Einführung

 

 

Liebe Freunde, wo immer ihr gerade seid,

 

 

 

 

 

 

nun liegt die sechste Ausgabe der LEVURE LITTERAIRE vor, der multikulturellen und mehrsprachigen online-Zeitschrift, mit Hauptsitz in Frankreich. Um die inzwischen gewachsene Zahl unserer internationalen Autoren besser betreuen zu können, haben wir mehrere Lektorats-und Redaktionskomitees in verschiedenen Ländern gegründet.

Unsere Leser kommen aus 120 Ländern und wir sind dankbar für das wachsende Interesse.

Die sechste Auflage der Levure littéraire schlägt Ihnen einen literarischen Ausflug vor in die WELT DER KINDER von gestern und von heute, und zu ihren Spielen, an denen sie wachsen oder in denen sie umkommen.

 

 

 

 

Es ist eine literarische Auseinandersetzung mit dem Thema Kind und Kindheit, ein Dialog, an dem sich etwa 100 Schriftsteller und Künstler beteiligen.

 

 

 

 

Das Kind im Spiel des Krieges ICH, gestern und heute: ein Thema, offen für alle Tonlagen der kreativen „Einfühlung“ und der lebendigen Erinnerung. Dieses umfassende Thema soll uns anregen, Unterschiede und Ähnlichkeiten unserer jungen Mitmenschen zu würdigen.

Sprichwörter vieler Kulturen besagen, dass sich in der Seele jedes Menschen ein Kind verbirgt. Ein Kind voller Erwartungen…

Ich bitte Sie, sich an einem interaktiven Test zu beteiligen und einige Fragen zu beantworten:
Haben Sie ein Kind?

Haben Sie jemals ein Kind ernährt?

 

 

 

 

Haben Sie seine Tränen getrocknet?

Sind Sie in sein Lachen eingestimmt?

Haben Sie jemals ein Kind verlassen, verloren, gefunden, bestraft, verteidigt, gerettet, großgezogen, erzogen?

Haben Sie mit ihm gespielt, so wie man mit Ihnen gespielt hat, als Sie noch klein waren?

 

 

 

 

In jedem Kind stecken ein zukünftiger Elternteil und ein potentieller Künstler. Picassos Problem war, wie man in seinem Herzen ein Kind bleiben und gleichzeitig mit Leib und Seele ein verantwortlicher Elternteil und ein authentischer, sich weiterentwickelnder Künstler sein kann. (Obwohl ich glaube, dass Chagall, Dufy, Henri Rousseau, Chaissac etc. sich ihre Kindheit besser bewahrt haben, als Picasso.)

Man kann sich fragen, welche Relevanz steckt in der rhetorischen Frage: « Wie erneuert man sich, künstlerisch, während man biologisch altert?“. Die Kindheit ist der Anfang aller imaginären Künste ist, das Gegenteil von Alter und Ende.

Alles wissen und alles tun können.

 

 

 

 

Glückliche Kindheit?

Traumhafte Kindheit?

Stricher?

Unglückliche Kindheit, erfüllt von Schmerz und Leid?

Kriegskindheit?

 

 

 

 

Gefängnisskind.

Straflagerkind,

Kinder als Prostituierte.

Katastrophenopfer.

Misshandelte Kindheit.

Heutige Kindheit?

Kindheit in der Vergangenheit?

Manche möchte den Ort der Kindheit nie verlassen, andere möchten ihn völlig vergessen! Wer hat Recht? Das Leben wird entscheiden!

 

 

 

 

Kinder begeistern und verwirren uns gleichzeitig. Sie symbolisieren die Zukunft, den Sinn unseres Lebens. Sie sind Wesen im Werden, in ständiger Veränderung, die aus uns Erwachsenen Eltern machen, Vorbilder, denen sie folgen, oder die sie ablehnen.

Ist die Arbeit eines Künstlers nichts als ein Kinderspiel?

Die literarischen und künstlerischen Werke der sechsten Ausgabe unseres Magazins machen uns bekannt mit verschiedenen kreativen Entwürfen und Visionen dessen, „was ein Kind sein kann » und „wie wir die Kinder sehen“, in Vergangenheit und Gegenwart, den wichtigsten Polen unseres Lebens.

 

Wie Georges Moustaki sagt:

 

Wir sind Kinder von gestern
Noch immer nicht erwachsen
Noch immer strecken wir die Zunge raus
und schneiden Grimassen
Und wir machen viel Lärm
Wir spielen mit Gitarren
Und wir schreiben Chansons
Wir rauchen seltsame Kräuter
Die wachsen rund ums Haus
Manchmal erleuchtet uns das Leben
Wenn die Sonne zurückkehrt
Auf dem Gipfel der Hügel
Wohin uns die Liebe führt
Wir sind es, die der Hass der Nachbarn trifft
Wir sind es, denen man Blumen schenkt
Man verfolgt uns auf Schritt und Tritt
im Chor werden unsere Lieder wiederholt
Bitter waren unsere Wiegenlieder
Als wir kleine Soldaten (Kindersoldaten) waren
Während draußen der Krieg tobte
Während drinnen die Kälte herrschte

 

 

 

 

Wir sind Kinder von gestern
Noch immer nicht erwachsen
Noch immer strecken wir die Zunge raus
Und schneiden Grimassen
Und wir machen viel Lärm

 

(Die Kinder von gestern)

 

 

 

 

Die Anwesenheit von Kindern bestimmt das Glück der Welt. Eine Welt ohne Kinder ist ein Grab.

 

 

 

 

Lassen Sie uns gemeinsam die Bilder des kanadischen Künstlers und Fotografen JEAN BELIVEAU betrachten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LEVURE LITTERAIRE Nr. 6 reflektiert in glänzender Form das Leben des Kindes, das wir einmal waren, spiegelt das Leben des Kindes, das wir zur Welt gebracht haben, des Kindes – unsere Mutter – unser Vater – unser Bruder – unsere Schwester, als Zeugen der Kontinuität unserer Familie und unserer menschlichen Erde, mit ihren Höhen und Tiefen, mit ihren Spielen, Geheimnissen, Freuden, evoziert von Malern, Musikern und Schriftstellern dieser neuen Ausgabe unseres Magazins.

Eine Ausgabe, Zeugnis und gleichzeitig Freude gebend, entstanden aus Gesehenem, Erlebtem und eigenen Gedanken.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

 

 

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Konzipiert als ethischer und ästhetischer Gärstoff, ist Levure littéraire ein Versuchsfeld für Initiative und kreatives Denken, das, ohne finanzielle Hilfe oder hegemoniale Ansprüche, einzig auf Qualität und Originalität des kulturellen Schaffens selbst abzielt. In diesen Zeiten der wirtschaftlichen Krise und besonders der großen moralischen Krise, in denen der Frieden, die Bildung und die Kultur nicht gerade auf der Tageordnung stehen und es nicht mehr angesagt ist, den Humanismus zu pflegen, versucht Levure littéraire mit euch einen geheimen Ausweg zu finden, einen ruhigen Ort, um mit den tagtäglichen Barbareien und Vulgaritäten fertig zu werden.

 

 

 

 

Die Levure littéraire und ihre vielen atypischen Autorinnen und Autoren (zwischen 50 und 100 pro Ausgabe) informiert und sorgt für Bildung – und das vier mal pro Jahr direkt auf Ihren Bildschirm -, indem sie weniger beachtete Themen und Sujets und Akteure aus allen sozio-kulturellen Landschaften (Literatur, Bildende Kunst, Musik, Philosophie, Anthropologie, Publizistik, Psycholinguistik, etc) – in ihrer jeweiligen Herkunft, ihren Ländern und Traditionen repräsentiert. Der Horizont zeichnet sich durch Gemeinsamkeiten wie Unterschiede aus; Gemeinsamkeiten, die uns bereichern, und eine thematische Vielfalt, die uns durch die beeindruckende Zahl von kulturellen Akteuren, die Vielfalt der verschiedenen Sprachen, Sensibilitäten, Geschmäcker, Bedürfnisse und Informationen betören.

 

« Wenn man von jemandem sagt, er sei meinesgleichen, bedeutet das, dass er mir ähnelt? »

 

In der Rubrik Languages, finden Sie die Ausgangs- und Zielsprachen unserer nicht-frankophonen Autoren und Übersetzer.

 

Die sechste Ausgabe von Levure littéraire enthält Gedichte, Novellen, Auszüge aus Romanen, Zeitungsartikel, literarische Essays, Gutachten, traditionelle Märchen und contes philosophiques, psychoanalytische Artikel, Malerei, Zeichnungen, Kollagen, Skulpturen, Theater- und Filmperformances, Musik (Jazz, Rock, Pop etc.), sowie Informationen zu internationalen kulturellen Veranstaltungen.

 

Mithilfe aller Beteiligten möchten wir den humanistischen Austausch bewahren und anregen.

 

Unser Ziel : neue Autoren bekannt machen, bekannte Autoren mit ihrer Erfahrung in ihrem Erfolg fördern, sowie jenen Perspektiven eröffnen, die keine mehr haben.

 

Kultur hilft uns, unser Schicksal besser zu meistern. Wir müssen wagen, sie mit anderen zu teilen – Autoren, diese « Fremden », « Seelendiebe », die uns doch faszinieren… Wir müssen die Identität des Anderen anerkennen, seine Unterschiede, seine Sprache, sein Werk und seine Kultur respektieren.

 

Wir müssen die Freundschaft pflegen! Sich von Kultur ernähren bedeutet, harmonisch im Haus des SEINS zu leben, zu reisen, mit Künstlerbooten in Länder reisen, in denen neue Möglichkeiten und Stimmen uns mit offenen Armen erwarten.

 

 

 

 

Wir müssen am Austausch von innovativen und befreienden Ideen unserer Kulturen teilhaben. Lassen wir die Machenschaften derer scheitern, die den Sturz der Kultur orchestrieren, indem sie ihren Verfall hinterhältig antreiben.

 

Das Thema dieser neuen Ausgabe von Levure littéraire ist: DAS KIND IN DER KRIEG DES ICH‘S; in allen Tonfällen der kreativen « Hingabe » und der regen Erinnerung. Dieses umfassende Thema soll uns ermuntern, die Unterscheide und Ähnlichkeiten unserer Mitmenschen zu schätzen.

 

Levure littéraire ist für diejenigen entstanden, die Talent haben, die aber national oder international noch anonym bleiben, keine Beziehungen haben oder kaum die Möglichkeit, einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu erreichen.

 

Unsere Zeitschrift ist multilingual geworden, weil es Länder gibt, deren Sprache und Kultur noch verkannt.

 

Ohne Politik zu betreiben möchten wir gegen die kulturellen Parasiten kämpfen, die mit gekreuzten Armen, gefüllten Mündern und Taschen, das Aussterben der Kultur predigen. Wir prangern das Mäzenatentum sowie die Kürzung vom kulturellen Etat an, den Verfall des sprachlichen, menschlichen, ästhetischen und ethischen Verhaltens unseres 21. Jahrhunderts.

 

Schützen wir die Kunst, indem wir sie machen! Machen wir Kunst, indem wir sie verteidigen! Kunst hat stets dazu beigetragen, dass wir widerstehen, dass wir uns in Würde entwickeln, dass wir die Welt lieben und dass wir an eine bessere Welt glauben. Kunst hat noch niemanden getötet. Bringen auch wir sie nicht um. Machen wir aus ihr weder einen Spekulationseinsatz noch ein ordinäres kommerzielles Produkt. Der globalisierte Kunstmarkt ist nicht unsere Kunst, sondern erscheint uns als ANTIKUNST, eine Kunst, die Künstler und ihre Kulturen von ihrem Weg und ihrem Schicksal abbringt.

 

Durch seinen multilingualen Humanismus nimmt Levure Schaffende auf, zeitgenössische Künstler aus allen Ecken der Welt, geistige Vertreter mehrerer Völker, Kulturen, Sprachen und Traditionen, die sonst mehr oder weniger durch Angleichung und Popularisierung jeglicher Art zum Vergessen verurteilt sind.

 

Zeitgenössisch sein bedeutet nicht, der Zeitkrise ziellos zu folgen, mit ihren Strömungen und Wendungen, gedankenlos, ohne jegliches Bewusstsein, sei es kollektiv oder selektiv. Ganz im Gegenteil, wir müssen uns bei klarem Verstand und mit Scharfsinn zu unserer Zeit bekennen, jedoch stets Abstand bewahren, sowohl räumlich als auch zeitlich, um die finsteren Spuren und Flecken auszugrenzen. Der Zeitgenosse ersetzt die Vergangenheit nicht durch die Gegenwart, er ist auf der Suche nach dem, was die Gegenwart umfasst.

 

 

 

 

Rodica Draghincescu,
verantwortliche Herausgeberin

Übersetzung :

Tim Mücke (Berlin)

Carmen-Francesca Banciu (Berlin)

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