Editorial

 

 

Liebe Freunde von hier und anderswo,

 

 

Levure littéraire 13

 

 

lädt Sie ein, die Werke von 245 internationalen Künstlern zu entdecken.

 

 

Liebe Freunde nah und von fern,

 

Die 13. Ausgabe der LEVURE LITTERAIRE steht im Netz. Wir können es gar nicht glauben, dass wir es geschafft haben, gegen alle Widrigkeiten, die uns in der letzten Zeit überrascht/bedroht haben, anzukämpfen und sie zu besiegen: Seien es gravierende gesundheitliche Probleme eines Teils der Direktion, oder die besonders hohen finanziellen Belastungen für die Realisierung dieser spannenden und großzügig angelegten Ausgabe unserer gemeinnützigen, unabhängigen Zeitschrift.

 

Schon während der Promotionsvideos, die wir für euch in bestimmten Abständen veröffentlicht haben, konnte man die Dimensionen und die Ambitionen dieses Projekts ahnen. Bis im letzten Moment wussten wir nicht, ob die Spenden, die wir bekommen, ausreichen, und wann wir endlich die neue Ausgabe ans Licht bringen werden.

 

To Be or To Form an Integral Part (Teil von etwas zu sein oder Bestandteil eines großen Ganzen zu bilden.)

 

Wen ein Teil einer Einheit geschädigt wird oder gar ausfällt, beeinträchtigt es den Zusammenhalt, hat Auswirkungen auf das Ganze.

Wenn ein Sprunggelenk geschädigt wird, ist der ganze Köper in Mitleidenschaft gezogen. Er ist verhindert eine seiner wichtigsten Funktionen auszuführen: die der Fortbewegung. Dies hat weitere Auswirkungen auf das innere Leben des Körpers und kann ihn tiefer, weiter beschädigen. Oder gar zum endgültigen Stillstand bringen.

 

Ähnlich stehen die Dinge im Bezug auf das Leben und das Funktionieren des größeren Körpers, unserer Gesellschaft, unseres Planeten. Und wenn wir weiter blicken, erkennen wir das Zusammenspielen, die gegenseitige Abhängigkeit der Elemente die ein Ganzes bilden im Mikro und Makrokosmos.

 

Man könnte meinen, es handle sich um eine Binsenwahrheit, die jeder kennt und berücksichtigt. Man könnte meinen, es ist ein Gemeinplatz zu betonen, dass ein geschädigter kleiner Zeh die Statik, die Motorik und letztendlich die Funktionen der inneren Organe beeinträchtigt, und somit auch den ganzen Körpers aus dem Gleichgewicht bringen kann. Die bedrohliche politische Lage in der Welt, als Folge der Arroganz, Ignoranz und dem Mangel an Verantwortung der Machthungrigen, Geldgierigen, der ideologisch und religiös Geblendeten, der unverantwortlich Handelnden, lässt uns andere Schlussfolgerungen erkennen.

 

Sie haben bewirkt, das wir das neue Thema vorschlagen und Künstler, Literaten, Philosophen und andere Interessierte einladen, an dieser Auseinandersetzung teilzunehmen.

 

Teil eines Ganzen zu sein, ein großes Ganzes zu bilden ist ein weites Feld. Wie komplex und vielseitig man das Thema angehen kann, beweisen die zahlreichen Beiträge der Künstler aus vielen Teilen dieser Welt, die wir euch heute präsentieren.

 

Wir wünschen euch eine interessante, anregende Lektüre und freuen uns auf euer Feedback.

(Und auf weitere Unterstützung.)

 

 

carmen

 

 Carmen-Francesca Banciu

 

 

LEITMOTIV UND DISKUSSIONSTHEMA DIESER AUSGABE:

Integraler Bestandteil sein oder ihn bilden?!

 

 

 

 

Wie oft haben wir uns schon gefragt, ob Sein wichtiger ist als Haben? Und umgekehrt.

 

Wie oft haben wir nicht antworten können, bei der Frage danach, ob es nicht einfach nur darauf ankommt, im Leben zu sein oder darauf, ein einfaches Leben zu haben, oder ob man das haben eines integrativen Bestandteils sein sollte, oder ob man Zugang zu einem integrativen Ganzen haben sollte, voll mit uns-selbst und unseren nderen Wirs. Dieses Ganze, vor dem alle Welt Angst hat, aber in welches es untertaucht, sich hineinwirft und verliert, um im Haben der Zeit etwas zu sagen zu haben und zu machen .

 

Dieses Ganze ist ein Loch, das voll von uns ist. Und nichts kann das Gegenteil beweisen. Das  Ganze als Glück/Leiden, als Ruhm/Dekadenz, als unendlicher/kleinster Bestandteil, auf dem hintersten Grad der sozialen Hierarchie. Das Ganze oder Nichts, sich aufzuteilen oder sich anzueignen. Alle diese Worte, um zu fliehen und sich gehen zu lassen, hin zur Unsicherheit und dem Unbekannten.

 

Wie oft haben wir die Bedeutung der Worte philosophistiert, ohne uns um etwas zu kümmern? Und wie oft haben wir uns Sorgen gemacht, weil wir weder die Sprache noch die Logik einer präzisen Antwort kennen?!

 

Das Vermögen der Worte sein oder haben oder vermögend sein durch Worte?

 

Das ist wie das wie oft am Tag kreuzen die Zeiger einer Uhr sich?  Man muss sich von solchen Fragen lösen können oder von solchen Fallen, die das Schicksal uns stellt…

 

Wie kann man diese bestimmenden, materiellen und affektiven Besessenheiten mit ihren Ängsten und abweichenden Ärgernissen verstehen und ablehnen?

 

Wie sich von unseren Mängeln und Fehlern erheben und befreien, um sich besser mit und über uns selber erklären zu können?

 

Integrativer Bestandteil sein oder einen integrativen Bestandteil machen oder einen Bestandteil haben, der mit dem Großen Ganzen verbunden ist?

 

Zwischen Sein und haben steht das Verb machen, erster schöpferischer Akt vom Macher der Leben und Träume (wirklichen oder vorgestellten).

 

Die Sprache ist ein kulturelles Kapital, aber dieses Kapital selber ist keine Sprache und diese Perplexität, die linguistisch gesehen kapitalistisch ist, erzeugt bei vielen von uns einen speziellen Charakterzug, der zum größten Teil narzistisch und schmarotzerhaft ist.

 

Wie kann man der Welt die Welt erklären und dabei nicht unsere eigenen Identitätsmängel sehen?

 

Wer ist wer?

 

Wer ist was?

 

Wer hat/besitzt wen?

 

Wer hat/besitzt was?

 

Wer macht wen (Im Sinne von Entbindung, von auf die Welt kommen)?

 

Wer macht was?

 

Das unerschütterliche und beliebte Fragepronomen was ist das wer von demjenigen oder von denjenigen oder von denen die, wenn sie den Unterschied machen müssen zwischen der existentiellen Anwendung der Verben sein und haben, nicht mehr wissen, was sie machen und anfangen ihre eigene innere Welt zu gestalten, entsprechend des kleinen faszinierenden und kränkelnden Lochs, das gleichzeitig zu unserer teuren Alice im Wunderland gehört.

 

Integraler Bestandteil unserer selbst werden, bedeutet Schwachstellen der Wörter und der Gedanken zu haben, der Gefühle, Verwirrungen, unserer emotionalen Auswege, durch welche man sich im richtigen Moment retten oder sich dort wiederfinden kann, oder wir werden akzeptiert genau so wie wir sind.

 

Teil einer soziofamiliären Landschaft und eines kulturellen Milieus zu sein beweist die physische Existenz, die moralische Einbeziehung, die kreative Spiritualität, die kollektive Aufteilung. Und das ist nicht nur eine Angelegenheit des Wortschatzes, der Philosophie oder der Weisheit der Poesie, da machen in diesem Fall mit haben konjugiert wird und seine eigenen verschiedenartigsten Pflichten und Nachteile hat, zu sein und zu funktionieren.

 

Die Wörter sind einfach oder vereinfacht, religiös oder kriegerisch, wissenschaftlich, technisch, banal, Liebesworte oder neutral und aseptisch, komplex oder kompliziert, störend oder Störenfriede, sie reihen sich alle auf Allem auf, was unsere Empfindungen steuert und reihen uns alle entlang unserer Fehler und kreativen Bedürfnisse auf, in der Gesellschaft, die uns jeden Tag ein bisschen mehr verschlingt.

 

Unsere Empfindungen steuern unsere Aussagen und Tatsachen. Ihr inneres Leben erzeugt unser persönliches Universum. Die Worte helfen uns, uns aneinander anzunähern oder voneinander zu entfernen, das Jenseits der Dinge und der Tatsachen zu sehen. Von der Erzählung bis zum Konzept, die Worte tragen bei zu unseren Metamorphosen und Veränderungen, entsprechend dem Einzelfall und Augenblick.

Die Wörter sind unsere Integrale/Festigkeit, und wir sind darin ihre Inhalte, ihre nostalgische Sprache. Unsere Wörter verbinden uns miteinander, ob man nun will oder nicht!

Unsere Empfindungen machen sich zu integralen Bestandteilen unserer Wörter, sie machen aus uns Allen den Teil von etwas, das uns zusammensetzt und uns unsere Identifikation gibt.

Die Wörter sprechen zu uns und sie sprechen von uns und davon, was wir leben. Die Wörter zeigen uns ihre Finger, die Wörter nehmen uns in ihren Arm.

 

Das Fehlen von Wörtern isoliert uns von der Welt. Schlechte Wörter verletzen und trennen uns. Giftige Wörter zerstören uns, vernichten uns.

 

Ja, nein, das heißt Zweifel an den Worten unserer Gegenwart zu haben.

 

Muss man ihn machen, diesen individuellen Weg und manchmal auch kollektiven Beweis einer Zugehörigkeit zu einer Gesamtheit, einer Ethnie, einer Sprache, zu einem Volk, einer Kultur, einer Tradition, den Sitten und den Rechten? Wie ist es, nicht Teil der Gesellschaft, der Gemeinschaft zu sein, wie, alleine und glücklich zugleich zu sein? Oder zu gehen, um in Frieden zu leben? In das nicht-gehen?! Alleine? Aber die Einsamkeit wird immer häufiger wie das Ergebnis von einer sozialen Nichtintegration interpretiert, als Schwachheit des Geistes, als psychische Fragilität. Frei? Aber die Freiheit um jeden Preis wird heutzutage als eine Quelle des Unglücks und der Perspektivlosigkeit angesehen.

 

Muss man Bestandteil unserer Gegenwart sein, die, auf ihre Weise, auch irgendwie  aus unserer Vergangenheit und unserer Zukunft gemacht wurde? So sind wir im psychoreligiösen Park des Sorgenmachens und all seiner Theorien und Mentalitäten, die uns verbinden und trennen und zwar nach den Gesetzen der doppelten Kausalität.

 

Was ist wichtiger, um sich in das Leben unserer Zeit zu integrieren? Das Sein oder das Haben? Das Jetzt oder der Augenblick? Und welchen Platz besetzt noch das Handlungsverb (persönlich und kollektiv) MACHEN zwischen den beiden Identitätsverben, dieses MACHEN mit seiner Vielzahl an Bedeutungen (gründen, produzieren, realisieren, etablieren, errichten, schaffen, fabrizieren, zusammenstellen, verursachen, provozieren, anziehen, operieren, formen etc), hoffen. Es ist hoffnungslos, davon noch mehr zu sprechen, wir hören nicht auf mit dem machen.

 

Flaubert hätte uns auf seine Weise geantwortet: Man muss immer noch weiter hoffen, wenn man nicht mehr hofft, und zweifeln, wenn man hofft. (Pensées de Gustave Flaubert,  Texte établi par Caroline Franklin Grout, Louis Conard,1915 Seite Titel-103).

 

Die 13te Edition von Levure littéraire lädt ihre 245  internationalen Autoren und Künstler ein, diese Thematik des fragenden  Wortes und der verkündeten Frage zu illustrieren und zu behandeln, gestellt auf dem Akt des Identitätsbaus, genauso wie auf dem der Zugehörigkeit, der Integration und unserer sozialen gemeinsamen Bedürfnisse.

 

Ein integraler Bestandteil sein oder ihn machen?

– Ein sehr aktuelles Thema, das Aufsehen erregt, ein Thema, das die Aufmerksamkeit von mehr als 500 Autoren erweckt hat (nach einer Vorauswahl sind nur 245 ausgewählt worden), und das wir von verschiedenen Standpunkten aus angegangen sind: Kulturell und literarisch, soziopolitisch und soziologisch, linguistisch, philosophisch und psychologisch. Auf die Frage Was verstehen wir von diesem integralen Bestandteil? – den alle Welt ein wenig misstrauisch betrachtet, zuweilen mit einem Wörterbuch in der Hand, haben unsere Redakteure folgende Antworten:
– Die Treue ist integraler Bestandteil unserer Werte.
– Ein großer Künstler ist integraler Bestandteil einer Aufführung oder eines Projekts.
– Ein großer Schriftsteller ist integraler Bestandteil der Literatur seiner Zeit.
– Die ethnischen Minderheiten sind integraler Bestandteil der heutigen Gesellschaft.

 

– Die Neugierde ist integraler Bestandteil des menschlichen Geistes.

 

– Die Liebe ist integraler Bestandteil unseres Lebens.

 

245 Autoren und Künstler aus aller Welt, online, auf  www.levurelitteraire.com, mit wichtigen mitteilenswerten Botschaften in dieser Nummer 13, Ausgabe Frühling-Sommer 2017. Headliner in ihren Heimatländern, unbezwingbare Künstler und Autoren, Exilanten, Pazifisten, Rebellen, oder kurz die schönen Persönlichkeiten, die gleichzeitig die Parolenträger der internationalen zeitgenössischen Welt sind. Ein reichhaltiger und vielfältiger Blick auf WIE LEBEN UND DRÜCKEN SICH HEUTZUTAGE DIE SPRACHEN UND IHRE LEBENDIGEN KULTUREN AUS, angesichts der Vielfältigkeit ihres Seins, der kulturellen Schocks, und der Hindernisse beim Leben und gemeinsamen Schaffen, gemeinsam?!

 

Kommunizieren wir, um zu widerstehen! Der Widerstand ist die aktive Gegenwart des Bewusstseins!

 

 

rodica

 

verantwortliche Herausgeberin

 

 

Übersetzung : SABINE SCHIFFNER (Deutschland)

 

 

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Konzipiert als ethischer und ästhetischer Gärstoff, ist Levure littéraire ein Versuchsfeld für Initiative und kreatives Denken, das, ohne finanzielle Hilfe oder hegemoniale Ansprüche, einzig auf Qualität und Originalität des kulturellen Schaffens selbst abzielt. In diesen Zeiten der wirtschaftlichen Krise und besonders der großen moralischen Krise, in denen der Frieden, die Bildung und die Kultur nicht gerade auf der Tageordnung stehen und es nicht mehr angesagt ist, den Humanismus zu pflegen, versucht Levure littéraire mit euch einen geheimen Ausweg zu finden, einen ruhigen Ort, um mit den tagtäglichen Barbareien und Vulgaritäten fertig zu werden.

 

Die Leveure Littéraire und ihre vielen atypishen Autorinnen (zwischen 100 und 200 pro Ausgabe) informieren und sorgen für Bildung – und das vier mal pro Jahr direkt auf Ihren Bildschirm -, indem sie weniger beachtete Themen und Sujets und Akteure aus allen sozio-kulturellen Landschaften (Literatur, Bildende Kunst, Musik, Philosophie, Anthropologie, Publizistik, Psycholinguistik, etc) – in ihrer jeweiligen Herkunft, ihren Ländern und Traditionen repräsentiert. Der Horizont zeichnet sich durch Gemeinsamkeiten wie Unterschiede aus; Gemeinsamkeiten, die uns bereichern, und eine thematische Vielfalt, die uns durch die beeindruckende Zahl von kulturellen Akteuren, die Vielfalt der verschiedenen Sprachen, Sensibilitäten, Geschmäcker, Bedürfnisse und Informationen betören.

 

« Wenn man von jemandem sagt, er sei meinesgleichen, bedeutet das, dass er mir ähnelt? »

 

In der Rubrik Languages, finden Sie die Ausgangs- und Zielsprachen unserer nicht-frankophonen Autoren und Übersetzer.

 

Die siebte Ausgabe von Levure littéraire enthält Gedichte, Novellen, Auszüge aus Romanen, Zeitungsartikel, literarische Essays, Gutachten, traditionelle Märchen und contes philosophiques, psychoanalytische Artikel, Malerei, Zeichnungen, Kollagen, Skulpturen, Theater- und Filmperformances, Musik (Jazz, Rock, Pop etc.), sowie Informationen zu internationalen kulturellen Veranstaltungen.

 

Mithilfe aller Beteiligten möchten wir den humanistischen Austausch bewahren und anregen.

 

Unser Ziel : neue Autoren bekannt machen, bekannte Autoren mit ihrer Erfahrung in ihrem Erfolg fördern, sowie jenen Perspektiven eröffnen, die keine mehr haben.

 

Kultur hilft uns, unser Schicksal besser zu meistern. Wir müssen wagen, sie mit anderen zu teilen – Autoren, diese « Fremden », « Seelendiebe », die uns doch faszinieren… Wir müssen die Identität des Anderen anerkennen, seine Unterschiede, seine Sprache, sein Werk und seine Kultur respektieren.

 

Wir müssen die Freundschaft pflegen! Sich von Kultur ernähren bedeutet, harmonisch im Haus des SEINS zu leben, zu reisen, mit Künstlerbooten in Länder reisen, in denen neue Möglichkeiten und Stimmen uns mit offenen Armen erwarten.

 

Wir müssen am Austausch von innovativen und befreienden Ideen unserer Kulturen teilhaben. Lassen wir die Machenschaften derer scheitern, die den Sturz der Kultur orchestrieren, indem sie ihren Verfall hinterhältig antreiben.

 

Levure littéraire ist für diejenigen entstanden, die Talent haben, die aber national oder international noch anonym bleiben, keine Beziehungen haben oder kaum die Möglichkeit, einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu erreichen.

 

Unsere Zeitschrift ist multilingual geworden, weil es Länder gibt, deren Sprache und Kultur noch verkannt.

 

Ohne Politik zu betreiben möchten wir gegen die kulturellen Parasiten kämpfen, die mit gekreuzten Armen, gefüllten Mündern und Taschen, das Aussterben der Kultur predigen. Wir prangern das Mäzenatentum sowie die Kürzung vom kulturellen Etat an, den Verfall des sprachlichen, menschlichen, ästhetischen und ethischen Verhaltens unseres 21. Jahrhunderts.

 

Schützen wir die Kunst, indem wir sie machen! Machen wir Kunst, indem wir sie verteidigen! Kunst hat stets dazu beigetragen, dass wir widerstehen, dass wir uns in Würde entwickeln, dass wir die Welt lieben und dass wir an eine bessere Welt glauben. Kunst hat noch niemanden getötet. Bringen auch wir sie nicht um. Machen wir aus ihr weder einen Spekulationseinsatz noch ein ordinäres kommerzielles Produkt. Der globalisierte Kunstmarkt ist nicht unsere Kunst, sondern erscheint uns als ANTIKUNST, eine Kunst, die Künstler und ihre Kulturen von ihrem Weg und ihrem Schicksal abbringt.

 

Durch seinen multilingualen Humanismus nimmt Levure Schaffende auf, zeitgenössische Künstler aus allen Ecken der Welt, geistige Vertreter mehrerer Völker, Kulturen, Sprachen und Traditionen, die sonst mehr oder weniger durch Angleichung und Popularisierung jeglicher Art zum Vergessen verurteilt sind.

 

Zeitgenössisch sein bedeutet nicht, der Zeitkrise ziellos zu folgen, mit ihren Strömungen und Wendungen, gedankenlos, ohne jegliches Bewusstsein, sei es kollektiv oder selektiv. Ganz im Gegenteil, wir müssen uns bei klarem Verstand und mit Scharfsinn zu unserer Zeit bekennen, jedoch stets Abstand bewahren, sowohl räumlich als auch zeitlich, um die finsteren Spuren und Flecken auszugrenzen. Der Zeitgenosse ersetzt die Vergangenheit nicht durch die Gegenwart, er ist auf der Suche nach dem, was die Gegenwart umfasst.

 

 

Rodica Draghincescu,
verantwortliche Herausgeberin

 

Übersetzung : Tim Mücke (Deutschland)

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