Hasan Özdemir

imperativ

die landschaft, sanft und zärtlich,
wirft ihren hunger aus dem leib
weg. küss die zeit am auge.

am berghang denes lebens
werfe dich auch hin, befreie deinen
verstand von vergangenen last.

du bist schwanger mit der zeit
lass eine rosenspur und
geh mit dem wind.

es weht.

 

 

Zeit im Auge

Wir gehen entlang der Sommerwege
und erzählen von vergangenen Tagen
Die Zeit nimmt unseren Vätern das Leben
und unseren Augen die Kraft.

Jetzt wachsen
Söhne und Töchter heran. Sie werden
besseres Augenlicht haben
als wir

Im Garten Deutschlands steht ein Baum
Er trägt saftige Früchte komm
wir bauen uns dort ein Haus
und wischen ab die Haut der Zeit

 

 

Stadt

Hier ist die Zeit und der Fluss. In den Kneipen

trinkt und lacht die Gesellschaft. Auf ihren Zungen

haben manche ein böses Wort

Ein Gesicht auf dem Spiegel der Nacht.

Es lacht. Es lacht mich aus, zeigt auf mich

mit dem Finger.

Schwarzer Nebel ist die Nacht der Gedanken

Verdreckte Zeit ist mein Hemd, das ich wasche

in jeder Nacht mit meiner Vernunft.

Er fließt, braucht keinen Kompass

und sagt; wer im Schatten lebt

ist nicht er selbst

 

 

Noteingang

Schritte

ihre Blicke verflüchtigt

verlieren sich in ihrem Ziel

Hände

sind im Müll suchen in Zughaltorten

nach Brot und weich auch ist ihre

Seele

wenn du auf richtige Stelle

drückst

 

 

Jene Nacht

Einst waren wir Kinder der Winde rannten

mit ihnen hinauf auf die nackten Berge

und bewachten die Nacht verschwitzt

träumten wir

im Sommer

sangen Lieder von der Liebe

vergaßen die Zeit ohne es zu wissen

glaubten wir an die bessere Tage

als wir leben

übten gingen von uns einige

Traumbrüder verstreut

sind wir jetzt wie Sterne einsam

Wem gehört jene Nacht

 

 

Das Verlangen

 

Ich bin Augustnacht sagst du

habe Lust auf April erregt nach Liebe

Uns bewacht das Warten. Ich weiß

bin in deinen Augen. Jetzt

ist Liebeszeit. Sie verlangt Hingabe

keinen Gesang

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