Hrant Dink

 

 

(Symbol der Demokratiebewegung in der Türkei)

 

 

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Sagten Sie "Nachhaltigkeit des Lebens"?
(14. Juni 1996)

 

In jener Nacht versammelten sich die Notabeln von Zara[1] im Hause von Hadschi İzzet. Sie beratschlagten, diskutierten und wogen alles gründlich ab. Sie überlegten diese oder jene Lösung und sahen schließlich, daß es auf keinen Fall so geht. Die Gefahr war einfach zu groß, die Zukunft schien recht finster. Sie mußten etwas unternehmen.

Schließlich erhoben sie sich und klopften gemeinsam an des Landsrats Tür. Hadschi İzzet ergriff das Wort zuerst. "Herr Landrat", sagte er, "Sie bringen also alle Armenier fort. Wer sind wir, daß wir besser wüßten als der Staat, was richtig und was falsch ist? Sie wissen, was Sie tun und wissen auch warum. Doch mit Ihrer Erlaubnis würden wir Ihnen gern ein paar Bedenken schildern. Wir glauben, es ist wichtig für die Stadt."

"Nun red’ nicht um den heißen Brei, Hadschi", sagte darauf der Landrat, und Hadschi İzzet fuhr schnell in seiner Rede fort: "Herr Landrat, in unserer Stadt bauen die Armenier die Häuser, sie dreschen unseren Weizen und backen unser Brot. Ob Schneider, Schreiner oder Schmied, sie sind nun mal die Handwerker. Wenn Sie nun alle fortschaffen, was machen wir denn dann? Vielleicht sollten zumindest einige hierbleiben."

Der Landrat wußte nicht gleich eine Antwort. Unruhig ging er im Zimmer auf und ab. Das war keine leichte Entscheidung, jetzt fiel ihm ein, daß auch sein Schimmel von einem Armenier beschlagen worden war. Dann sage er, ohne die Gäste direkt anzusehen: "Meine Herren, Sie haben das, was Sie gerade gesagt haben, nie gesagt, und ich habe es nicht gehört. Gehen Sie jetzt, und machen Sie, was Ihnen nötig scheint. Doch passen Sie gut auf, und behalten Sie niemanden bei sich, der Ihnen später Schwierigkeiten macht."

So kam es, daß der Schneider Serkis, der Bäcker Artin, der Schreiner Keğam und der Mauer Mığitar und noch einige andere samt ihrer Familien von der Umsiedlung verschont blieben. Sie nahmen den Islam an, und man rief sie mit neuen Namen. Saris wurde Zeki, Artin wurde Ali, Keğam wurde Kenan und Mığitar wurde Hakkı. Ihr Grundvermögen war dahin, und sie verloren Haus und Hof. Die Kirche von Zara wurde zum Lagerhaus. Es ging jetzt nur darum zu überleben, oder, wie man es heute ausdrückt, das Leben "nachhaltig" zu machen. Und jeden Freitag waren die Neumuslime die ersten beim Gebet.

So ging das einige Jahre, und mit der Zeit wurde es zur Normalität. Doch eines Freitags kam alles wieder durcheinander.

In Sèvres war ein Abkommen unterzeichnet worden, und die Staaten Europas bereiteten die Aussendung von Inspektoren vor, die prüfen sollten, was geschehen war und Beschwerden aufnehmen.[2] Auch die Leute in Zara erwarteten die Europäer.

Besorgnis und Aufregung machten sich sofort breit. Die Kirche wurde leergeräumt und sollte wieder Kirche sein. Und auch vor der Moschee war heute alles anders.

Wie stets war der Herr Hakkı etwas früher gekommen, er nahm schon seine Waschung vor, damit er beim Gebet ganz vorne stehen könne. Doch am Eingang zur Moschee trat ihm heute der Hadschi İzzet in den Weg und wirkte sehr bestimmt: "Guten Tag, Mığitar, sagte Hadschi İzzet, und zeigte auf die Kirche. "Du weißt doch wo Dein Platz ist, oder nicht?" "Was soll denn das?", dachte sich da Herr Hakkı, "der will mich auf die Probe stellen." Schon hob er an zu sagen: "Ich bitte Dich Hadschi, Gott sei’s gedankt, wir sind alle Muslime. Da klopf ich nicht an eine andere Tür!" Doch Hadschi İzzet schnitt ihm gleich das Wort ab: "Nein, nein, mein lieber Mığitar, jeder geht dahin, wo er hingehört. Du weißt so gut wie ich, daß Du ein ausgemachter Christ bist, geh’ deshalb ruhig in Deine Kirche. Und morgen schaust Du beim Landrat vorbei, der hat im Grundbuchamt alles wieder berichtigt. Vergiß es bloß nicht, der Landrat hat mir eingeschärft, Dich bald zu ihm zu senden.

So war das, und so hat es mir mein Nachbar aus Zara erzählt. Er hat es von seinem Vater. Warum fällt mir das wieder ein? Na wegen Habitat.[3] Dort redete man unablässig von der "Nachhaltigkeit des menschlichen Lebens". Versuchen Sie jetzt, da Sie die kleine Geschichte durchgelesen haben, einmal dieses Motto von HABITAT dreimal hintereinander und ziemlich schnell zu wiederholen!

"Des menschlichen Lebens Nachhaltigkeit" =

İnsan yaşamının sürdürülebirliği.

Nanu, was ist mit Ihrer Zunge?

"Mensch" und "Leben" geht ziemlich leicht, nur bei Nachhaltigkeit, bei sürdürülebirliği, gerät man leicht ins Stocken.

 

 

 

Wir tanzen, und sei es auch mit Krücken!
(21. Juni 2006)

 

Ein Tag ist schwerer als der andere. Israel bombardiert den Libanon. Die Gassen Beiruts liegen in Schutt und Asche. Und die Menschen im Libanon sind wieder auf der Flucht, kaum daß sie sich von einem langen Bürgerkrieg erholt haben. Nach zwanzig Jahren Wiederaufbau von Beirut, steht das Paris des Nahen Ostens schon wieder vor seiner Zerstörung. Mehr noch, der ganze Nahe Osten wird jetzt in einen neuen Krieg gezerrt. Es geht um Syrien und um den Iran. Wer kann diesen Krieg aufhalten und wie? Wie sollen in so einem Klima Palästina und Israel friedlich zusammenleben?

Und wie sieht es in unserem Lande aus? Auch hier: ein Tag ist schwerer als der andere, die Spannung steigt, und gewaltsame Zusammenstöße nehmen zu. An vielen Orten der Türkei sind Leichen aufgebahrt, Mütter weinen um ihre Kinder.[4] Der Zorn kennt keine Grenzen, und er hat auch den Ministerpräsidenten übermannt. "Wenn der Ministerrat morgen zusammentritt, dann ist das keine normale Sitzung", droht er und kündigt harte Vergeltungsmaßnahmen an. Rache und wieder Rache ist die beherrschende Stimmung im Land, und die Mehrzahl der Leute hat Logik und Verstand längst über Bord geworfen. Auch wir schlittern in einen Zusammenstoß hinein.

Was kann man am Abend eines solchen Tages tun? In eine Kneipe gehen und sich vor Hoffnungslosigkeit betrinken? Oder sich mit Magenkrämpfen ins Bett legen und auf Albträume warten? Kein Wunder, daß man an Krebs erkrankt, so wie Mehmet Uzun, mein kurdischer Bruder, dieser große Diener der kurdischen Literatur.[5] Seine Ärzte in Schweden sind mit ihrem Latein am Ende. "Ich weiß den Ausweg", sagt da Mehmet zu ihnen. "Bringt mich zurück nach Diyarbakir, mein Heimatviertel gibt mir Kraft." In Diyarbakir, in seinem Viertel sterben, für Mehmet kommt das dem Weiterleben gleich. Da wundern sich die Ärzte in Schweden. Was wissen sie davon, daß Leben und Sterben in unserem Viertel Brüder sind?!

Was kann man tun am Abend eine solchen Tages? Zum Glück haben die Unsrigen ein Konzert ausgerichtet. Sie haben ‘Die Freunde von Ruhi Sus’ eingeladen und dazu Sayat Nova und Kardeş Türküler.[6] [Wie sagte man früher]: Der Sänger kommt in unser Viertel.

"Was für ein Viertel?" mögen manche sagen, "ein Moloch ist die Stadt, gefüllt mit Menschenmassen, wer kann denn da des Sängers Laute hören?" Und andere mögen anmerken, in dem großen Freilufttheater, in dem wir uns versammelt hatten, blieben so viele Plätze leer. "Der Sänger kam ins Viertel, und keiner hat’s gehört" meinen sie schon entmutigt. Und doch, was bleibt uns sonst? Diese Musik ist Gegengift für ‘ethnische’ Konflikte. Das ist nicht einfach ein Konzert, das ist die reine Medizin. Es ist der musikalische Ausdruck für eine Kultur des Zusammenlebens.

Geliebter Mehmet, ich habe zwei Eintrittskarten, und eine ist für Dich. So sitzen wir zusammen, singen zusammen und irgendwann kommt es mir vor als tanzten wir zusammen. Und wieder einmal merken wir, daß das Zusammenleben der Kulturen, wie wir es heute schaffen, die Multikulturalität früherer Zeiten um Längen übertrifft. Eigentlich geht es erst jetzt so richtig los.

Früher sang jeder seine eigenen Lieder, heute singen wir auch die Lieder unserer Nachbarn. Wir fangen ganz von vorne an mit Multikulturalität. Und es ist alles andere als leicht, will Mühe, Ausdauer und kostet seinen Preis. Und diesen Pries zahlst Du, Mehmet, wie alle Sänger vor Dir.

Wir beiden wenden während des Konzerts die Augen nicht von jenem Chorsänger, der dort auf Krücken steht und anderen beim Tanzen zusieht. Er ist uns beiden ein Bild für unsere eigene Lage, denn schwankend wie auf Krücken gehen wir unseren Weg zu mehr Demokratie und zu mehr kultureller Vielfalt.

Was meinst Du Mehmet, wenn wir zu diesem Sänger hingingen, ihn unterfaßten, Du auf der einen Seite und ich auf der anderen. Und wenn wir so den Reigen anführten. Dann tanzten wir bis Jerewan. Und dann sagten die Leute dort: "Der Sänger ist in unser Viertel gekommen". Wie wär’ das Mehmet, sag, wie wär’ das? Ein rechter Sänger macht doch nicht auf halber Strecke halt. Und dieses Viertel dort ist doch auch unser Viertel. Stell Dir nur vor, Mehmet, wie Türken, Kurden und Armenier in Jerewan zusammen Lieder singen. Und nicht nur jeder seine eigenen Lieder, sondern die Lieder seiner Nachbarn. Und wir werfen die Krücken weg. Willkommen ihr Sänger, hier in unserem Viertel! Willkommen hier zuhause auf Deinem Boden, Mehmet!

 

 

 

Zeit für Psalmen
(14. Oktober 2005)

 

Ich kenne Onkelchen Abdülkadir gar nicht. Die E-Mail, die er mir geschickt hat, hat seine Schwiegertochter für ihn aufgeschrieben und an mich gesandt. "Erlaub’, daß ich Dich Söhnchen nenne!", so fangen seine Zeilen an, und dann schreibt er: "Wir sind im Fastenmonat Ramadan, und ich verrichte wieder alle fünf täglichen Gebete. Und immer bete ich auch für Dich! Hab’ keine Angst, ich flehe Gott an, daß er Dich beschützt. Vertrau’ auf mein Gebet!" Frau Varsenik dagegen kenne ich gut, sie ist die Freundin meiner Frau. Sie sitzen jetzt wieder zusammen beim Gebet.

Ich sitze im Büro und habe Amberin Zaman zu Gast, die mich zu meiner Verurteilung befragt.[7] Frau Varsenik weiß ganz genau, daß ich beschäftigt bin und läßt sich trotzdem nicht abwimmeln. Sie muß mir einen Psalm vorlesen, und sei’s am Telefon: "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den größten Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen."[8]

Wenn nur Amberin nichts davon bemerkt, wie mir zumute ist, daß ich den Tränen nahe bin und mir das Herz so eng wird. Ich bin doch schon als ein Gefühlsdusel bekannt, und sollte mich vor der Zeitungsfrau ein bißchen mehr zusammennehmen. Doch andererseits, was soll ich tun? Ich hab’ doch keine andere Waffe. Zwar hab’ ich auch meinen Verstand, doch in der Regel regiert mich das Gefühl. Ich bin ja kein Politiker. Mein ganzes Leben lang hab’ ich mich so verhalten und so geredet, wie ich fühlte und vorher keine Berechnung angestellt. Und auch als ich gesagt habe, "wenn es nicht anders geht, verlasse ich dieses Land",[9] kam das aus tiefstem Herzen.

Doch manchmal denke ich, mehr als meine Gefühle und meine Aufrichtigkeit scheine ich auch gar nicht zu brauchen. Muslime und Christen beten für mich. Die einen denken an die Sprüche des Propheten, die anderen an die Psalmen. Und ich, soll ich mein linkes Bewußtsein einschalten und mich von Gott fern halten, oder soll ich erneut meinem Gefühl folgen und jene Psalmen singen, die ich schon als Kind lernte? He, ihr meine linken Kollegen und he ihr Atheisten, meine Freunde, verachtet mich jetzt nicht, wenn ich den 23. Psalm ganz leise vor mich hinsage. Versucht einfach, mich zu verstehen.

"Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wandere im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir …"

Es gibt Psalmen, die kannte ich als Kind auswendig, sogar auf Armenisch. Preise im Psalmensingen habe ich gewonnen. Aber ich dachte damals immer, daß mir das alles nicht viel nützt, wenn ich erst einmal groß bin. Jetzt bin ich wohl erwachsen, doch immer noch nicht ganz vernünftig und bin vielleicht deshalb noch immer auf die Psalmen angewiesen. Heute ist es wieder so weit, heute ist wieder Zeit für Psalmen, und ich flüchte mich in den mit der Nummer 91. "Denn er hat seinen Engeln befohlen über Dir, daß sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen, daß sie Dich auf Händen tragen und Du Deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Auf Löwen und Ottern wirst Du gehen und treten auf junge Löwen und Drachen. Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen, er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen", spricht der Herr. "Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil."

 

 

Übersetzer: Günter Seufert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hrant Dink, geboren am 15. September 1954 in Malatya, war ein armenisch-türkischer Journalist und Mitglied des Herausgeberteams der in Istanbul erscheinenden zweisprachigen Wochenzeitung Agos und Angehöriger der christlichen Minderheit in der Türkei. Dink, der sich offen für die Ankerkennung des Völkermordes der Türken an den Armeniern zu Anfang des 20. Jahrhunderts einsetzte, war den nationalistischen Kräften in der türkischen Gesellschaft, besonders in der Justiz, ein Dorn im Auge und wurde von ihnen jahrelang mit Hass und Morddrohungen verfolgt. Am 19. Januar 2007 wurde er in Istanbul vor dem Redaktionsgebäude der Agos von einem Jugendlichen getötet. Augenzeugen zufolge rief der junge Mann nach der Tat: "Ich habe den Ungläubigen erschossen." Er wurde festgenommen, gestand die Tat, ohne Reue zu zeigen, und wurde, da er zur Tatzeit noch nicht volljährig war, zu einer unangemessen milden Haftstrafe verurteilt. Die Freunde und Anhänger von Hrant Dink erheben schwere Vorwürfe gegen den türkischen Staat, der es nicht vermochte, den so offenkundig gefährdeten Dink wirksam vor einem solchen Attentat zu schützen. An der Trauerkundgebung in Istanbul, die weltweit im Fernsehen übertragen wurde, nahmen 100.000 Menschen teil. Hrant Dink ist zum Symbol der Demokratiebewegung in der Türkei geworden. Überall in der Welt gedenken Menschen am 19. Januar 2011 des Vierten Jahrestages seiner Ermordung.

Die Wochenzeitung Agos ist zwar kein großes, aufwendig gestaltetes Magazin, in der Türkei aber durchaus einflussreich. Sie wurde von der türkischen Bürokratie schikaniert und auf vielfältige Weise behindert, weil sie sich kontroverser Themen wie der Diskriminierung nichtmuslimischer Bevölkerungsgruppen, der Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit und eben des Genozids an den Armeniern annimmt. Dink selbst wurde zigmal wegen "Beleidigung des Türkentums" angeklagt und vor Gericht gestellt – übrigens vor dieselbe Strafkammer des Istanbuler Gerichts, vor der zuvor auch schon der spätere Literarutnobelpreisträger Orhan Pamuk verurteilt worden war. 

Hrant Dink erhielt vor seiner Ermordung eine Reihe türkischer und internationaler Auszeichnungen für sein Engagement für Meinungsfreiheit und Menschenrechte. Postum wurde ihm am 15. November 2007, dem Internationalen Writers-in-Prison-Tag, der Hermann-Kesten-Preis verliehen, mit dem der deutsche P.E.N. Personen würdigt, die sich in besonderer Weise für die Freiheit des Wortes eingesetzt haben. 

Der Text „Şimdi mezmur zamanı“ erschien in der deutschen Übersetzung von Günter Seufert unter dem Titel „Keine Zeit für Psalmen“ in: Hrant Dink: Von der Saat der Worte, Zusammengestellt, übersetzt und herausgegeben von Günter Seufert, Schiler Verlag, Berlin 2008

 



 


[1] Kreisstadt in der Provinz Sivas in Zentralanatolien.

[2] Mit dem Vertrag von Sèvres (ein Vorort von Paris) endete am 19.8.1920 für das Osmanische Reich der Erste Weltkrieg. Der Vertrag sah die weitgehende Aufteilung Anatoliens unter Türken, Kurden und Armenier, sowie Besitzungen europäischer Staaten in Anatolien vor. Gegen diesen Vertrag richtete sich der türkische Unabhängigkeitskrieg (1920-1923), der mit dem Sieg türkischer Truppen endete und mit dem Vertrag von Lausanne besiegelt wurde.

[3] 1996 fand in Istanbul Habitat II, statt, die zweite Gipfelkonferenz im Rahmen des Wohn- und Siedlungsprogramms der Vereinten Nationen.

[4] Bezugnahme auf die Begräbnisse von türkischen Soldaten, die im Kampf gegen die prokurdische PKK gefallen sind. An den Grablegungen nahmen oft Zehntausende von Menschen teil.

[5] Vgl. Fußnote 35.

[6] Ruhi Su, sozialistischer Sänger, der viele traditionelle Melodien aufnahm und den "Freundeschor" gründete, gestorben 1985. Saya Nova, Tanzensemble, benannt nach dem gleichnamigen armenischen Sänger, Dichter, Komponisten und Geistlichen (1722-1759), Kardeş Türküler (wörtlich Bruderlieder), gemischter Chor, der Lieder aller Sprachen der Türkei und auch der Nachbarstaaten singt.

[7] Die Korrespondentin des Economist in der Türkei befragte Hrant Dink zu seinem Schuldspruch wegen "Erniedrigung des Türkentums", § 301 des türkischen Strafgesetzbuchs.

[8] Die Psalmen nach der Lutherbibel von 1912.

[9] Vgl. dazu den Artikel "Vor Angst verschreckt wie eine Taube" in diesem Abschnitt.

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