Einführung

 

 

 

Im Spiegel der Worte

 

 

 

DANS LE MIROIR DES MOTS

 

In the Mirror of Words

 

 

 

                                

     Von der Kunst leben?

                                         Die Kunst leben.

                  Die Kunst zu leben?

                                                                     Den Künstler leben.

                                                                                     Ein Künstler lebt, wie er kann.

Vielleicht lebt ein Künstler in uns.

 

Jedes Leben ist eine Schöpfung. Leben hat keinen Preis. Oder, vielmehr, sein ist Preis unbezahlbar. Weder das Leben noch die Schöpfung existieren ohne den Willen, Leben zu geben, sich wo auch immer einen Anfang vorzustellen, einen Tropfen Blut zu opfern für (…), ein erstes Ziel zu geben, oder einem ersten Traum, einem ersten Ideal eine reale Form zu geben (…), an den Unbekannten ein erstes Wort zu richten, einen ersten Wunsch auszudrücken, einem ersten Echo der Liebe zu folgen.

Es ist nicht Aufgabe der Kunst, vergängliche Werke zu schaffen, sondern das Genie des Anderen zu wecken, das in uns schläft!

Und der Andere? – hätte Nietzsche gefragt, wegen seines verbogenen Credos.

Wer ist der Andere?

Der Andere ist in unserem Leben, immer „ich“, immer „du“, doch niemals   

                                          „derselbe“!

 

 

Die vierte Ausgabe von Levure littéraire möchte in Wort, Bild und Ton die Beziehung zwischen Ich, AutorDu und Verleger darstellen. Ein subtiles, schwieriges und vieldeutiges Thema. Sowohl gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich, als auch tabu und nicht zu beschreiben. Ein Thema, dessen zentrale Frage der Beruf des Verlegers ist (im Zusammenhang mit dem des Autors), mit all dem, was dazu gehört: Verlagsvertrag, Autorenrechte, Vertrieb und Bewerbung // Promotion der Bücher.

Nein, wir werden uns nicht mit der juristischen Polemik der Beziehung zwischen Urheber-Autor-Verleger beschäftigen, und auch nicht mit den Theorien und Lehrmeinungen und anderen sprachlichen Feinheiten dieser Dreierbeziehung, die sich in den sozialen Beziehungen dieser Berufe ausdrückt (die so alt sind und durch die Epochen und Episteme hindurch so anfällig und noch immer so notwendig zur Aufrechterhaltung, Entwicklung und Erneuerung einer humanen, harmonischen und friedfertigen Gesellschaft sind).

Es hat sich zuweilen und von Fall zu Fall erwiesen, dass der Antagonismus zwischen dem Autor– und dem Verlegerdasein ein unterschiedliches Verständnis und grundverschiedene Sichtweisen auf den Markt kreativer Produktionen in den Vordergrund stellt. Unsere Publikation will nicht die soziale und finanzielle Lage des Künstlers ergründen, diese Kompetenz steht uns leider nicht an. Und nur zu reden, um nicht zu schweigen, liegt uns nicht.

Wir werden Ihnen auch nicht die finanziellen Sorgen auflisten, die die Zusammenarbeit zwischen Verlegern und Autoren beeinflussen und auch nicht die Auseinandersetzungen, Beschimpfungen, den Klatsch und üblen Nachreden beider Seiten.

Wir werden auch nicht darüber sprechen, was der französische Schriftsteller und Journalist Pierre Assouline „was zwischen Autoren und Verlegern nicht mehr klappt“ nennt.

Die Levure littéraire/Literarischen HefeNummer 4 wird Sie auch nicht hinter die Kulissen dessen führen, was die Zusammenarbeit all dieser Verteidiger des literarischen Lebens oft „blockiert“.

Levure  (…) wird sich also nicht zum Sprachrohr der Dysfunktionalität des Marketings machen.

Diese neue Ausgabe unserer Zeitschrift bleibt der positiven Energie, der sie sich von Anfang an verpflichtet hat, und gegenüber dem erfinderischen Schaffen jeglicher Art treu. Ein qualitativer Inhalt im Gegensatz zur Aggressivität und Vulgarität der gegenwärtigen politischen Bühne, die sich die Schlagzeilen teilt.

Levure (…), ein frisches Blatt für die Verbreitung der internationalen Kunst und Kultur, wendet sich an alle Liebhaber der Schönheit und des Wortes, an alle Leser, die Freude am Schauen und am Denken haben…

Deshalb werden sich Ihnen unsere Gäste, Urheber, Produzenten und Vertreiber von Literatur auf Ihrem Monitor Seite an Seite in aller Offenheit zeigen und im (gefilterten) Spiegelbild die fruchtbare, sie verbindende Freundschaft deutlich machen. Ihr produktiver oder unterhaltsamer und nicht entlohnter Auftritt in Levure 4  liegt jenseits des einfachen Spiels eines narzisstischen Egos, dessen einziges Ziel der ästhetische Effekt als solcher wäre und vielleicht auch jenseits, wer weiß, jenseits einer zufälligen vertraglichen Gemeinsamkeit von Schöpfer und Produzenten.

In den levurischen Spiegeln bilden Verleger und Autoren von gestern und heute mithilfe zahlreicher kleiner Photospiegel, glänzender, glatter … und kreativer Bilder ein „Ensemble aufrichtiger Portraits“, auf denen sie sich betrachten und miteinander sprechen, der eine und der andere, der eine zum anderen, ohne Tand, und lassen dabei fast den Pygmalionmythos und -komplex vergessen.

Unsere Autoren und Verleger identifizieren sich mit diesen durch Wort-Spiegel reflektierten Portraits im Namen einer gemeinsamen Arbeit, der sie sich widmen. Die Erschaffung des Wortes (oder das Wort der Erschaffung), diese zum Kunstwerk werdende Zwanglosigkeit der Fantasie und Träumerei.

Wie Moses, von Gott auserwählt und ein großer Prophet, der Hand- und Fußwaschbecken eines Altars aus Frauenspiegeln schuf, freuen sich diese Kulturprediger in der moralischen Wüste des Menschen des 21. Jahrhunderts, uns die menschliche Dimension ihrer künstlerischen Arbeit zu zeigen, der einzigen Kraft, die dazu in der Lage ist, Sprachen, Kulturen und Nationen einander näher zu bringen und zu verbinden.

Sie haben die Zeit gefunden und die Freude daran, sich auf den Seiten unserer Zeitschrift über den Respekt // die Ehrfurcht, Brüderlichkeit und den kreativen Ausdruck im künstlerischen Bereich zu äußern.

Neben einigen bekannten und sogar sehr berühmten europäischen Autoren und Verlegern haben Sie die Möglichkeit, Autoren und Verleger aus den USA kennen zu lernen, die bereit sind, einer breiteren Öffentlichkeit den Reichtum und die Erfindungsgabe der literarischen Kultur und des amerikanischen Verlagswesens zu zeigen. 

Nicht die großen amerikanischen Verlage haben uns die Hand gereicht, – wir haben sie noch nicht einmal kontaktiert. Scherz beiseite, es sind die kleinen Verleger, denen die Liebe zum Buch eigen ist und die offen sind für Neues, jene, die ihre freie Zeit dem opfern, was sie am besten können, um bei der Entstehen eines originellen Buches, oftmals ein bibliophiler Objekt, mitzuwirken, ein handgeschöpftes Erzeugnis in kleiner Auflage. Eine Mikro-Edition und ein Mikro-Vertrieb unter Freunden, nur per Internet und an einigen für den Verkauf geeigneten Orten (nicht-öffentliche Abendveranstaltungen, Literatur-Clubs, Café-Bars, Poesiefestivals usw.), die ihre Autoren bei ihrem Wunsch unterstützen, sich einem für Poesie und lyrischer Musik offenes Publikum bekannt zu machen.

 

Diese Autoren?

 Wer sind ihre Verleger?

 

 

Diese Verleger?

 Wer sind ihre Autoren?

 

Diese Gruppe von Verlegern zollt dem Talent und der Arbeit ihrer Autoren die gehörige Anerkennung. Auch wenn sie nicht die soziale Rolle eines Großverlegers spielen, darf man sie nicht übersehen, weil sie das kleine menschliche Bindeglied zwischen den Urhebern und den Liebhabern des authentischen Schaffens sind.

 

Wie wird die Kreativität dieser Künstlergruppen offenbart?

 

 

In dieser Ausgabe unserer Publikation entdecken wir zusammen mit den Ehrengästen deren Freunde (Autoren oder Verleger).

Auf dem Button „klicken auf!“ wird zum einen ein Gastautor oder -verleger angezeigt (und die mit ihnen befreundeten Autoren und Verleger). So entstehen für Sie, liebe Leser, Verbindungen und virtuelle Wege. Sie werden auf eine Reise im kreativen Universum unserer Freunde und Mitarbeiter geschickt.

 

Warum? Wir wollen noch wenig bekannte, aber talentierte Verleger, Schriftsteller und Künstler fördern, uns die bekannten neu erschließen und uns ihnen nähern, sie neu lesen und die Musik der Sprachen und Stimmen neu hören, die erzwungene Einsamkeit, Isolierung, Entfremdung, die Gewalt und die Intoleranz des modernen Individuums durchbrechen.

 

 

Rodica Draghincescu

                                                                     verantwortliche Herausgeberin

 

                                                                     Übersetzung: HANS  SCHILER

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