Helga Cmelka

 

 

 

 

 

ÖSTERREICH/AUSTRIA/AUTRICHE

 

ヘルガ・ツメルカ [オーストリア

 

 

Malerei, Grafik (Serigraphien), Objektkunst und Installation

 

 

Verknüpft, vernäht und verwoben

 

 

 

“The thread is the line and the needle is the pencil.

(HC)

 

 

 

Die „Verwertung von Vorgefundenem“, die „Modifikation innerhalb der eigenen Materialität“ ist typisch für meine Arbeitsweise. Für die Grafiken und Bilder verwende ich fertige „Meterware“, schneide, ziehe Fäden, nähe, verspreize, bündle, verschiebe…, schichte und überdrucke – es gibt immer ein Davor, ein Dahinter, ein Dazwischen. So entstehen Zwischenräume und Durchblicke und auch bei „flachen“, zweidimensionalen Arbeiten, Dreidimensionalität.  

 

 

 

 

 

 

Gewebe, in unterschiedlichster Beschaffenheit, Stärke und Struktur spielt dabei eine große Rolle. Ich füge dem Material eine zusätzliche textile Struktur zu. (…)„Der Faden ist die Linie, die Nadel wird zum Bleistift.“

 

 

                                                         

 

 

 

In einem Text für den Katalog der Ausstellung „STARK BEWÖLKT – flüchtige Erscheinungen am Himmel“, die 2009 im MUSA (Museum auf Abruf) in Wien gezeigt wurde, schreibt Marina Griesser-Stermschegg über meine „clouds“ (Objekte), dass … sie vergnügt von der „Leichtigkeit des Seins“ berichten. Und im selben Text: …Die Natur aber mit Kunst bespielen, als wäre die Kunst Natur? Und dabei das Immaterielle materiell fassbar machen? Hellga Cmelka nähert sich mit ihrer Serie von „clouds“ diesem scheinbar zum Scheitern verurteilten Versuch erfolgreich an. Sie konturiert, bindet, verdichten und modelliert Wolkenkörper aus verzinktem Eisendraht und durchwebt diese Körper mit einem dichten Netz von weißen, grobmaschigen Gewebebändern aus Polyester. Eine erstaunliche Kombination. Hartes Eisen und synthetisches Polyester als Material für etwas, das per definitionem aus Wasserdampf und Dunst besteht. …

 

 

 

 

 

 

Die ersten „clouds“ entstanden während meines Japanaufenthaltes 2006 für eine Open Air Ausstellung. Der Ort und das Material, das ich in Japan fand, gaben den ersten Anstoß für diese Arbeiten. Ähnlich wie bei den „Wolken“ verhielt es sich beim „Wasserfall“. Ich habe auch dafür in Japan ein Material gefunden, das so künstlich es ist, in meiner Verarbeitung eine völlig andere Wirkung erzielt und etwas „vorspiegelt“, was es nicht ist. An die 4000 Meter Schnur, aus dünnem, fast durchsichtigem Plastikmaterial werden geknüpft und fallen von ca. 5 – 8 Metern Höhe zu Boden, je nach Platz verschieden, entweder montiert zwischen 2 Bäumen oder über eine Feuermauer oder scheinbar frei schwebend. Dadurch, dass  bei der Arbeit kein „fertiges“ Material, also kein maschinell vorgefertigtes Gewebe verwendet wird, die Abstände unterschiedlich sind, jede Schnur einzeln verknüpft wird, die Linien sich überschneiden, aber dabei doch ein Rhythmus eingehalten wird, entsteht der Eindruck von fließendem, nach unten „fallendem“ Wasser. Vier einzelne, 8 Meter lange Teile, werden miteinander bei der Fertigstellung verknüpft. Wie in allen meinen Arbeiten gibt es auch hier ein Davor ein Dahinter und ein

 Dazwischen – Schicht über Schicht.

 

 

 

 

 

 

Viele meiner seriellen Arbeiten sind rein abstrakt, manchmal sind sie jedoch von der Natur beeinflusst.

 

Arbeitsaufenthalte in anderen Ländern, an anderen Orten, in einer fremden Umgebung, wirken sich auf meine Arbeitsweise und Themen aus. Aus der „normalen“ Arbeitssituation auszubrechen, sich für einen begrenzten Zeitraum in einem anderen Atelier einzurichten, bringt Veränderung und Impulse für die künstlerische Arbeit.

 

 

 

 

 

 

Durch die örtliche Veränderung kann Neues in die Arbeit „einfließen“, sie verändert sich, passt sich der Umgebung an – oder tritt in einen Dialog. Während meines Artist in Residence Aufenthaltes in Australien entstanden die ersten Arbeiten der Serie „symbol & lines“, Malereien und Grafiken in starken Rottönen und während meines Arbeitsaufenthaltes in Gmünd im Maltatal spiegelten sich die unendlich vielen Grüntöne der Wälder, Wiesen und des Wassers in meinen Arbeiten wider. Im Maltatal kehrte ich wieder einmal zum Thema „Wasser“ zurück.

 

 

 

 

 

 

Die Bilder, die dort während meines Aufenthaltes entstanden, spiegelten in Farbe und Rhythmus mein Eintauchen in diese Landschaft wieder.

 

 

 

 

 

 

Das Fließen, das Fallen, das Kräuseln der kleinen Wellen, wenn sie ans Ufer schwappen, vom klaren Türkis bis zum sumpfigen Grün, transparent wenn die Sonne an der Wasseroberfläche glitzert – Ausschnitte, Erinnerungsbilder, die ich in meinen Arbeiten festhalte – keine reale Darstellung, eher das emotional

beeinflusste Ergebnis meiner Erinnerung.

 

 

 

                  

 

 

 

Helga Cmelka & Manfred Chobot

 

 

 

 

 

 

 

 

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1952 born in Mödling / Lower Austria; Member of Wiener Künstlerhaus.

Invitations to international meetings in Finland, Germany, Austria, Hungary, Italy and others.

Invitations to Biennials and Triennials of Graphic Art: Maastricht / Netherlands; Varna / Bulgaria; Kairo / Egypt; British International Miniatur Print Exhibition; Biennal of Miniarute Arts, Gornji Milanovac; Internationale BuchKunstBiennale, Horn / Austria; Gyšr / Hungary; and others, Artist in Residence: Atelier Paliano / Italy, Solo- and group shows since 1983

The Fabric (textile) – with its very different properties, gauges and structures plays an important role in my work. The attributes of the material are a determining factor in the work process; the mechanical product is combined with personal handcraft.

 

It is a long process of addition and subtraction and sometimes even deconstruction (destruction)
Fibres are drawn, fine threads, vertical and horizontal, then, once again compact sewn forms – cutting out, pulling out, loosening, bundling, reinforcing, accentuating.

It is a form of drawing – the thread is the line and the needle is the pencil, the needle writes in the gossamer.

According to one philosopher we are all composed of structures at different levels. However we decide to view this theory, Helga Cmelka’s artistic programme attempts to translate it into realisation. She layers our structures, one on top of the other, articulating anew. When a woman portrays herself in this way – weaving, spinning and painting, she arbitrarily exposes her inner world. (As the Hungarian poet Wešres wrote: “When a woman dissects an orange and readily offers you a few segments, she almost exposes her inner self, presents you with that which is due to you, from her own personal emotional world”) Artists follow their own motivations and thereby expose (identify ) the world’s fine layers, place them on top of each other, weave them together, make them cohesive and give them colour.

“The thread is the line and the needle is the pencil” – says Cmelka.

Set against the run of the thread, she adds further textile structure to the canvas. With the application of classical sewing techniques such as thread pulling, twisting, knotting, stitching, independent compositions come into being: Concave arches, sickles, irregular zigzag lines – somehow metaphoric: eyes, shells, wounds, vulvas, worms, snakes – “gibes”, which remind of Klee. The preparation work on the structure-giving textile proved to be boring, irksome spadework, which contrasted with the colour explosion that followed. In the Paliano studio, the Italophile artist found her way back to “her” colours: “The heart is red, blood is red, heat is red”. In spite of the dominance of red variations, she selects from the complete spectrum, unerringly creating harmony and establishing pointed, complimentary accents.

……”It is not illustration, much more an investigation, feelings and atmosphere find the appropriate colours. I look deeper into thoughts, search after the story, take up the dialogue, ( I ) Write the poems and write over them.
The writing devours itself in endless garlands and becomes unreadable”……..

 

                                                                           

Helga Cmelka & Manfred Chobot

 

 

 

 

 

 

 

 

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Helga Cmelka

 

1952 geboren in Mödling/NÖ; lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Brunn a. Geb. und Wien.

 

 

 

 

 

 

Mitglied des Wiener Künstlerhauses und der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung.

 

1989, 1992 Preis des Kunstförderungsfonds der Wiener Handelskammer

 

1993 Preis der Fa. Mannesmann zum Thema «Wasser»

 

1994 Wojti-Wimmer-Preis des Wiener Künstlerhauses

 

2001 Stipendium Bundesländeratelier Paliano/Italien

 

 

 

 

 

 

2003 1. Preis beim XXXV. International Artists’ Symposium, Györ

 

2007 Preis der Direktorin des Museums, Gravix2007, Int. Kleingrafikbiennale Breclav/CZ

 

2007 Artist in Residence and Visiting Lecturer, RMIT University, School of Art, Printmaking Department, Melbourne, Australien

 

 

 

 

 

 

2006, 2008 Einladung zum “Internat. Openair Expressions 2006 in Hiki“ Tokyo/Japan

 

2009 Abiko International Open-Air Art Exhibition, Abiko/Tokyo/Japan

 

2011 „Come into new Bud: Omni Vision“ Jara Island International Baggat Art Exhibition, Korea

 

Einladung zu internationalen Symposien u.a.: Kajaani/Finnland

 

 

 

 

 

 

Kleinsassen/Hessen/D, Györ/Ungarn

 

Borgo, Valsugana, Italien, Medana/Slovenien u.a. 

 

Beteiligungen an Grafik-Biennalen und Triennalen u.a.: Maastricht; Varna; Kairo

 

 Gornji Milanovac; Györ, Krakau, Oldenburg/D

Buchprojekte in Zusammenarbeit mit Autoren und als Herausgeber.

 

Arbeiten im öffentlichen Raum – Kunst in der Landschaft

 

 

2345 Brunn a. Geb.,

Pöllangraben 12, 0043-2236/377 146,

helga.cmelka@aon.at

 

 

 

 

 

 

 

 

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Fotos bei einer gemeinsamen Lesung, anlässlich der Finissage „nur fliegen ist schöner – Helga Cmelka, Malerie, Grafik, Objekte, Februar 2009, Galerie Denkraum, Wien/A.

Chobot-Cmelka Lesung,

Chobot-Cmelka Lesung,

Cmelka-Chobot Lesung,

 

Serigraphien zu Gedichten von Manfred Chobot:

Zu M. Chobot „selbst orpheus“,

zu M. Chobot „nur fliegen ist schöner“

zu M. Chobot „mannigfach“

„Eurydikes Antwort“

 

weitere Serigraphien:

symbol & lines I,

symbol & lines IV, Detail

scribble III,

 

Malerei:

„Schmetterlingskuss“, Malerei, genäht, Leinwand, Gaze,

 

Malerei, genäht, Leinwand, Gaze, Detail: „Malta I“

 

Aus der Serie: „waves“, Malerei genähnt auf Leinwand

 

Malerei auf Büttenpapier: „nachts“,

 

Cmelka malend: Internationales Gastatelier Maltator, Gmünd/Kärnten, 2009

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