Elke Heinemann

 

Foto: Heidi Scherm

 

 

(Deutschland)

 

 

duett

 

er

als er an diesem tag die bibliothek betrat und ein buch ein beliebiges buch aufschlug bemerkte er dass alle seiten unbeschrieben waren und auch alle anderen buecher waren ungeschrieben die seiten waren weiss da hoerte er ploetzlich eine stimme die stimme eines mannes eine monotone stimme eine unablaessig monologisierende maennerstimme aber als er sich umdrehte war niemand zu sehen so suchte er in allen raeumen neben vor hinter den regalwaenden aber die stimme sprach ununterbrochen weiter ohne dass jemand zu sehen gewesen waere so glaubte er sich geirrt zu haben und wollte das buch zurueckstellen doch das dunkelgruene laub fuellte jedes fach die blaetter waren wie gelackt und er stand mitten im wald und versuchte vergeblich sich zu befreien

 

 

sie

aber sie hatte nichts gehoert nur lagen da als sie den wald verlassen wollte und den ausweg suchte buecher wie kieselsteine auf der erde und glaenzten im mondlicht so dass sie haette lachen muessen waere da nicht ploetzlich dieses seltsame geraeusch hinter ihr gewesen das geraeusch ihrer eigenen schritte die nicht verhallten sondern zwischen den baeumen und den straeuchern schallten sich vervielfachten sich vermehrten dachte sie und wurzeln schlugen und sie beugte sich rasch zu einem dieser glaenzenden buecher hinab aber sie konnte es nicht aufheben es war wie verwachsen mit den steinen auf dem weg und so blieb sie im wald bei den buechern stehen

 

 

 

Wie Mann und Frau

Sieben Gesänge von Liebe und Not

 

 
I

 

Aber, sagte sie. Aber er drehte sich um. Seine Stimme, dachte sie, es ist, als hätte er sich verirrt. In der Liebe geirrt. Eine Stimme, die in der Dunkelheit das Licht sucht. Eine Stimme, die niemals weint, niemals klagt, niemals zetert. Ein dumpfes Trommeln hörte sie in der Ferne, das Rauschen des Meeres. Seine Stimme. Und sie berührte seine Haut, und sie dachte an ein knisterndes Geräusch, an ein verbrennendes Insekt in der Kerzenflamme.

 

II

 

Und sie saßen in dem Zimmer am Meer, in dem nur das Bett stand. So saßen sie auf dem Bett wie Mann und Frau. Es war ein helles Zimmer, die weißen Vorhänge bewegten sich leicht im Wind. Und als er aufstand, sie erinnert sich, sagte er, er habe sein Gesicht verloren. Er stand vor dem Fenster. Irgendwo lachte jemand laut auf. Und sie starrte auf den Rücken dieses Mannes, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Und der Mann stand vor dem Fenster, und der Wind fächerte die Vorhänge auf. Und sie erinnert sich an alle Wörter, die er sagte. Aber sie konnte sie nicht verstehen. Sie hörte, wie er die Silben betonte, die Wörter in einer Reihenfolge hintereinander sprach, die Stimme hob und senkte. Und sie starrte auf die Falten der Vorhänge, die sich übereinander legten, sich trennten, sich aufbauschten, sich glätteten. Und sie hörte, wie sich die Stimme des Mannes in eine Melodie verwandelte, in einen einzigen hohen Ton, der schrill aus ihr herauszudringen schien. Sie erinnert sich, wie ihre Kehle eng wurde und wund von dem Ton, wie sie ihren Hals berührte und die Vibration des Tones spürte. Sie konnte den Mann nicht mehr sehen. Sie sah, wie der Wind sich in den Vorhängen fing, sie auseinander zerrte. Aber das Fenster war ein Spiegel, und er zeigte ihr Gesicht. Und das Zimmer lag schwer und dunkel hinter ihr wie im Traum.

 

III

 

Die Musik, sagte er. Und es schien, als starrte er auf eine leere Fläche. Sie aber saß am Ufer des Meeres und preßte die Handflächen auf die Ohren. Die Musik, hatte er gesagt, und von fern war dieser Ton gekommen, ein hoher, schriller Laut, ein reißendes Geräusch, ein Krachen, ein Donner, die Detonation. Eine Mißstimmung, dachte sie. Ein Gewimmer, ein Gezeter, ein Geflehe. Laß’ diesen Ton aus, sagte sie, schrie. Und es war, als rannte sie davon, immer weiter, so weit sie der Ton begleitete, und er sagte, es ist der Klang. Eine Stimme, meine.

 

IV

 

Eine Frau wie die, sagte er. Er stand vor dem Fenster, seine Silhouette hob sich scharf von dem hellen Rechteck ab. Eine alte Fotografie fiel ihr ein, ein schlecht belichtetes Bild, auf dem das Gesicht des Mannes und die Einzelheiten seiner Kleidung nicht zu erkennen waren. Eine Frau wie mich hätte man zu früherer Zeit verbrannt. Ins Wasser geworfen. Eine Frau, die soweit gekommen ist, fuhr er fort. Und dann ist es aus. Filmriß. Sie wagte nicht, sich zu bewegen, als könnte sie durch die eigenen Starrheit den Mann dazu zwingen, still vor dem Fenster stehen zu bleiben. Im Zimmer roch es nach Farbe, wie nach einer Renovierung. Wenn sie die Augen schloß, verschwand die Silhouette des Mannes langsam, als werde sie von dem Dunkel hinter den Lidern aufgesogen. Sie hörte seine Stimme. So eine Frau. Sie öffnete die Augen und sagte ganz schnell und sehr leise, daß er immer oben stehen bleiben würde.

 

V

 

Sie war allein  in dem Zimmer am  Meer. Sie saß vor dem Spiegel, und es war, als hätte sie vergessen, ihm etwas zu sagen. Sie hatte eine Fotografie, die sie beide zeigte, in der Mitte durchgerissen. Sie hatte die Hälfte, auf der er zu sehen war, in den Rahmen des Spiegels gesteckt. Aber vielleicht hatte sie sich geirrt. Vielleicht war es gar nicht diese Fotografie gewesen. Vielleicht war es das Bild eines Fremden, das Bild eines ihr vollkommen unbekannten Mannes. Aber dann glaubte sie, seine Stimme zu hören, die sehr leise Abschiedsworte oder Begrüßungen sprach. Eine rauhe, schmeichelnde Stimme. Und die Liebe? fragte sie. Aber als er das Zimmer betrat, sah sie sein Spiegelbild hinter ihrem Gesicht.

 

VI

 

Zum letzten Mal, sagte sie. Aber plötzlich wußte sie nicht mehr, was sie damit sagen wollte. Zum letzten Mal. Sie wiederholte den Satz. Er schaute sie ruhig an. Er saß ihr gegenüber und betrachete ihr Gesicht. Er sah ihre Augen. Zum letzten Mal. Sie dachte an den roten Kiesweg, der steil bergauf führte. Sie waren immer wieder diesen Weg entlang gegangen. Sie sah sich selbst auf diesem Weg stehen, sie wartete auf ihn. Er ging langsam, ohne aufzublicken, er ging an ihr vorbei, bergauf. Sie konnte ihn nicht zurückhalten. Aber wenn sie lange nach ihm das Ende des Weges erreicht hatte, stand er immer noch dort, und unter ihnen lag das Meer. Niemals begleitete er sie, wenn sie durch die Dünen zum Strand ging. Strandhafer ritzte die braune Haut ihrer Beine auf, und wenn sie sich umdrehte, konnte sie ihn sehen wie einen Scherenschnitt vor dem weißen Sommerhimmel. Aber das Licht war so grell, daß sie die Augen schließen mußte. Und sie konnte seine Stimme nicht mehr hören, nur noch den Wind und die Wellen.

 

VII

 

Und wenn alles endete. Sie betrachtete ihn stumm. Wenn alles endete wie es begonnen hatte. Mit einem Schlag. Sie schüttelte den Kopf. Das Ende. Das war das Ende. Mit einem Schlag. Er stand auf, hob die Arme und beschrieb einen Kreis. Und sie hörte seine Stimme, die eine alte, langsame Melodie war. Da trat sie auf ihn zu. Und als es dunkel wurde über dem Meer, tanzten sie noch immer, und sie tanzten noch immer, als der Himmel wieder weiß wurde und klar. Aber sie hatten vergessen, daß sie tanzten, und so konnten sie nicht wissen, ob es Tag war oder Nacht.

 

 

Ich liebe dich, hatte er gesagt.

Und es war, als hätte sich irgendwo eine Tür geöffnet, und nachdem sie die Schwelle im Traum überschritten hatte, be­trat sie ein schwach be­leuchtetes Treppenhaus, die Stiegen kreuz­ten sich hoch über ihrem Kopf. Jemand schien einen schwarz­weißen Mäander auf die Wände gemalt zu haben, aber als sie näher trat, sah sie, daß es Myriaden ge­fleckter Schneckenhäuser waren, die wie opake Spie­gelfenster glänz­ten. Und als sie die Treppe be­trat, spürte sie, daß sich die Stufen un­ter ihren Füßen beweg­ten, daß sie sich dreh­ten, daß sie sich in die glä­serne Kuppel eines Domes schraubten. Über den Stufen wand sich die end­lose Schnecken­kette, und sie er­kannte nun, daß die Scha­len mit den Schriftzei­chen einer fremden Spra­che bedeckt wa­ren. Aber als sie ver­suchte, die Zeichen zu le­sen, be­merkte sie, daß die Schrift in die andere Richtung wies, sie führte hinab, in die Krypta der Kir­che, und hinein in das schwarze Was­ser, das vom Grund aufstieg. Und als das Wasser in ho­hen Wellen über ihrem Kopf zu­sammenschlug, hörte sie dicht ne­ben ihrem Ohr die Stimme eines Mannes, die ruhig und gleichmäßig und unablässig sprach. Und es war, als reichte ihr jemand die Hand wie zum Tanz, als legte er den Arm um sie, als führte er sie aus dem Was­ser und drehte sich mit ihr vor einem Spie­gel. Und als sie auf­blickte, glaubte sie, diesen Spiegel vor sich zu sehen, sie glaubte, sich selbst in ihm zu erken­nen, sie sah, wie sie aus dem Wasser stieg, sich um­wandte und dem Mann zu­schaute, der seinen Leib öffnete, das rohe Mus­kelfleisch klaffte auseinander, das bei­nerne Ge­rüst der Brust schien sich wie eine Spi­rale zu dre­hen, und sie glaubte, sich selbst zu sehen, wie sie mit ra­schen Schrit­ten diese hellen und dunklen Win­dungen durch­querte, hinauf­stieg und wie­der hinab.

Ja, sagte sie nach einer Weile, ich liebe dich auch.

 

Katzenhirn

 

Könnte mir jemand meinen Kopf abnehmen, bitte? Mein Hirn ist unerträglich leicht, so ganz ohne Wörter. Bitte, nehmen Sie mir doch meinen Kopf ab, am besten mit dem Hals, dann bin ich auch die Stimmbänder los, die sind ja nicht mehr nötig. Und nun noch das Herz und den Unterleib, untrennbar sind sie miteinander verbunden, man kann sie nur zusammen abnehmen. Die Hände wären auch noch zum Abnehmen da, der Rest spielt keine Rolle, nur ein Paar Armstecken, ein Paar Schenkel und Waden mit zwei Füßen daran, das alles ist nicht wichtig. Wenn Sie mir jetzt bitte den Kopf abnähmen, dann könnte ich mir in Ruhe beim Sterben zusehen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, das Meer zerwühlt, und ich will sterben, denn die Wörter sind mir im Hirn vertrocknet oder sonst wie abhanden gekommen, ich kann nicht mehr schreiben wie ich will oder soll. Meine Seele ist ein Kätzchen, es sitzt in einem dunklen Stall und schreit. Festgebunden hat es die Bäuerin, als man es ihr brachte, sie sei eine liebe Frau, hieß es, und gut zu Tieren. Festbinden müsse man es schon, damit es nicht fortliefe. So sprach die Bauersfrau und fand einen Strick für meine Seele, himmelblau, sie maß den Umfang des Köpfchens, des Hälschens, des Herzchens. Das Kätzchen biss, kratzte, schrie sich die Stimmbänder rau und wund.  Ruhig, ruhig, es ist besser so für dich, besser als die Freiheit, denn die ist der Tod. Das sagt warnend die Frau vom Land. Mit grober Hand knüpft sie Knoten und Schlinge, einen eisernen Ring findet sie, der das Band hält und einen schweren Stein, das Tierchen wird ihn nicht bewegen können, dazu fehlt ihm die Kraft. Schon legt ihm die Frau das Band um den Hals, die Schlinge zieht sie zu, sie lässt das Kätzchen zu Boden, es fällt auf staubiges Stroh, bedeckt mit Hühnerfedern und Kot. Das Tier wütet sofort gegen das Band, springteufelt zwischen kotbespritzten Wänden mit Geschrei und immer so weiter. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint. Ich finde keine Wörter, nur den drohenden Blick der Bäuerin, Psyche wäre ein Wort, aber was ist sie ohne Amor, nur ein zitterndes Fellchen. Die Bauersfrau schaut aus dunklem Faltengesicht auf meine bittend ausgestreckte Hand, sie findet im dornigen Gebüsch, das den Stall umgibt, eine leere Sardinendose, in die gibt sie ein wenig trockenes Tierfutter. Ich kann es nicht essen, ich will es nicht essen, es macht meinen Kopf krank und mein Herz, ich werde nie wieder Wörter finden, wenn ich es esse, bin ich tot. Das Kätzchen frisst nicht, es liegt zitternd hinter dem Stein. Ich schreibe nicht, ich schreie, kein Wort, schreie ich, kein Wort ist zu hören. Die Bäuerin schüttelt den Kopf, schließt die Stalltür. Im Außen immer noch die Sonne, der Himmel, das Meer. Im Innen die Angst vor dem Tod. In der Nacht laufe ich zum Stall, Tiergeschrei in der Dunkelheit. Ich werde dich befreien! Aber dann finde ich den Schlüssel zur Stalltür nicht. Du musst ausharren, nur eine Nacht, morgen komme ich und überliste die Bäuerin, die Wort-, die Tierschänderin, dann bist du frei!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kurzvita

 

Elke Heinemann wurde in Essen geboren. Nach Magisterabschluss und literaturwissenschaftlicher Promotion an der Freien Universität Berlin, Besuch der Hamburger Henri-Nannen-Schule für Journalismus sowie längeren Arbeitsaufenthalten in Paris und London lebt sie als Schriftstellerin in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie hat zwei Romane veröffentlicht, zwei Sachbücher, Kurzprosa, Essays, Hörspiele, Radio-Features, Feuilletons und Rezensionen, auch war sie an intermedialen Projekten beteiligt. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Weitere Informationen, Leseproben, Presse: http://www.elke-heinemann.de

 

 

Ausgewählte Auszeichnungen:

 

1994        Stipendium des Berliner Senats im Künstler-haus Schloß Wiepersdorf

1999        Förderpreis zum Literaturpreis Ruhrgebiet

2000        1. Preis Floriana Biennale für Literatur (A)

2002        Esslinger Bahnwärter-Stipendium für Literatur

2005        Auszeichnung beim 1. Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes

2006        Finalistin der ARD in der Kategorie „Hörfunk – Feature“ beim Prix Italia

2008        Hörspiel des Monats Juni der Deutschen Akade – mie der Darstellenden Künste

2009        Finalistin beim Limburg-Preis für Literatur

2012        Alfred-Döblin-Stipendium, Akademie der Künste Berlin

 

 

Ausgewählte Publikationen:

 

Romane:

Kiss Off. Bestseller in Echtzeit, Edition Nautilus, Hamburg 2008; Der Spielplan. Ein Liebesroman, Edition Nautilus, Hamburg 2006

 

Sachbücher:

Meret Oppenheim. Eine Portrait-Collage, Edition Nautilus, Hamburg 2006 und 2013; Babylonische Spiele. William Beckford und das Erwachen der modernen Imagination, Fink, München 2000 (zgl. Dissertation Freie Universität Berlin 1997)

 

Prosa, Essays, Feuilletons, Rezensionen:

Publikationen in Zeitschriften und Zeitungen wie DIE ZEIT, Berliner Zeitung, Freitag, Frankfurter Rundschau, Stuttgarter Zeitung sowie in Literaturmagazinen und Anthologien (zuletzt: „Eine endliche Geschichte“ In: Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik Nr. 33, Januar 2013)

 

Hörspiele, Features, Feuilletons, Essays, Rezensionen:

Produktionen in Programmen aller ARD-Hörfunksender (zuletzt: Liebeskummerkunst. 6 Interventionen, WDR/DKult 2011. Öffentliche Präsentationen: OH!Ton-Festival Potsdam 2011, 9. Leipziger Hörspielsommer 2011. Übernahme NDR 2012, Wiederholung DKult 2012; Gefährliche Liebschaften II. Remix, WDR/BR 2012, Übernahme SWR und DKult 2013; Helmut-Heißenbüttel-Homestory. Radioprojekt mit Ida Heißenbüttel, NDR/DLF/WDR 2013, Übernahme BR 2013)

 

Künstlerische Kooperationen, intermediale Projekte:

Diverse Aktivitäten (z.B. Teilnahme am Projektteam „5. Autorinnenforum: ‘Schriftwechsel’“ Berlin – Rheinsberg 2004, „Beyond Feminism“, Aktion mit der Regisseurin Rachel Clarke, Istanbul 2008, „Jour Fixe“ mit den Autorinnen Claudia Schattach und Ingrid Kaech, Berlin 2013)

 

 

Pressestimmen zur Person

Von Ruhe, Romanen und dem Rummel im Supermarkt. Die Berliner Schriftstellerin Elke Heinemann zieht als neue « Bahnwärterin » in den Esslinger Merkelpark.
Portrait von Julia Buschmann, Stuttgarter Zeitung, 17.09.02

Elke Heinemann wird ihr Berliner Domizil am Prenzlauer Berg verlassen, um ein Vierteljahr in Esslingen zu weilen. Und um – in erster Linie – an ihrem ersten Roman weiterzuarbeiten. Bei dem Roman handelt es sich – so viel ist sie bereit preiszugeben – um einen Liebesroman. Jedoch nicht um einen von der Sorte Hochzeit, Herzschmerz und Happy End. In ihrem ersten Roman dreht sich alles um Rollen, Klischees, die vielfältigen Ideen vom Glück, Frauentraditionen… – « und moderne Reproduktionsmaßnahmen. »

« Offen für vieles ». Elke Heinemann ist die neue Esslinger Bahnwärterin.
Portrait von Elke Eberle, Esslinger Zeitung, 17.09.02

Der neue « Esslinger Bahnwärter » – so die nach wie vor offizielle Bezeichnung – ist eine Frau, nämlich die Schriftstellerin Elke Heinemann. Zwei unterschiedliche Wege ist sie erfolgreich gegangen. Als die Wege sich kreuzten, schlug sie einen dritten ein: Seit 1996 arbeitet die promovierte Literaturwissenschaftlerin, Historikerin und Journalistin als Schriftstellerin und Hörfunkautorin in Berlin. Für ihren Arbeitstag im Bahnwärterhaus hat sich Elke Heinemann feste Zeiten gesetzt, als Ergänzung strebt sie jedoch heraus aus der Isolation des Arbeitszimmers, um « Leere mit Fülle zu kontrastieren », Wege und Abgeschiedenheit mit buntem Treiben. Ziel ihrer Spaziergänge könne aber durchaus auch einmal ein Supermarkt sein, in dem sie die Menschen beobachte.

Zettelwirtschaft. Vom Alltag der Schriftsteller.
Ein Feature von Margrit Dürr über Anne Gollin, Elke Heinemann, Felicitas Hoppe, Jochen Schmidt, Ulrich Woelk u. a., Deutschlandradio Kultur, 06.03.01

Pressestimmen zu ausgewählten Auszeichnungen

KIND TÖTEN (Endauswahl Limburg-Preis für Literatur 2009) Zeno. Jahrheft für Literatur und Kritik Nr. 30, 01.12.2009

Heinemann erzählt von den Autoritätsstrukturen einer Kleinfamilie, es geht um die Anfänge des Menschwerdens – alles rasant geschrieben, komplex durchdacht.
Berliner Abendblatt, 13.02.10

Hörspiel des Monats Juni 2008: Ernst Ludwig Kirchner – Inside Out. Hörbild nach Leben und Sterben eines Malers. DLR/WDR/RB 2008, Wiederholung WDR 2008, DLR 2009, Übernahme BR 2008, DLF 2008, NDR 2008, MDR 2009, RBB 2009, HR 2009, HR 2011 Öffentliche Präsentation: Das HörTheater im Franzz Club, Berlin 2008, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 2010, Galerie Stihl, Waiblingen 2010, ZKM – Museum für Neue Kunst, Karlsruhe 2011, Galerie Vogelmann, Heilbronn, 2011

Elke Heinemann hat mit Regisseur Martin Zylka eine Collage zu Kirchners Leben und Sterben geschaffen, ein Dank seiner Realitätsfragmente lebendiges Hörbild über das Verhältnis eines Künstlers zur ihn umgebenden Gesellschaft.
Aus der Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, 08.07.08

Der Maler Ernst Ludwig Kirchner hat faszinierende Bilder geschaffen, die unsere sinnliche Erfahrung auf den Kopf stellen. Aber Kirchner war auch sein Leben lang krank und drogensüchtig. Er flüchtete vor der Welt in ein einsames Alpendorf, mit 58 Jahren schoss er sich tot. Das schöne Hörspiel „Ernst Ludwig Kirchner – Inside Out“ von Elke Heinemann zeichnet die Künstlertragödie in einer akustischen Collage nach.
Tom Peuckert, Der Tagesspiegel, 31.12.08

19 Jahre lang lebte Ernst Ludwig Kirchner in der schönen Davoser Berglandschaft, am Ende isoliert und verzweifelt bettelnd um das nächste Morphium-Rezept bei seinem Arzt. Besonders diesem tragischen Kapitel in Kirchners Leben widmet sich das Deutschlandradio-Hörspiel « Ernst Ludwig Kirchner − Inside Out », das im Rahmen von « Meisterwerke zu Gast » in der Kunsthalle Vogelmann rund 100 Interessierte anzog. Allein Briefwechsel, Tagebücher und Originaltöne von Zeitzeugen machen das Hörspiel aus, das auf jeden Kommentar verzichtet und so ein authentisches und spannendes Bild dieses Mannes und seiner Zeit zeichnet.
Uwe Deecke, Heilbronner Stimme, 04.07.11

Finalistin der ARD in der Kategorie « Hörfunk-Feature » für den Prix Italia 2006: Warten auf ein Echo. Hommage an Meret Oppenheim. WDR 2005, Wiederholung 2006, Übernahme ORF, SWR, DLR 2006, NDR 2007

Nach einer zweitägigen Sitzung, die vom 9. bis 10. Mai beim Südwestrundfunk in Baden-Baden stattgefunden hat, hat die ARD-Vorjury über die deutschen Hörfunk-Einreichungen für den Prix Italia 2006 entschieden. Aus insgesamt 42 Einreichungen wurden vier Produktionen nominiert, je eine in den Kategorien « Feature » und « Musik » und zwei in der Kategorie « Hörspiel ». In der Kategorie « Feature » entschied die Jury für « Warten auf ein Echo. Hommage an Meret Oppenheim » von Elke Heinemann (WDR, Erstsendung: 10.11.2005). Der 1948 von der italienischen Rundfunkanstalt RAI ins Leben gerufene Prix Italia gilt als älteste und wichtigste internationale Auszeichnung für Radio-, Fernseh- und Internet-Produktionen.
Südwestrundfunk (ots), 11.05.06

Im Vorfeld der Meret-Oppenheim-Retrospektive in Bern kommt die Übernahme eines Radio-Features durch das Südwestradio gelegen, das Ende vergangenen Jahres im Westdeutschen Rundfunk produziert worden ist. « Warten auf ein Echo – Hommage an Meret Oppenheim » hat es die Autorin Elke Heinemann betitelt. Dabei ist es gar nicht einmal die Redundanz des Echos, die ihrem Feature Struktur gibt, als vielmehr die Figur eines Mäanders, der durch Interview-Äusserungen von Zeitzeugen sowie durch historische Aufnahmen genährt wird. Doch die Radiosendung, die von der ARD zum diesjährigen Prix Italia eingereicht worden ist, versteht sich ohnehin nicht als Dokumentation. Im Sinne eines Traktats versucht sie zugleich, Oppenheims Verständnis einer geschlechtlich nicht fixierten Kunst zu vermitteln. Diese Herausforderung eingespielter « Regeln der Kunst », wie sie bei Pierre Bourdieu heissen, bringt zwar neue Rezeptionsschemata hervor – immer wieder ist etwa vom Androgynen die Rede, das Oppenheims Arbeit charakterisiere. Aber die Einsichten in die kulturellen Funktions-Hierarchien haben ihre Geltung kaum verloren: Jede wirklich neue Idee sei ja eine Aggression, und Aggression, erklärt Oppenheim, sei « eine Eigenschaft, die im absoluten Widerspruch steht zum Bild des Weiblichen, das die Männer auf Frauen projizieren. »
Neue Zürcher Zeitung, 17.05.06

Esslinger Bahnwärter-Stipendium für Literatur 2002: Der Spielplan. Ein Liebesroman, Edition Nautilus, Hamburg 2006

Die Welt, wie sie Elke Heinemann sieht, gehorcht dem Diktat von Fernsehen und Werbung. Dort schwärmen Frauen von schlanken Körpern, die Männer von medialen Revolutionen.
Nico Bleutge, Stuttgarter Zeitung, 15.11.02

« Der Spielplan » ist kein Bildungsroman, die Protagonisten sind Person gewordene Phänomene, ihnen bleibt weitestgehend die Annäherung an Selbsterkenntnis untersagt. Der Roman selbst jedoch erhebt aufklärerisch die Stimme.
Elke Eberle, Esslinger Zeitung, 15.11.02

1. Preis Floriana – Biennale für Literatur 2000: Der Spielplan. Ein Liebesroman, Edition Nautilus, Hamburg 2006

Die Schriftstellerin Elke Heinemann erhält den ersten Preis der Floriana 2000, der mit etwa 14000 Mark dotiert ist. Die Autorin habe, so heißt es in der Begründung der Jury, « eine gnadenlos genaue und ironische Auseinandersetzung mit vorgegebenen erotischen Klischees und Vorstellungen » vorgetragen. Weitere Preise gingen an Franz Josef Czernin und Birgit Kempker.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.00

Die Berlinerin Elke Heinemann gewann am Samstag den Literaturbewerb « Floriana 2000 » im Alten Kino in St. Florian, der mit einem Preisgeld von 100.000 Schilling dotiert ist. Literaturwettbewerbe sind ein wichtiger Beitrag zur Förderung von Autoren. Noch dazu hat sich die « Floriana » neben den Rauriser Literaturtagen und dem Klagenfurter Bachmann-Preis etabliert und bietet ein gleich hohes Niveau.
Perger, 15.11.00

Der erste Preis – 100.000 Schilling, die vom Land OÖ gestiftet wurden – geht an die Deutsche Elke Heinemann. Ihr Text stelle das diesjährige Thema « Erotik » in die unmittelbare Gegenwart, heißt es in der Jurybegründung.
Neues Volksblatt, 13.11.00

Elke Heinemann wurde am Wochenende der 1. Preis – 100.000 Schilling des Landes OÖ – beim Literatur-Wettbewerb « Floriana » zugesprochen. Mit dem 1. Preis habe die vierköpfige Jury « schon Signale setzen wollen: Heinemann setzt sich am intensivsten mit zeitgenössischen Entwicklungen, der Einwirkung der Medien auseinander. »
Oberösterreichische Nachrichten, 13.11.00

Förderpreis zum Literaturpreis Ruhrgebiet 1999: Der neue Oberflächencode. Gedanken zu Bildern und Wörtern, Frankfurter Rundschau, 20.11.99

« Vorsichtigen Kulturoptimismus » erkannte Dagmar Goch in ihrer Laudatio in den Texten von Elke Heinemann.
Angelika Wölke, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.11.99

Die aus Essen stammende, jetzt in Berlin lebende Schriftstellerin überzeugte mit einem essayistischen Text: Hier sei eine durchaus kulturoptimistische Antithese zu der Behauptung formuliert, Sprache würde durch Bildmedien ausgelöscht.
Wolfgang Platzeck, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 11.11.99

Pressestimmen zu ausgewählten Publikationen

Liebeskummerkunst

6 Interventionen, WDR/DLR 2011, Ursendungen 08. + 23.01.11

Es geht um die Liebe, genauer: um die Beendigung von Liebe und den Umgang mit ihren Überbleibseln. Außerdem geht es um die Autorin Elke Heinemann und auch wieder nicht. Das 72-minütige Stück „Liebeskummerkunst. 6 Interventionen“ – ein Kooperationsprojekt der Feature-Abteilung des WDR (Dramaturgie: Leslie Rosin) und der Hörspielabteilung von Deutschlandradio Kultur (Dramaturgie: Ulrike Brinkmann) – verschmilzt Feature und Hörspiel. „Das Spiel mit Identität und Nichtidentität ist bekanntlich in postmoderner Kunst und Literatur in“, sagt die Autorin. Ihr Regisseur Martin Zylka, der sich selbst spielt, sekundiert: „Wenn man sich entscheiden würde, die dokumentarische Ebene zu benutzen, wäre das sowieso eine fiktive.“ Da hat er recht, denn erstens gibt es in medialen (= vermittelnden) Kontexten nichts Authentisches, und zweitens erfindet jedes Individuum seine Biografie immer neu.
Jochen Meißner, Funkkorrespondenz, 04.02.11

Marlene!

Tonstück mit Marlene Streeruwitz, WDR 2010, Ursendung 14.02.10, Ü: ORF 21.+24.06.10, DLR 10.11.10, NDR 08.03.11

Werkstattatmosphäre im Radio: Aufnahmen im Tonstudio, Biographisches erzählt, Auszüge aus Romanen und Theaterstücken gelesen und Thesen vorgetragen. Regisseur Martin Zylka und Tonmeister Peter Hamacher lassen sich gemeinsam mit der Autorin Elke Heinemann auf eine Frau ein, die es ihrem Publikum nicht leicht macht. Formal anspruchsvoll und doch unterhaltsam schaffen sie es, Marlene Streeruwitz´ Anspruch, den Zustand Frau in Worte zu fassen, hörbar zu machen.
Susanne Wankell, Hören und Sehen für Fortgeschrittene, www.allerbestens.org

KISS OFF. Bestseller in Echtzeit, Edition Nautilus, Hamburg 2008, brosch., 112 S., Abb.

Elke Heinemanns provokanter Roman « Kiss OFF » macht Stimmung gegen Kommerzialisierung.
Die Berliner Literaturkritik, 25.06.08

„KISS OFF  – Bestseller in Echtzeit“ ist eine Sammlung von Tagebucheinträgen, von Gedanken, Erlebnissen, Impressionen, Ideen und Phantasien. Die Autorin will damit nicht nur die Kommerzialisierung der Literatur auf die Schippe nehmen sondern ganz offensichtlich auch das moderne Frauenbild selbst, wie es sich durch „Sex and the City“ und „Desperate Housewives“ in den Köpfen festgesetzt hat. Elisabeth Herzig ist auch ein wenig sie selbst – ernüchtert durch die schnöde Realität, in der es nicht darauf ankommt, wie literarisch oder ungewöhnlich ein Buch ist, sondern wie es sich am besten verkauft.
Roter Dorn, 01.08.08

Ein Roman erzählt, wie eine Autorin einen Bestseller schreiben will und das Leben und Begehren der sich scheinbar selbst überlassenen Romanheldin die Story beeinflusst und in der Folge sämtliche Klischees von Mädchen- und Frauen-Romanen auseinander nimmt.
Die Zeit Online, 27.08.08

Die Jagd nach Liebe bzw. dem Bestseller wird angemessen temporeich, kurzweilig und mit selbstironischem Witz vorgetragen und erstaunlich trickreich erzählt, zumal Elke Heinemann den beiden Ebenen von Kassenschlager fabrizieren und Traumtyp erobern weitere doppelte Böden eingezogen hat. So tritt zur Satire auf den Literaturbetrieb und das moderne Weibchenbild die Parodie auf die Werbewelt: Der Roman dient wie eine Internetseite auch als Reklamefläche. Das Buch liest man schneller, aber man hat weit mehr davon.
Konkret Literatur Nr. 33, 2008/2009

Kunst meets Frauenroman: unkonventionell und innovativ, postmodern, irrwitzig und ironisch, konsum- und sozialkritisch, feministisch und frisch – das alles ist « Kiss Off ». Elke Heinemann hat ein außergewöhnliches und bemerkenswertes Buch kreiert!
AVIVA Online-Magazin für Frauen, 18.11.2008

Wie nebenbei wird der „Bestseller“ damit endlich auch als Gattungsbezeichnung in den deutschen Buchmarkt eingeführt. In „Kiss off“ ist alles gefaked. Lesen Sie doch zur Abwechslung einmal nicht den brandneuen, ultimativen, verstörendsten, sanftesten oder berührendsten, sondern den maßlosesten „Bestseller“ der Saison.
Goon. Magazin für Gegenwartskultur, 01.12.08

Ein Wirrwarr an Doppelgängern und Komplikationen, das aber durchaus seinen Reiz hat. Die Autorin führt dem geneigten Leser brutal die Kommerzialisierung der Literatur vor. Die Geschichte ihrer Protagonistin ist in Echtzeit wiedergegeben und gespickt mit Werbeflächen für die im Roman erwähnten Artikel. Kombiniert mit einer Anleitung zum Schreiben erotischer Literatur inklusive dem entsprechenden Anreiz.
Buch Blog, 02.01.09

Das Spiel mit Klischees aus der durchkonfektionierten Frauenunterhaltung ist aber nur eine Ebene von Kiss Off. Eine zweite Ebene kreist um die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche: Das Buch als Produkt, das profitabel vermarktet werden muss, und der Mensch, der sich in Zeiten des Turbokapitalismus dem gleichen Optimierungsprozeß aussetzt.
WDR 3/Gutenbergs Welt, 11.01.09

Kiss Off ist eine Slapstick-Komödie ganz neuer Art, mit jeder Menge Selbstironie, garniert mit üppigen Seitenhieben auf die Illusionsmaschinerie der Konsumwelt und deftig abgeschmeckt mit Echt-Zitaten aus der Pornowerbung, insgesamt ein tragischkomisch-schriller Zerrspiegel für die seelische Befindlichkeit des modernen Singledaseins.
Vorarlberger Nachrichten, 16.01.09

Meret Oppenheim. Eine Portrait-Collage. Notiert und arrangiert von Elke Heinemann, Edition Nautilus, Hamburg 2006, brosch., 160 S., Abb.

Meret Oppenheim ist mehr als die Pelztasse! In Gesprächen, die Elke Heinemann mit Freundinnen und Freunden, Verwandten und Kollegen der Künstlerin geführt hat, geht es um Kindheitserlebnisse, um frühe künstlerische Erfolge, um eine lange Schaffenskrise und um deren Überwindung sowie um das späte Comeback mit internationalen Ausstellungen. Deutlich wird, dass Meret Oppenheim sich nicht auf jene Klischees reduzieren lässt, die sie als ‘Libertine’ im Kreis der Surrealisten ausweisen oder als Ikone des Feminismus.
Gertrude Buchholz, KunstbuchAnzeiger, 17.06.07

In dem Büchlein « Meret Oppenheim. Eine Portrait-Collage » montiert Herausgeberin Elke Heinemann Aussagen verschiedener Weggefährt/inn/en der Künstlerin zu einem fiktiven Diskurs über Meret Oppenheim (1913-1985). Das ist amüsant und informativ und in jedem Fall eine gute Idee.
Ingrid Strobl, Virginia. FrauenBuchKritik, Nr. 40/Oktober 2006

Einen ungewöhnlichen, zugleich heiteren wie intimen Einblick in das Leben der melancholisch-romantischen, bisweilen distanziert-strengen und androgynen Lebefrau bietet Elke Heinemanns mit einigen schönen Bildern illustrierte Portrait-Collage. Das kleine, feine Buch ist wie ein Kaffeeklatsch mit Merets Freunden, ein Hörbuch zum Lesen.
Astrid Hackel, goon. Das Magazin für Gegenwartskultur, 25.08.06

Neun Menschen erzählen Einzelheiten, ihr Bruder erinnert sich an Meret, ihr Neffe und Freunde, ihre Biografin und ihr Künstlerfreund Daniel Spoerri. Im Laufe dieses Gesprächs entsteht so ein sehr facettenreiches Bild voller Details zu ihrem Leben, ihrem Charakter, ihrer Persönlichkeit.
Kunst & Bücher, 24.08.06

Die Edition Nautilus zählt erfreulicherweise zu den wenigen Verlagen, für die sich Bücher über linke Politik und künstlerische Avantgarde nicht ausschließen, sondern vielmehr Hand in Hand gehen … oder eben Hand in Kopf. Für « Meret Oppenheim – eine Portrait-Collage » spürte Elke Heinemann in Gesprächen mit Freunden, Verwandten und Kollegen dem Leben und Werk der Künstlerin Meret Oppenheim nach, die nur noch wenigen kunstinteressierten Menschen ein Begriff ist – und selbst diesen oft ausschließlich wegen ihrer « Pelztasse », jenem flauschigen Werk, auf das die Künstlerin ähnlich reduziert wird wie Munch auf seinen « Schrei ». Heinemanns Gespräche bilden eine angenehm lesbare, manchmal sehr anekdotisch gehaltene Ergänzung zur Oppenheim-Biographie von Bice Curiger und dem Katalog zur aktuell in Bern gezeigten Retrospektive. Sie machen zudem deutlich, dass Oppenheim eine Schlüsselfigur des Surrealismus war und nicht die Randerscheinung, als die sie ihre männlichen Kollegen wohl gerne gesehen hätten.
Martin Büsser, junge Welt, 10.07.06

Der Spielplan. Ein Liebesroman, Edition Nautilus, Hamburg 2006, geb., 128 S., Abb.

Im Debüt der Berliner Autorin Elke Heinemann dreht sich zwar alles um die Liebe, statt weich gezeichneter Romantik verbirgt sich hinter dem Etikett aber eine böse Geschlechter- und Gesellschaftssatire.
Der Tagesspiegel, 05.04.07

Frauen, die in einem Roman nach Frauenzeitschriften benannt sind, verfügen über keine Identität, weil sie Zeichen sein müssen. Sie stehen für vorformulierte Frauenhaltungen. Es steht ihnen nicht zu, « ich » zu sagen, weil sie die Masse der zugerichteten Frauen schlechthin vertreten müssen. Wunder finden nicht statt bei Heinemann. Aber das Wunderbare an ihrem Roman ist, wie sie scharf ironisch Kunstfiguren, zusammengesetzt aus dem statistischen Durchschnitt, gegeneinander antreten lässt. Dabei kommen weder Sozialwissenschaften noch Trivialmythen gut weg. Beide sind Instanzen, die über Frauen verfügen, weil sie großsprecherisch das letzte Wort über sie haben wollen. Nie geht es um den Menschen, aber immer um eine Idee vom Menschen, unter die sie sich zu beugen haben.
Anton Thuswaldner, Volltext. Zeitung für Literatur, 6/Dezember-Januar 2006

Emma, Marie-Claire, Petra und Brigitte – vier Frauen sind auf der wahnwitzigen Suche nach dem ultimativen Glücksbringer und Kindeserzeuger. Bert heißt das Objekt vierfacher Begierde. Eine Geschichte, die erotische Kllischees gnadenlos vorführt, sehr komisch, sehr böse.
Berliner Morgenpost, 11.10.06

Einen tollen Roman hat Elke Heinemann da geschrieben, in dem sich Platitüden zur Geschlechterfrage und ein vollkommen wahnwitziger Plot gegenseitig die Köpfe einschlagen. Außerdem hat man selten lustigere Sexszenen gelesen. Wenn die halbe westliche Welt aufgrund Außen- und Innendruck und fernsehtechnischer Totalverblödung an der Liebe und sich selbst scheitert, dann kann auch eine Elke Heinemann noch mal was ordentlich Zynisches dazu anmerken. Beim Haß ist Elfriede Jelinek natürlich ganz weit vorn, aber Heinemann ist definitiv lässiger, durchgeknallter, lustiger.
Susan Geißler, junge Welt, 04.10.06

« Frauen, die pfeifen » heißt der neue Roman der englischen Schriftstellerin Antonia S. Byatt. Sein deutsches Motto steht auch als Leitsatz über dieser Ausgabe von « Gutenbergs Welt »: « Frauen, die pfeifen, und Hühnern, die krähen, denen soll man beizeiten die Hälse umdrehen ». Diese volkstümliche Bosheit hat ihre Beschreibungskraft für den Zustand der weiblichen Welt bis jetzt keineswegs eingebüßt. Das weiß auch die Hauptfigur aus « Entfernung », dem neuen Roman von Marlene Streeruwitz. Selma (49) hat gerade ihren Mann an eine andere Frau und ihre gut dotierte Arbeit als Chefdramaturgin bei den Wiener Festwochen verloren. Während Selma versucht, gegen den sozialen Abstieg zu kämpfen, wollen Brigitte und Petra, Emma und Marie-Claire vor allem den tollen Bert. Deren Geschichte erzählt Elke Heinemann in dem satirischen Liebesroman « Der Spielplan ».
Imke Wallefeld, Westdeutscher Rundfunk 3 – Gutenbergs Welt, 24.09.06 (Darin Gespräche mit Marlene Streeruwitz über « Entfernung » und mit Elke Heinemann über « Der Spielplan. Ein Liebesroman ».)

Ihr kleiner, eigenwilliger Roman ist, obschon ästhetisch und intellektuell anspruchsvoll, boshaft und hochkomisch. Elke Heinemann verzichtet auf jedes Angebot zu schwelgerisch-einfühlender Lektüre und führt stattdessen mit beißender Ironie die Klischees vor, welche die Handlungen ihrer Figuren steuern: Es sind hauptsächlich zwei Mittel, mit denen sie das erreicht. Zum einen schiebt sie ihre Figuren wie auf dem Schachbrett hin und her. Auf- und Abtritte werden grundsätzlich von der Autorin, und zwar ohne handlungsimmanente Vorwände, arrangiert und kommentiert. Zum anderen verwendet sie ein hochartifizielle Sprache voller Versatzstücke, deren scheinbar umständliche Wiederholung den Klischees ihre Geläufigkeit, ihre Eingängigkeit nimmt und zugleich dem Roman seinen Rhythmus gibt. Der Roman mündet so in eine fingierte Endlosschleife, in welcher seine beiden großen Themen, die Reproduktion der Sprache im Klischee und die Reproduktion der Körper, enggeführt werden.
Gernot Krämer, Deutschlandfunk – Büchermarkt, 13.09.06 (Darin Gespräch mit Elke Heinemann über « Der Spielplan. Ein Liebesroman. »)

Der Untertitel verheißt einen « Liebesroman », was dann ebenso genussvoll wie gnadenlos seziert wird. Elke Heinemanns Roman inszeniert ein Planspiel, in dem ein Mann, Bert, sowie vier Frauen (Brigitte und Petra, in den 20ern, Emma und Marie-Claire, Akademikerinnen und gestandene Frauen in ihren 40ern) an der Liebes-Beziehungs-Sexfront agieren, sich aus- und aneinander abreagieren. Dabei lässt die Autorin von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um eine Konstruktion handelt. Es geht um Typen, deren Verhaltensweisen und Denkformen auf der « Probebühne » (Dieter Wellershoff) der Literatur ausgestellt werden. Elke Heinemann möchte Mythen zerlegen – insbesondere jene Mythen, dessen wohl langlebigste Erscheinung die romantisch-bürgerliche Verklärung der Liebe ist, genauer noch: die heilige Allianz aus Liebe, Lust, Leidenschaft und Sexualität (möglichst lebenslang mit immer demselben Partner).
Werner Jung, Neues Deutschland, 31.08.06

Ein Roman ist eine Literaturform der Anmaßung. Er unternimmt alle Anstrengungen, dem Leser einzureden, wie es um die Menschen bestellt ist. Ein Roman hat immer Recht, weil er die Welt, von der er erzählt, erst schafft. Er schickt Figuren auf den Weg, von denen jeder Leser sich vorstellen kann, dass sie ihm jederzeit begegnen könnten. Ein Romanheld verkörpert die ungelebten Leben der Leser. Bei der Berlinerin Elke Heinemann ist alles anders. Sie konfrontiert uns nicht mit Figuren, die den Anspruch erheben, wie Menschen aus Fleisch und Blut zu agieren. Ihre Figuren sind Kunstgestalten, stürzen nicht in Situationen, wie sie das Leben schreibt, sondern die tägliche Fernsehserie. Heinemann interessiert nicht besonders, in welcher Welt wir uns befinden, sondern welche Welt wir uns erfinden. Sie kennt die trivialen Sagen des schlechten Geschmacks, wie sie durch Fernsehen und Zeitschriften verfestigt werden. Und sie beherrscht den Jargon der Sozialwissenschaften, eignet sich deren System, Gesellschaft zu analysieren an, um daraus einen Roman zu schlagen, dem momentan nichts Vergleichbares an die Seite zu stellen ist.
Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, 12.08.06

Das neue Buch der deutschen Autorin Elke Heinemann erinnert an die heftigen Tiraden von Elfriede Jelinek gegen männliche Unterdrückung und weibliche Selbstkasteiung, aber mit dem Unterschied, dass Heinemanns Kritik humorvoller, selbstkritischer und nuancenreicher ankommt.
Bruno Lässer, Vorarlberger Nachrichten, 05./06.08.06

Darf man das, was Elke Heinemann da in « Der Spielplan » ihren Leserinnen zumutet? Ja, denn erlaubt ist ästhetisch-poetisch alles, was in der Wirklichkeit nach künstlerischer Befragung und Verschärfung verlangt. Hat man sich einmal darauf eingestellt, einen Meta-Text vor sich zu haben, der an die frühen Romane von Gisela Elsner und besonders an Elfriede Jelineks Texte der 70er (« Die Liebhaberinnen ») erinnert, mag man Vergnügen an manch bitterböser Formulierung oder den messerscharfen, sprachspielerischen Reflexionen finden. Auch die Schelte des (privaten) Fernsehens und seiner ideologischen Strategien ist treffend.
Werner Jung, Stadtrevue Köln, 7/2006

Wer bei Liebesromanen die Augen verdreht und Frauenzeitschriften nur heimlich beim Zahnarzt durchblättert, für den ist Elke Heinemanns Debüt « Der Spielplan » genau das Richtige. Er ist Liebes- und Antiliebesroman in einem, eine bitterböse und witzig-intelligente Satire auf das Leben im Zeitalter von Fernsehfrauentausch, virtuellen Liebesaffären, Patchwork-Familien und geklonten Wunschkindern. So banal Liebesgeschichten sind, so banal und unspektakulär ist auch die hier erzählte Geschichte. Das Wunderbare liegt allein in der Art und Weise, wie sie erzählt wird. Überaus einfallsreich ist Elke Heinemann im Erfinden neuer Begriffe für immer gleiche Sachen, wie die seit Jahrtausenden ähnlich praktizierten Sexualpraktiken. Nicht zuletzt darin erinnert der Stil der 1961 in Essen geborenen Autorin an Reneé Pollesch; Beim Lesen des Romans fällt man automatisch in Sound und Rhythmus seiner im Theater seriell vorgeführten Turbokapitalismuskritik. Hier wie dort geht es um Liebe zu Zeiten des Medienkapitalismus. Ebenfalls auf der sprachlichen Ebene, aber auch eng mit der äußeren Form verbundenen Aufdecken des Piefigen und Spießigen im so zukunftweisenden Hier und Jetzt erinnert Elke Heinemann an die unnachahmliche Sprachwut Elfriede Jelineks.
Astrid Hackel, goon. Das Magazin für Gegenwartskultur, 24.06.06

In jelinekscher Verzwirbelung führt die deklamatorische Prosa der mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichneten Autorin Fühl- und Verhaltensklischees der Liebe und ihrer Protagonisten vor, Satz für Satz pure Kompression zum Auf-der-Zunge-zergehen-lassen. Höchst vergnüglich für ein eingeweihtes Publikum, irritierend für den wohl größeren Rest.
Heidrun Küster, ekz-Informationsdienst, 5/2006

Dieses Buch ist kein schnöder Liebesroman.
Teresa Schomburg, zitty, 5/2006

Kunstvoll in eine sehr konstruierte, spröde Form gebracht, beschreibt Elke Heinemann in ihrem satirischen Roman « Der Spielplan » die wahnsinnigen Wege, die eine vermeintliche Liebe gehen kann und beweist schlagkräftig, dass Männer und Frauen nicht nur unterschiedliche Toiletten benutzen, sondern auch ganz und gar verschiedene Menschen sind. Dem Untertitel des Buches, « Ein Liebesroman », sollte man keinesfalls Vertrauen schenken, denn weder dem Erzählton, noch der genial konfus zwischen Fernsehshows und Frauenzeitschriften oszillierenden Handlung haftet auch nur ansatzweise Romantisches an.
Kieler Nachrichten, 31.05.06

Die Damen heißen nach Frauenzeitschriften. Und was Elke Heinemann mit ihnen inszeniert, ist ein Diskursroman. Heinemann stellt ihre absichtsvollen Pappkameraden auf ein Sprach-Spielfeld voller Denk- und Sprechklischees aus der Medien-Gender-Sprachkritik und rutscht zur höheren Erkenntnis und noch höheren Erheiterung solange darauf herum, bis sich alle, inklusive der Klischees ausgiebig lächerlich gemacht haben.
Elmar Krekeler, DIE WELT, 22.04.06

Heinemanns Schreibstil ist gewand und anstrengend zugleich. Aber die Lektüre lohnt auf jeden Fall.
Julia Maisenbacher, Jungle-World, 05.04.06

Die Autorin zappt sich unermüdlich mit beißendem Spott und enormer Schnittfrequenz durch alle Niederungen der sprachlichen Vermittlung von Geschlechterdifferenzen, von Talk- und Quizshows über Frauenmagazine und Selbsthilfekurse bis zu Sissy-Filmen und natürlich Liebesromanen. Heinemann lässt nicht nur die derzeit gängige waschlappige Vornamenliteratur deutscher Jungautorinnen deutlich hinter sich, sondern macht sie gleich mit zum Teil der Satire.
Sebastian Domsch, Die Tageszeitung, 25./26.03.06

In ihrem Buch verlangen vier Frauen einen Mann: « Der Spielplan » – ein Liebesroman?
Andreas Spiegel, MDR/Fernsehen, Leipziger Buchmesse 2006, 17.03.06

Elke Heinemanns « Spielplan » wurde schon vor Erscheinen mehrfach ausgezeichnet. Zu Recht. Mit sicherer Hand bewegt die Autorin ihre Figuren wie im Kasperltheater durch diese Versuchsanordnung eines Liebesromans, der eigentlich ein Fortpflanzungsroman ist, denn die Liebe fehlt mal wieder – eine wortwahnwitzige Verulkung von Geschlechterkampf, Kinderwunsch und Fernsehshow.
Facts. Das Schweizer Nachrichtenmagazin, 02.03.06

Der Roman gleicht einer Versuchsanordnung: Vier Frauen, ein Mann. Der Mann ist Redakteur einer Theaterzeitschrift, die so heißt wie der Roman heißt: Der Spielplan. Die Frauen sind 2 x 20 bzw. 2 x 40 Jahre alt und heißen: Brigitte, Petra, Marie-Claire und Emma. Ersonnen hat diese Versuchsanordnung die aus Essen stammende, heute in Berlin lebende Schriftstellerin Elke Heinemann, und herausgekommen ist einer der originellsten Romane der letzten Zeit, boshaft und komisch bis zum Abwinken.
Gernot Krämer, Literatur in Essen, März/April 2006

Wäre Elke Heinemanns « Liebesroman » nur die witzige Zeitungs-, Fernseh- und Universitätssatire, die er auch ist, hätte die 1961 geborene Autorin Sprachwitz, Denkschärfe und Bildung verschenkt. Heinemann zeigt am Beispiel des flüchtigen Mistes aber das überzeitliche Geschlechterdrama. Wenn sie sich auf Roland Barthes, Walter Benjamin usw. beruft, zeigt das ihr Rüstzeug und ihr Niveau.
Michael Schweitzer, Kommune/Literatur Extra, 3/2006

Der Spielplan. Ein Liebesroman zum Hören. WDR 2008

.Wie schlau und komplex dieser « Liebesroman zum Hören », der zugleich ein Fortpflanzungsroman ist und außerdem als eine Mediensatire
funktioniert, wirklich gebaut ist. Insgesamt ein hochkomisches Stück,
das das Wiederhören lohnt. Jochen Meißner, Funkkorrespondenz, 30/08.

Babylonische Spiele. William Beckford und das Erwachen der modernen Imagination, Wilhelm Fink Verlag, München 2000, kart., 240 S., Abb.

1994 schrieb Elke Heinemann für die ZEIT ein Porträt des englischen Meisterexentrikers und Wahnkünstlers William Beckford (1760-1844), Autor der schwer präpostmodernen Novelle Vathek und Erbauer der legendären, ältesten neugotischen Bauruine Fonthill Abbey. Jetzt hat die Autorin ihrer Leidenschaft für den genial bizarren Mann und sein ästhetisches Programm Auslauf in einem Buch gegeben: eine glänzende Monografie über eine der ungewöhnlichsten Gestalten der europäischen Kulturgeschichte.
Benedikt Erenz, DIE ZEIT, 05.10.00

In ihrem Buch « Babylonische Spiele » dokumentiert Elke Heinemann anschaulich und eindrucksvoll, mit zahlreichen Hinweisen auf die Wirkungsgeschichte, das ungewöhnliche Werk des exzentrischen Autors, Musikers und Hobbyarchitekten William Beckford, der das « Erwachen der modernen Imagination » nicht nur gestaltet, sondern auch gelebt hat.
Klaus Thiele-Dohrmann, Radio Bremen – Der Buchtip, 25.08.00

« Je Mehr desto Besser ». John Cowper Powys – Dichter der Maßlosigkeit. DLR/BR/SWR 2000, Übernahme HR, NDR, WDR, SFB 2000 – 2002

Elke Heinemann writes in the admirable tradition of the literary feature in German radio. Using this method for an author as prolific and hard to pin down as John Cowper Powys is not easy, but Heinemann has provided an entertaining, and thoroughly researched, introduction to all aspects of his life and work. Some time ago the Powys Society Newsletter ran a series inviting members to describe how they came to be interested in the works of the Powys family. In my case, a BBC World Service radio programme was to blame. From then on I was hooked, and I am sure that Elke Heinemann’s work can have comparable effects on some German readers.
Greg Bond, The Powys Society Newsletter, No. 40/July 2000

www.elke-heinemann.de

info@elke-heinemann.de

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