Editorial

 

 

Liebe Freunde von hier und anderswo,

 

 

Levure littéraire 11

 

 

lädt Sie ein, die Werke von 200 internationalen Künstlern zu entdecken.

 

 

LEITMOTIV UND DISKUSSIONSTHEMA DIESER AUSGABE:

DIE MUSIK DER LITERATUR? DIE LITERATUR DER MUSIK!

 

 

 

 

Die neue Ausgabe von LEVURE LITTERAIRE steht euch zum Lesen, Hören und Sehen  bereit!

 

Wir haben uns Gedanken gemacht über die Musik der Poesie und die Poesie der Musik. Über das Geräusch, Mutter aller Musik. Und seine Verwandlungen. Seine Offenbarungen.

 

Alles ist Energie und Schwingung. Rhythmus und Sound.

 

Der Rhythmus und der Sound des Lebens. Der uns alle beherrscht, erschreckt,  fasziniert und nährt.

 

Alles ist Energie und Schwingung. Das behaupten auch die meisten Wissenschaftler  heutzutage.

 

Künstler  wissen das seit eh und je.

 

Und doch sind sie auch immer weiter zerrissen. Schwanken zwischen Wissen und Zweifel. Immer wieder fangen sie von vorne am mit ihrer Suche. Mit dem Versuch, das Leben zu verstehen, es auszudrücken. Es neu zu gebären.

 

Alles ist Energie und  Schwingung. Rhythmus, und Sound.

Künstler  jeder Sparte wissen das.

 

Sie nehmen  die Schwingungen auf mit ihren seismographischen Spürinstrumenten.  Mit ihren empfindsamen, intuitiven Antennen.

 

Am Anfang war das Geräusch.

Der Urknall. Der Urklang.

Der Sound des Universums.

Die Musik des Lebens.

 

Alles ist Energie, Schwingung, Rhythmus und Sound. Geräusch.

Geräusche  des Wassers, in alle seinen Erscheinungen. In all seinen unendlich reichen Tönen. Musik der sprießenden Knospen. Das Rauschen der Blätter in den Bäumen. Das unhörbare Säuseln der Blütenblättern beim Blühen. Das Geräusch der sich bewegenden Erde,  beim Sprießen der Samen. Das Geräusch der Schmetterlingsflüge. Das Geräusch der Flugzeuge. Der Raketen. Der Bomben. Des Gewitters. Der Naturkatastrophen.

Das Geräusch der Sprache.

Das Geräusch des Herzens.

Vielleicht. Auch das Geräusch des Gedanken.

 

Geräusche sind Musik. Musik und Poesie.

 

Musik ist Poesie. Und Poesie ist Musik. Sie sind nicht voneinander zu trennen. Künstler aller Sparten wissen das. Sie übersetzten die Geräusche des Lebens  jeder in seine eigene Sprache. Sie nähren sich von der Musik des Anderen und lassen neue Musik entstehen. Sie spielen miteinander. Und lassen sich gegenseitig berühren. Lassen Neues Erblühen.

 

LEVURE LITTERAIRE 11 öffnet seinen Lesern die Türen zu dem Nuancenreichtum, zu der Vielfalt von Entdeckungen bekannter und weniger bekannter  Künstler. Sie haben unseren Vorschlag  angenommen und uns allen ihre kostbaren Entdeckungen preisgegeben.

 

LEVURE LITTERAIRE 11 bedankt sich bei allen Künstlern und Mitwirkenden und öffnet seinen Lesern die Türen zu dem Nuancenreichtum, zu der  Vielfalt von Entdeckungen bekannter und weniger bekannter  Künstler. Sie haben unseren Vorschlag  angenommen und uns allen ihre kostbaren Entdeckungen preisgegeben.

 

Wir wünsche uns, mögen  unsere Leser den Reichtum und die Kostbarkeit des Lebens erkennen und selbst Wege finden, die eigene Ausdruckskraft zum Leuchten zu bringen.

 

 

 

 Carmen-Francesca Banciu & LL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Konzipiert als ethischer und ästhetischer Gärstoff, ist Levure littéraire ein Versuchsfeld für Initiative und kreatives Denken, das, ohne finanzielle Hilfe oder hegemoniale Ansprüche, einzig auf Qualität und Originalität des kulturellen Schaffens selbst abzielt. In diesen Zeiten der wirtschaftlichen Krise und besonders der großen moralischen Krise, in denen der Frieden, die Bildung und die Kultur nicht gerade auf der Tageordnung stehen und es nicht mehr angesagt ist, den Humanismus zu pflegen, versucht Levure littéraire mit euch einen geheimen Ausweg zu finden, einen ruhigen Ort, um mit den tagtäglichen Barbareien und Vulgaritäten fertig zu werden.

 

Die Leveure Littéraire und ihre vielen atypishen Autorinnen (zwischen 50 und 160 pro Ausgabe) informieren und sorgen für Bildung – und das vier mal pro Jahr direkt auf Ihren Bildschirm -, indem sie weniger beachtete Themen und Sujets und Akteure aus allen sozio-kulturellen Landschaften (Literatur, Bildende Kunst, Musik, Philosophie, Anthropologie, Publizistik, Psycholinguistik, etc) – in ihrer jeweiligen Herkunft, ihren Ländern und Traditionen repräsentiert. Der Horizont zeichnet sich durch Gemeinsamkeiten wie Unterschiede aus; Gemeinsamkeiten, die uns bereichern, und eine thematische Vielfalt, die uns durch die beeindruckende Zahl von kulturellen Akteuren, die Vielfalt der verschiedenen Sprachen, Sensibilitäten, Geschmäcker, Bedürfnisse und Informationen betören.

 

« Wenn man von jemandem sagt, er sei meinesgleichen, bedeutet das, dass er mir ähnelt? »

 

In der Rubrik Languages, finden Sie die Ausgangs- und Zielsprachen unserer nicht-frankophonen Autoren und Übersetzer.

 

Die siebte Ausgabe von Levure littéraire enthält Gedichte, Novellen, Auszüge aus Romanen, Zeitungsartikel, literarische Essays, Gutachten, traditionelle Märchen und contes philosophiques, psychoanalytische Artikel, Malerei, Zeichnungen, Kollagen, Skulpturen, Theater- und Filmperformances, Musik (Jazz, Rock, Pop etc.), sowie Informationen zu internationalen kulturellen Veranstaltungen.

 

Mithilfe aller Beteiligten möchten wir den humanistischen Austausch bewahren und anregen.

 

Unser Ziel : neue Autoren bekannt machen, bekannte Autoren mit ihrer Erfahrung in ihrem Erfolg fördern, sowie jenen Perspektiven eröffnen, die keine mehr haben.

 

Kultur hilft uns, unser Schicksal besser zu meistern. Wir müssen wagen, sie mit anderen zu teilen – Autoren, diese « Fremden », « Seelendiebe », die uns doch faszinieren… Wir müssen die Identität des Anderen anerkennen, seine Unterschiede, seine Sprache, sein Werk und seine Kultur respektieren.

 

Wir müssen die Freundschaft pflegen! Sich von Kultur ernähren bedeutet, harmonisch im Haus des SEINS zu leben, zu reisen, mit Künstlerbooten in Länder reisen, in denen neue Möglichkeiten und Stimmen uns mit offenen Armen erwarten.

 

Wir müssen am Austausch von innovativen und befreienden Ideen unserer Kulturen teilhaben. Lassen wir die Machenschaften derer scheitern, die den Sturz der Kultur orchestrieren, indem sie ihren Verfall hinterhältig antreiben.

 

Levure littéraire ist für diejenigen entstanden, die Talent haben, die aber national oder international noch anonym bleiben, keine Beziehungen haben oder kaum die Möglichkeit, einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu erreichen.

 

Unsere Zeitschrift ist multilingual geworden, weil es Länder gibt, deren Sprache und Kultur noch verkannt.

 

Ohne Politik zu betreiben möchten wir gegen die kulturellen Parasiten kämpfen, die mit gekreuzten Armen, gefüllten Mündern und Taschen, das Aussterben der Kultur predigen. Wir prangern das Mäzenatentum sowie die Kürzung vom kulturellen Etat an, den Verfall des sprachlichen, menschlichen, ästhetischen und ethischen Verhaltens unseres 21. Jahrhunderts.

 

Schützen wir die Kunst, indem wir sie machen! Machen wir Kunst, indem wir sie verteidigen! Kunst hat stets dazu beigetragen, dass wir widerstehen, dass wir uns in Würde entwickeln, dass wir die Welt lieben und dass wir an eine bessere Welt glauben. Kunst hat noch niemanden getötet. Bringen auch wir sie nicht um. Machen wir aus ihr weder einen Spekulationseinsatz noch ein ordinäres kommerzielles Produkt. Der globalisierte Kunstmarkt ist nicht unsere Kunst, sondern erscheint uns als ANTIKUNST, eine Kunst, die Künstler und ihre Kulturen von ihrem Weg und ihrem Schicksal abbringt.

 

Durch seinen multilingualen Humanismus nimmt Levure Schaffende auf, zeitgenössische Künstler aus allen Ecken der Welt, geistige Vertreter mehrerer Völker, Kulturen, Sprachen und Traditionen, die sonst mehr oder weniger durch Angleichung und Popularisierung jeglicher Art zum Vergessen verurteilt sind.

 

Zeitgenössisch sein bedeutet nicht, der Zeitkrise ziellos zu folgen, mit ihren Strömungen und Wendungen, gedankenlos, ohne jegliches Bewusstsein, sei es kollektiv oder selektiv. Ganz im Gegenteil, wir müssen uns bei klarem Verstand und mit Scharfsinn zu unserer Zeit bekennen, jedoch stets Abstand bewahren, sowohl räumlich als auch zeitlich, um die finsteren Spuren und Flecken auszugrenzen. Der Zeitgenosse ersetzt die Vergangenheit nicht durch die Gegenwart, er ist auf der Suche nach dem, was die Gegenwart umfasst.

 

 

Rodica Draghincescu,
verantwortliche Herausgeberin

Übersetzung :

Tim Mücke (Berlin)

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