klinik in Herberts Arztzimmer statt. Doch nicht ohne seinen Freund Bernhard Thalheim, den er telefonisch dazu bittet, es sei dringend. Bernhard Thalheim rechnet zunächst mit dem, was er bei seinem Freund gewohnt ist: “Hast du Damenbesuch? Brauchst du noch einen guten Mann? » Aber nicht das Übliche erwartet ihn; Bernhard Thalheim erschrickt, als er den Fremden bei Herbert sieht und erfährt, warum der da sitzt. Die beiden Freunde hören sich gespannt, ohne ihn ein einziges Mal zu unterbrechen, das Konzept des Fluchthelfers an. Noch berichtet er nicht alle Einzelheiten, verrät nichts Konkretes, auch er muß vorsichtig sein. Sie hören aber heraus, daß es mit amerikanischen Soldaten, in amerikanischen Fahrzeugen geschehen soll, mit amerikanischen Papieren, mit amerikanischen Nummernschildern, auf der speziellen Spur für die Wagen der Alliierten. Die Ostbehörden dürfen Alliiertenfahrzeuge an den Kontrollstellen nicht öffnen, das wissen auch Herbert und Bernhard, nur die Sowjets sind berechtigt dazu, und dann auch nur deren Vorgesetzte. Schließlich müßte eine Kommission zusammentreten, in dem Fall aus Russen und Amerikanern, und ob ein kleiner russischer Soldat es wagen würde, sich diesem Risiko auszusetzen, eine solche Kommission nur auf einen vagen Verdacht hin zusammenzurufen, um das Auto zu öffnen, und der Verdacht stellte sich als unbegründet heraus, das sei doch recht zweifelhaft. “Wenn die ein Auto öffnen und es ist nichts drin, wandern die ab nach Sibirien », stellt Max Hübner klar. Herbert und Bernhard können sich das gut vorstellen. Sie haben auch noch nie gehört, daß die Russen ein alliiertes Fahrzeug geöffnet hätten. Der Weg hört sich sicher an, finden sie, sicherer als alles, was sie bisher erwogen haben. Nach einer langen Weile des Schweigens beschließen sie: “Wir machen es! » Legen schon ein Datum, ungefähr in zwei Monaten, fest. Sie haben noch viel vorzubereiten, Spuren zu verwischen, Papiere zu vernichten. Zwei Monate müßten dafür reichen.

 

Noch in der selben Nacht beginnt Herbert mit der Vorbereitung der Flucht. Er durchforstet jeden Zentimeter seines Dienstzimmers nach Dingen, die ihn kompromittieren könnten. Was könnte ihn kompromittieren? Spuren seiner Weibergeschichten? Er hat nie viel aufgehoben, denn er weiß, wer in der Klinik einen Nachschlüssel hat, er weiß, daß die Stasi oder andere zu jeder Zeit in seinem Zimmer schnüffeln können. Aber er schaut jetzt noch einmal alles sehr genau durch. Dasselbe stellt er die nächsten Tage auch in der Wohnung an. Schon allein deshalb muß er Carola über alles, was er von dem Fluchthelfer erfahren hat, aufklären, und nun, da sie Bescheid weiß, bekommt sie Angst. “Mit diesem Ganoven?! Mit dem kann man das nicht machen, wie der aussieht, dem kann man nicht vertrauen! »

Während des zweiten Treffens mit Max Hübner wird die Frage der Bezahlung geklärt. Die Summe ist hoch. “Aber ich will das Geld nicht gleich haben. » Westgeld, das Herbert in der Höhe in Ostberlin sowieso nicht aufbringen könnte. “Sie sind Ärzte », beruhigt ihn Max Hübner, “Sie werden sehr bald gut verdienen, und ich werde Sie auch bestimmt nicht drängen. » Herbert sagt: “Ich werde natürlich nichts unterschreiben können, jedenfalls nicht vorher. » Max Hübner ist einverstanden.

 

Die Flucht kostet pro Person 10 000 DM.

 

Viel schwieriger als in der Klinik ist es, in der Wohnung alle Spuren zu verwischen. Wohin mit dem Privatkram, den Carola aufhebt. Sie kann nichts wegwerfen. Die Schubläden quellen über. Erinnerungsstücke von Reisen, Ferienorten und sogar von Restaurantbesuchen. Und da liegen zum Beispiel noch die Liebesbriefe im Keller, die Briefe, die er und Carola sich in ihren ersten Jahren geschrieben haben, in zwei Koffern liegen sie. Wohin damit? Herbert muß sich von ihnen trennen. Besser Carola nichts davon sagen! Er stopft mehrere Kartoffelsäcke mit Papieren voll, auch mit den Liebesbriefen. Ich werde sie mit in die Klinik nehmen und sie dort in dem großen Heizkessel verbrennen. Aber gerade zu der Zeit wird der Heizkessel der Klinik, der bisher über Kohlefeuerung funktioniert hat, umgestellt auf Ölbefeuerung. Herbert wird immer nervöser, je näher der Fluchttermin rückt. Ende November und noch so viel zu tun! Nur noch vier Wochen Zeit! Wohin nur mit den Liebesbriefen? Plötzlich bekommt er Angst. Der Hauptmann Wilfried Thiele, ein Mann, der im ersten Stock wohnt, das wissen alle, arbeitet für die Staatssicherheit, der hat bestimmt längst Wind bekommen, und um ihn in die Irre zu führen, bittet Herbert ihn, mit ihm in der Schorfheide Obstbäume zu pflanzen. Wer Obstbäume pflanzt, haut nicht ab. Spalierobst, auf dem Fußballfeld großen Rasen, auf den Herbert so stolz ist! Er haßt Spalierobst, er haßt alles, was auf dieser schönen, sauberen Rasenfläche wachsen könnte. Aber nun fährt er mit Wilfried Thiele in eine Gärtnerei und kauft fünfzig Obstbäumchen. Wilfried Thiele setzt sie Stück für Stück, fachmännisch, auf die große Fläche vor dem Bungalow und beschneidet sie auch noch. Während er sie pflanzt, schaut Herbert in die Landschaft. Es fegt ein starker Novembersturm über Brandenburg, und überall liegen abgebrochene Äste. Da kommt ihm die Idee, die Briefe auf dem Grundstück zu verbrennen. Er muß sowieso noch einmal in der Schorfheide, im Bungalow die Schränke durchsehen und wegwerfen, was niemanden etwas angeht. Als er eine Woche später mit den vier Kartoffelsäcken voller Liebesbriefe wieder auf dem Grundstück aufkreuzt, ordnet er als erstes, was zu ordnen ist, sammelt dann alles Reisig zusammen, was er finden kann, zündet den Haufen an und wirft die Papiere in großen Stößen ins Feuer. Aber sie wollen nicht brennen. Papier brennt gar nicht so leicht. Papier brennt, wenn man es in dicken Packen ins Feuer wirft, sogar sehr schwer. Wenn man es schnell verbrennen will, brennt Papier überhaupt nicht. Er wirft schließlich die Briefe einzeln in die Flammen. Ein Liebesbrief nach dem anderen fängt Feuer, wird zu Asche. Herbert steht, leicht vorgebeugt und nachdenklich, allein mit sich, neben dem Feuer und sieht die Jahre, die er in diesem Land verbracht hat, an sich vorbeiziehen. Da geht ein Leben in Flammen auf, seine Jugend, sein Hoffen und Glauben, eine große Liebe, sicher nicht die einzige, aber die größte, eine Liebe, von der er nicht weiß, ob sie noch besteht, ob sie von Dauer sein kann nach dem kommenden Schritt in eine andere Welt, er weiß nicht, ob sie überleben wird. Carola ist labil und unberechenbar. Ich habe sie nicht mehr im Griff. Sie entgleitet mir, ich bin ihrem Suff nicht mehr gewachsen. Nur zögernd kann er sich dieses Gefühl der Ohnmacht eingestehen, es taucht aus dem Feuer, aus den zu Asche werdenden Liebesbriefen auf wie eine böse, nicht aufzuhaltende Ahnung, gegen die sein kämpferischer Trotz kaum standhält.

Es wird langsam dunkel, es weht ein kräftiger Wind. Der feuchte November kraucht ihm in die Glieder, ihm fröstelt und er zittert leicht. Auch das Feuer der Liebesbriefe kann ihn nicht wärmen.

(…)

 

Plötzlich taucht aus der Dämmerung Robert Schade auf, steht unverhofft neben ihm, sieht die Papiere im Feuer, sieht, wie Herbert einen Brief nach dem anderen in die Flammen wirft und begreift: “Du bist wahnsinnig, das kannst du nicht machen! » Herbert regt sich nicht, läßt ihn reden, läßt ihn fragen, antwortet weder mit Ja noch mit Nein. Kein Kommentar. Er geht schließlich ins Haus, kommt mit einem Stapel medizinischer Lehrbücher zurück und drückt ihn Robert in die Arme: “Gib die deinem Sohn, er will doch Medizin studieren. Es sind Fachbücher, die man bei uns nicht bekommt, aber gib sie ihm erst zu Weihnachten! » Robert reicht Herbert wortlos die Hand und verschwindet wieder in der Dunkelheit.

 

Die Fahrt zurück vom Grundstück nach Ostberlin dauert normalerweise etwas mehr als eine halbe Stunde. Diesmal fährt Herbert die Strecke sehr langsam. Er nimmt Abschied. Seit zehn Jahren hat er das Grundstück nun schon, er hat dort gearbeitet, gefeiert, was für schöne Partys, viel Zeit und Geld investiert, er liebt es, liebt die Umgebung, hat Freunde gewonnen. Er weiß, er wird die Schorfheide nicht wieder sehen. Die Trennung vom Grundstück fällt ihm schwerer als alles andere.

Nach über einer Stunde ist er wieder in der Wohnung. Carola empfängt ihn mit dem nun festen Entschluß, nicht mit in den Westen zu gehen. Noch in derselben Nacht muß er sie ins Krankenhaus bringen. Es sieht so aus, als hätte sie eine böse Grippe erwischt, aber das Fieber kommt von einer schweren Lungenentzündung. Besorgniserregend findet Herbert das nicht.

 

(…)

 

Ein bißchen ist Herbert froh über die plötzliche Wendung. Wenn Carola im Krankenhaus liegt, kann sie nicht durchdrehen, kann sie mir keine Szenen machen, kann Marie nicht aufhetzen und mich nicht verunsichern. Er muß jetzt ungestört die weitere Planung angehen.

Der nächste Treff mit Max Hübner ist längst verabredet. Dort, im Lindencorso, werden der genaue Fluchttermin und die genaue Route festgelegt. Ort und Uhrzeit, zu der die beiden Familien auf das Auto des Fluchthelfers stoßen werden, Ort und Zeitpunkt, an dem sie in das Alliiertenfahrzeug der amerikanischen Soldaten steigen sollen. Herbert lehnt den Vorschlag ab, in einem Kofferraum zusammengekauert zu hocken. “Das ist nicht der richtige Weg”, sagt er, “im Dunkeln, nein! Ich will aufrecht sitzen. Es muß eine bessere Lösung geben. » Max Hübner zögert, überlegt, schlägt schließlich vor, einen VW-Bus zu besorgen. Herbert lehnt ab, selbst auf die Autobahn zu fahren und das Fluchtauto zu suchen. “Besser ist, du bringst uns selbst hin, Max, ich kann ja nichts und niemanden erkennen. Es ist gefährlich, ein Fluchtauto zu besteigen, das keines ist. » Herbert lehnt ab, daß irgendjemand anderes sie auf die Autobahn bringt. Max selbst soll sie auf die Autobahn bringen. Max akzeptiert alles, was er verlangt. Herbert hat inzwischen Vertrauen zu Max gefaßt, obwohl er sieht, daß er es mit einem Ganoven zu tun hat. Er vertraut ihm. Herbert fragt sich im Stillen, was man noch besser machen könnte, ein ihm eigener Ehrgeiz. Wie am elegantesten fliehen? Mit einem Diplomatenwagen! Vielleicht mit einem Kameltreiber! Aufrecht sitzend, nicht versteckt, freundlich grüßend. Aber erst Jahre später würden sich solche Möglichkeiten ergeben, nachdem immer mehr Staaten die DDR diplomatisch anerkannt haben. Vielleicht wäre ihm das auch mit Hilfe von Westpatienten gelungen. Zum Glück ist zu dieser Zeit kurz vorher das Transitabkommen abgeschlossen worden, so daß nun auf der Transitstrecke Westautos nur noch bei berechtigtem Verdacht untersucht werden dürfen. Die Russen an der Grenze, versichert Max Hübner noch einmal seinen neuen Freunden, werden überhaupt kein Interesse haben, zu prüfen, ob jemand in dem Auto ist, sie wollen ihre Ruhe haben, nichts weiter. Sie tauschen übrigens jedes Mal ihre Armeekoppel gegen den neuesten Playboy. Max Hübner schärft den beiden Ostberliner Ärzten ein, die ganze Zeit über im Fluchtauto ruhig zu sein, nicht nur bei der ersten Kontrolle, bei den Russen, auch bei der zweiten, bei den Amerikanern. Sie dürften nach dem Passieren der DDR-Grenze auf gar keinen Fall in einen lauten Jubel ausbrechen, wie schon bei anderen Gelegenheiten geschehen, er hätte da seine schlechten Erfahrungen gemacht. Für die soldiers sei die zweite Kontrolle mindestens genauso gefährlich wie die erste. Es sei schließlich illegal, was sie da tun, sie würden gegen das Alliiertengesetz verstoßen. Sie besserten mit der Fluchthilfe ein bißchen ihr Taschengeld auf, und man sollte sie nicht unnötig in Gefahr bringen.

Bernhard und Herbert verabschieden sich von dem Fluchthelfer. Man wird sich erst am Tag X wiedersehen.

Auf dem Weg nach Hause fährt Herbert, seine Nerven sind angespannt, in leicht auffälligen Schlangenlinien am Fernsehturm vorbei und gerät in eine Polizeikontrolle. Zum Glück hat er nichts getrunken. Da er sehr blaß ist, fragen ihn die Vopos höflich, ob es ihm nicht gut gehe, ob sie einen Arzt rufen sollen. “Ich bin Arzt, vielen Dank », antwortet Herbert. “Ich hatte Nachtdienst. Die paar Meter komme ich schon allein nach Hause. »

(…)

 

 

 

Die Generalprobe

 

Der Tag X rückt näher. Herbert holt Carola zwei Tage vor ihrer Entlassung gegen den Willen der Chefärztin nach Hause. Marie schärft er ein, am Donnerstag pünktlich nach der Schule zu Hause zu sein. Seine größte Sorge bleibt, daß Marie nicht aus der Schule kommen, daß sie sich vielleicht verstecken könnte. Um sicher zu sein, daß nicht etwas Unvorhergesehenes geschieht, schiebt er vor den Tag X einen Puffer. Die Flucht ist für Samstag geplant, aber schon Donnerstagabend werden die Familien Hoffmann und Thalheim Berlin verlassen.

Donnerstagmittag packt Herbert die wenigen ihm jetzt noch wichtigen Utensilien in der Klinik zusammen. Als letztes löst er sorgfältig das Foto seines früheren Chefs aus dem Bilderrahmen, rollt es ein und verstaut es in seiner Aktentasche. Den Rahmen schiebt er in das unterste Schubfach seines Schreibtischs. Schaut sich ein letztes Mal um. Ich habe nächstes Wochenende Dienst, ich werde Peter Mohr versetzen müssen. Ein schlechtes Gewissen meldet sich, einen Kollegen zu versetzen, ist nicht seine Art, nie seine Art gewesen, pflichtbewußt, kollegial, das war er eigentlich immer. Er hat mich gebeten, ihn pünktlich abzulösen, sicher hat er sich etwas Wichtiges fürs Wochenende vorgenommen, er hatte schon letztes Wochenende Dienst. Tut mir leid, Kollege, das interessiert jetzt aber nicht mehr.

Herbert will gerade sein Dienstzimmer verlassen, als mehrere Studenten an seine Tür klopfen: “Der Hörsaal ist voll, Herr Oberarzt, Sie hatten für heute eine Sondervorlesung angekündigt. Wir sind schon zehn Minuten über der Zeit. » Das hab‘ ich völlig vergessen! Aber jetzt kann ich wirklich keine Vorlesung mehr halten. In dem Moment kommt Michael Krüger den Klinikgang entlang. Den Kollegen schickt der Himmel! “Michael, hilf mir! Stell‘ bitte keine Fragen! Geh in den Hörsaal, da sitzen ein paar hundert hübsche Mädchen, erzähl‘ ihnen, was du willst, aber erzähl‘ ihnen was! Über Gott und die Welt, Gynäkologie, Geburtshilfe, was dir einfällt! Mach‘ es bitte und entschuldige mich! » Michael Krüger lacht. “Na, was hast du vor? » fragt er. « Mit welcher Mieze? » – “Keine Mieze, es ist dringend, bitte! » Michael Krüger spürt, wie ernst es Herbert ist, fragt nicht weiter und verspricht, die Vorlesung zu halten.

Er wird schon zwei Monate später mit seiner Familie auf dem selben Weg in den Westen gehen.

O Gott! Jetzt auch noch die Putzfrau! Sie will Herbert frisch gewaschene Hosen und Kittel bringen. Herbert muß für sie noch einmal sein Zimmer aufschließen. Da sieht sie, daß das Foto seines verehrten Chefs nicht mehr an der Wand hängt. Aber sie weiß, wie wichtig ihm das Bild des Alten immer war und fragt verwundert nach. Schnell, eine Lüge erfinden: “Der Rahmen ist kaputt, ich muß ihn reparieren lassen. » – “Aber Herr Oberarzt, das kann doch mein Mann viel besser, der macht das für Sie! » Nichts wie weg! “Ja, vielen Dank, schade, aber der Rahmen ist schon in der Reparatur. » Ängstlich schaut sich Herbert um, ob nicht noch etwas dazwischenkommt.

 

Am Donnerstagnachmittag liegt Marie wie jeden Nachmittag bei Frank im Bett. Seine Eltern sind nicht da, sie sind nie da, sie arbeiten. Das ist gut so, wir können die Musik laut stellen, die Fische bekommen zu Fressen, das Futter schwebt im Wasser auf sie herab wie Goldstaub. Frank bedrängt mich nicht mehr. Er hat eingesehen, daß es keinen Zweck hat. Ich ziehe mich nicht aus, ist auch gar nicht nötig, er muß halt danach ins Bad. Es schneit ein bißchen, es ist viel zu grau und kalt draußen, um aus dem Bett wieder heraus zu klettern. Und warum auch?! Ein träger, ein überflüssiger Tag. Da fällt es mir plötzlich ein. Ich sollte um vier zu Hause sein. Vergiß nicht, Marie, sei pünktlich, heute ist die Generalprobe. Die Flucht, der Tag X, heute! Als Frank aus dem Bad kommt, ist Marie schon auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

 

(…)

 

(…)

 

Zwei Familien – vier Fachärzte, zwei Kinder, sechs Menschen sitzen in IA 67-06. Warum hat man Bärbel nichts gesagt? Weil man es mir gesagt hat, und ich mich bis zum Schluß geweigert habe, mitzugehen. Bärbel weint, natürlich weint so eine, wohl behütet wie sie ist, heult wegen ihrem blöden neuen Füller, den sie gern mitgenommen hätte in den Westen. Wie kindisch! Generalprobe hat Herbert das genannt, was hier geschieht. Er hat wohl gedacht, er könnte mich austricksen, aber natürlich weiß ich, daß das jetzt ernst ist. Nur die Generalprobe! Wir müssen schauen, ob es der richtige Weg ist. Daß ich nicht lache!

Herbert trägt alle wichtigen Papiere bei sich, Geburtsurkunden, die Approbationen, einige Fotos. Ich habe nichts mitgenommen, auch keine Fotos von meinen Freunden. Einmal Wechselwäsche, sonst nichts. Nur die Wohnungsschlüssel, die ich nie mehr brauchen würde, aber so oft verloren habe. Ich besitze sie heute noch. Sie werden wohl nicht mehr passen. In Westjeans, die Herbert über eine Westpatientin besorgt hat, meinem Parka aus dem Westen und den Boots mit Löchern in den Sohlen, auch aus dem Westen, beides von Schwester Ursel. Nur ich selbst bin ein Produkt der DDR. In der einen Tasche meines Parkas stecken Fellhandschuhe, weiße Fäustlinge aus Plastik. Wer die aus dem Westen mitgebracht hat, weiß ich nicht. Das Wertvollste aber ist das Westbuch in der anderen Tasche, ein zerfleddertes Taschenbuch, das mir Andreas geliehen hat. Ich habe ein schlechtes Gewissen, ich liebe dieses Buch, aber auch Andreas liebt es. Ein Buch aus dem Westen wird ihm bald mehr bedeuten als mir. Wenn alles gut geht. Ich würde ihm das Buch nicht zurückgeben können, ich würde ihn so bald nicht wiedersehen können.

(…)

Wir fahren unter der Hochbahn an der Schönhauser Allee; die U-Bahn rast über uns in den Himmel. In der Jackentasche finde ich Spuren vom Ostseesand der letzten Ferien. Himmel und Schienen werden in der Ferne zum Horizont des Meeres. Der Weg führt weg. Weg von der Uppsalastraße.

 

Eine Kuhle auf dem Bett. Dort saß Herbert noch kurz, in Gedanken versunken, eine Minute, bevor sie aufbrachen. Die Nachbarn sahen die Kuhle, nachdem die Stasi die Wohnungstür aufgebrochen hatte. Dort mußte er gesessen und nachgedacht haben, vielleicht hatte er auch Angst. Die Nachbarn verstanden die Kuhle. Die Stasi fand keine Briefe, auch keine Liebesbriefe. Was sie sonst fand, gehört zu einem anderen Leben. Es hatte keine Bedeutung mehr.

 

 
Dreilinden

 

Herbert fährt über die Autobahn nach Dessau. Im Auto Schweigen. Sechs Menschen suchen einen neuen Weg. Wir kommen am späten Donnerstagabend in Dessau an. Wir gehen ins Hotel am Marktplatz, die Zimmer sind reserviert. Wir gehen in der Stadt herum, suchen das Bauhaus, essen in dem Edelrestaurant des Hotels. Ich bestelle Joghurt, bekomme den ersten Naturwestjoghurt meines Lebens serviert, meine Lieblingsspeise neben Ziegenkäse für die nächsten Jahrzehnte und kann mir plötzlich vorstellen, daß der Westen auch angenehme Seiten hat. Wir kehren am Abend ins Hotel zurück. Herbert zahlt im voraus, wünscht dem Portier eine gute Nacht. Ich bin auf dem Zimmer der Frauen. Die reden von der Jugend, der schönsten Zeit des Lebens, und ich glaube ihnen nicht.

 

Es hat geschneit in jener Nacht. Es war einer der ersten klaren und frostigen Wintertage. Obwohl schon seit dem Morgen die Sonne schien, ist der Schnee liegen geblieben. Bleiches Licht fiel durch die hohen Fenster des Hotelzimmers.

Es blendet.

 

(…)

Es ist Mitte Dezember, es liegt Schnee, es ist still in dieser Nacht, als Marie langsam hinter den anderen hergeht, auf dem dunklen Parkplatz des Hotels nicht in IA 67-06 steigt, sondern hinten in den hellen VW-Bus des Fluchthelfers. Wieder eine Fahrt über die Autobahn, die Transitstrecke zurück von Dessau nach Berlin, auf der sie schweigen. Ein langer Weg, beinahe schnurgerade, immer geradeaus, am Rande der Autobahn schmutziger Schnee, im Dunkeln nur selten die Scheinwerfer entgegenkommender Autos auf der anderen Fahrbahn. Der Fluchthelfer hält. Ein unbeleuchteter Parkplatz, auf dem schon ein VW-Lieferbus wartet. Das Umsteigen geht schnell. Sechs Personen klettern durch die Seitentür. Im Vorbeirennen sieht Marie kurz das amerikanische Kennzeichen. Und vorn auf dem Beifahrersitz das Gesicht eines farbigen GIs und die Uniform der Military Police. Jemand schließt die Schiebetür von außen, jemand startet, fährt los. Sie kauern sich hin. Nachdem sich Marie an die Dunkelheit gewöhnt hat, erkennt sie noch eine andere Fracht: Nazimilitaria, von dem Fluchthelfer in der DDR gesammelt. Für wen? Herbert nimmt einen Stahlhelm und setzt ihn Carola auf. Nur eine Geste, sie zu schützen. Marie sieht weg. Übel wird ihr erst später. Im selben Moment bewegt sich die Seitentür. Sie war nicht fest genug verschlossen, durch das Bremsen des Busses öffnet sie sich einen Spalt. Herbert schiebt sie kaltblütig und blitzschnell wieder zu. Zweimal muß der Wagen halten, weil die Tür schon wieder nicht richtig verschlossen war, und jedes Mal stemmt sich Herbert mit ganzer Kraft dagegen. Aber auch wenn er aus Flammen oder aus Fluten des Meeres seine Familie retten würde, Marie könnte keine Dankbarkeit empfinden. Es ist, weil sie nicht mehr am Leben hängt. Es ist ihr egal. Etwas von ihr wird abtransportiert, das nicht sie ist.

 

Woher sollte ich denn ahnen, daß es dieses eine Mal richtig war, sich nicht gegen ihn aufzulehnen?

 

Keine Angst, keine Trauer, kein Bedauern, noch nicht einmal Aufregung. Der VW-Bus hält. “Das ist die Grenze! », sagt Herbert. Marie hört ihn zum ersten Mal flüstern. Dann umfaßt er ihren Hals und droht, zuzudrücken, falls sie schreien sollte. Weiß er denn nicht, daß sie sich das Schreien längst abgewöhnt hat? Der VW-Bus mit dem amerikanischen Kennzeichen fährt wieder an. “Dreilinden! », flüstert Herbert. Ein unbekannter Name. Wenige Minuten später hält der Wagen hinter der Grenze. Marie sieht keine Linden, keine einzige, unheimlich im Flutlicht das Niemandsland, der Westen, die Freiheit. Es riecht nach Schnee. Sie sind angekommen, klettern aus dem Bus in die Freiheit, in der sie der Fluchthelfer an der Ausfahrt nach Zehlendorf freudestrahlend erwartet, er war ihnen zügig vorausgefahren, und einen der weißen Fellhandschuhe von Marie, den sie in seinem Wagen vergessen hat, in der Hand hält. Der andere steckt noch in der Tasche ihres Parkas. Auch das ist möglicherweise riskant gewesen. Nun ist nichts mehr riskant, nicht mehr die Flucht, gar nichts mehr. Hat sie insgeheim alle in Gefahr bringen wollen, um doch noch die Flucht zu vereiteln? Nein, es war die Aufregung, ihre Schusseligkeit, was auch immer. Es schimpft auch niemand mit ihr. Die anderen weinen und lachen und tanzen und umarmen sich.

(…)

Bei mir löst sich gar nichts. Ich bin nicht in der Freiheit angekommen. Ich stehe da, abseits von den Freudentänzen. Über mir ein Himmel wie aus Blei. Bin ich gekidnappt worden? Bin ich auf dem Weg über die Grenze verloren gegangen? Wenn ich verloren gegangen bin, kann mir auch nichts mehr geschehen.

 

Sie fahren in die Lichternacht von Westberlin hinein, halten an einer Straße, die Lietzenburger heißt. Dann gehen sechs Personen hinter dem Fluchthelfer eine Treppe hinab in ein Kellerlokal, das überquillt von Rauch und Menschen. Schemenhaft auf einem Hocker eine dicke Frau am Klavier. Jazzmusik hämmert Marie in den Ohren, als würde sie in einer anderen Welt spielen.

 

Ich weiß nicht mehr, welches Lokal wir damals aufgesucht haben in der ersten Nacht in Westberlin, und ich weiß auch nicht, wie es hieß. Ich habe nie danach gesucht.

(…)

 

 

(Transit Verlag 2004)

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kurzvita

Inka Bach ist 1956 geboren und in beiden Teilen Berlins aufgewachsen.

Sie studierte Germanistik und Philosophie, Promotion. Arbeiten für Film, Theater und Fernsehen. Sie schreibt Prosa, Hörspiele, Theaterstücke, Kolumnen und Gedichte. Von 1986 bis 1989 lebte sie in Paris und New York. 1998 war sie Stadtschreiberin in Rheinsberg, 2002 in Erfurt, 2004 in Amsterdam, 2012/13 Burgschreiberin in Beeskow/ Brandenburg, 2013/14 Baldreit-Stipendiatin in Baden-Baden. Sie erhielt weitere Stipendien und Preise.

 

Inka Bach hat zwei Kinder und lebt als freie Autorin in Berlin.

 

Letzte Veröffentlichungen u.a.:

„Glücksmarie“, Roman, Transit Verlag Berlin 2004;

„Der gemeinsame Weg“, Gedichte“, Aphaia Verlag Berlin 2008;

„Der Schwester Schatten. Eine Szenerie nach Trakl“, Theaterstück, UA Berlin 2010, Kaiser Verlag Wien;

„Aufzeichnungen aus dem Untergrund“, Theaterstück, UA 2012 Berlin;

„Im Ohrenland des Krieges“, Hörspiel, SWR 2014;

„Kunst, Kaviar und Kamelien“, Baden-Badener Kolumnen, Rendezvous Verlag 2014

 

 

Inka Bach2

Foto:  © Volker Gerhard

 

http://www.literaturport.de/Inka.Bach/

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